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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 17542
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Wir leben in Spanien und kommen regelmäßig ca. 2x im Jahr nach

Diese Antwort wurde bewertet:

Wir leben in Spanien und kommen regelmäßig ca. 2x im Jahr nach Deutschland und würden in dieser Zeit auch gerne unsere 3 Enkelkinder sehen. Unser Sohn und jetzt auch unsere Schwiegertochter verweigern uns den Besuch, bzw. Umgang mit den Enkelkinder.
Die Schwiegertochter verbietet uns zudem, dass wir nicht mehr alleine mit den Enkelkinder sprechen dürfen.
Bei der Frage warum: Sagt sie immer fragt euren Sohn. Der lehn aber jedes Gespräch ab.
Zum näheren Verständnis: Wir haben unserem Sohn ein Ingenieur-Studium finanziert, dabei gaben wir ihm durch zusätzliche finanzielle Unterstützung die Möglichkeit in Paris und Canada zu studieren. Bei der Renovierung seines gebrauten Eigenheim haben wir in genauso tatkräftig und finanziell unterstützt.
In dieser Zeit gab nur zwischenzeitliche Probleme, wenn die finanzielle Unterstützung nicht seinen wünschen entsprach.
Nach Fertigstellung des Hauses sollte ich ihm für den Kauf eines weiteren Hauses Geld geben, was ich aber abgelehnt habe. Darauf verbot er uns den Besuch bzw. Kontakt zu unsere Enkelkinder.
Ein weiteres Argument seinerseits ist, dass wir seinen Bruder, (unseren 2. Sohn) finanziell unterstützen würden und ihm würde die gleiche finanzielle Unterstützung zustehen.

Sein Bruder wohnt in unserer 3 Zimmerwohnung und bezahlt die ortmäßige Miete mit entspr. Nebenkosten und gestattet uns in der Zeit, wenn wir in Deutschland sind bei ihm zu wohnen.

Unsere Enkelkinder freuen sich immer, wenn wir nach Deutschland kommen und haben auch die größte Freude mit uns einiges zu Unternehmen und auch bei uns zu schlafen.
Sie würden uns auch gerne in Spanien besuchen, aber die Eltern verbieten es.

Unsere Besuche haben wir immer angekündigt, wir haben uns niemals in sein Privatleben eingemischt, wir haben nie mit den Enkelkindern über ihre Eltern negativ gesprochen.
Wir waren und sind immer neutral aufgetreten.

Es kann doch nicht sein, dass ein Umgangsrecht mit unseren Enkelkinder nur von finanziellen Zuwendungen abhängt.

Ich freue mich auf einen Rat von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Kienle
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank XXXXX XXXXX Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Der Gesetzgeber hat in § 1685 BGB den Großeltern ein eigenes Recht auf Umgang mit den Enkelkindern eingeräumt. Dieses Umgangsrecht wird jedoch nur dann gewährt, wenn dieser Umgang dem Wohl des Kindes dient. Auf diese Weise sollen die verwandtschaftlichen Beziehungen aufrechterhalten werden.

Schon vor 15 Jahren ist gesetzlich ein Umgangsrecht von Großeltern mit den Enkelkindern normiert worden.

Großeltern haben aber nur dann Anrecht auf Umgang mit dem Kind, wenn der Umgang dem Kindeswohl dient. Der diesbezügliche Nachweis muss von den Großeltern geführt werden.

Zwar liegt es im Normalfall im Interesse des Kindes, zwischenmenschliche Beziehungen zu seinen Großeltern aufzubauen und diese durch Besuche weiter zu pflegen. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eltern und den Großeltern über den Umgang ist aber zu beachten, dass das Erziehungsrecht der personensorgeberechtigten Eltern absoluten Vorrang hat.

Ein Recht der Großeltern auf Umgang, d. h. die Enkel regelmäßig zu sehen, besteht nur dann, wenn es zwischen Großeltern und Enkel eine enge Bindung, die über das normale Maß der Bindung zwischen Enkeln und Großeltern hinausgeht, besteht. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn beide Eltern berufstätig sind und die Großeltern die Kinder in der Woche regelmäßig versorgen.

Das Oberlandesgericht Hamm zum Beispiel hat in seiner Entscheidung vom 23.06.2000 - 11 UF 26/00 - das regelmäßige Umgangsrecht der Großeltern abgelehnt, da zwischen dem personensorgeberechtigten Elternteil und den Großeltern ein gespanntes Verhältnis bestand, und hat deshalb festgestellt, dass ein regelmäßiges Umgangsrecht mit den Enkeln nicht dem Wohle der Kinder entspricht. Die Durchführung der Besuchskontakte sei in einer ungestörten, das Kind nicht belastenden Atmosphäre nicht möglich.

Abweichend davon hat das Oberlandesgericht Celle in einem Beschluss vom 22.04.1999 - 18 UF 4/99 - in einem ähnlichen Fall für die Großeltern entschieden. In diesem Fall war es so, dass das Gericht die Feststellung getroffen hatte, dass die Aufrechterhaltung der Besuchskontakte zu den Großeltern dem Wohl der Kinder dient, da sich durch einen nahezu täglichen Kontakt über einen langen Zeitraum eine feste Bindung zwischen den Großeltern und den Enkeln aufgebaut hatte.

In einer anderen amtsgerichtlichen Entscheidung wurde auch betont, dass grundsätzlich der Umgang der Kinder zu Personen, zu denen es Bindungen hat, nützlich und förderlich für das Kind ist. Eine Verweigerung von Kontakten zu den Großeltern kann nur bei vernünftigen, am Wohl des Kindes orientierten Argumenten möglich sein.

Verweigern die Eltern – oder ein Elternteil – den Großeltern den Kontakt zum Enkelkind, haben die Großeltern die Möglichkeit, um den Umgang zu kämpfen. Ihnen steht ein gesetzliches Umgangsrecht zur Seite – wenn der Umgang dem Wohl des Kindes dient. Familienstreitigkeiten sind kein zwingendes Gegenargument.

Der Dreh- und Angelpunkt für ein solches Umgangsrecht ist das Kindeswohl und bei der Frage, ob das Umgangsrecht der Großeltern dem Wohl des Kindes dient, ist eine Abwägung der Interessen des Kindes, der Eltern und der umgangsberechtigten Großeltern vorzunehmen.

Der Umgang von Großeltern mit ihren Enkeln dient, wenn zwischen ihnen hinreichende Bindungen bestehen, regelmäßig dem Kindeswohl, es sei denn, dass schwerer wiegende Gründe entgegenstehen (Kammergericht - KG 6.7.00 - 17 UF 4612/00 - FamRZ 2000, 1520).
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.


Sie sind nicht auf meine Situation eingegangen. Zu pauschal.


 


Ihre Hinweise auf Gericht Hamm und Celle stehen bereits im Internet.


 


Ich kann mit Ihrer Antwort leider nicht anfangen!


 


MfG


 


R. Kienle


Natürlich ist es nicht rechtens, dass Ihr Umgangsrecht nur von Zuwendungen abhängt.

Sie haben ein Umgangsrecht und können dieses auch einfordern - notfalls auch gerichtlich.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

 


Ich kann nicht verstehen, dass Sie mir antworten.


Sie sind doch nicht Experte für Familienfragen, oder?


 


Ich hatte einen Anwalt für Familienfragen angeschrieben und bezahlt. Meine Anfrage an Sie habe ich abgebrochen.


Das sind meine Fragen:


 


Welche Chance habe ich vor Gericht?


 


Gib es außergerichtliche Möglichkeiten?


 


Hilft ein Schreiben eines Rechtsanwaltes an meinen Sohn als Warnung,


bevor es vor Gericht geht?


 


Kann eine Gerichtsverhandlung alles noch schlimmer machen?


 


 

Welche Chance habe ich vor Gericht?


- Nach der vorliegenden Sachverhaltsschilderung haben Sie gute Chancen vor Gericht, ein Umgangsrecht einzufordern.


Gib es außergerichtliche Möglichkeiten?


- Man kann Familienberatungsstellen und Mediatoren in Anspruch nehmen. Da dies aber nicht verpflichtend ist, kommt man hier nur weiter, wenn auch die Eltern mitziehen.


Hilft ein Schreiben eines Rechtsanwaltes an meinen Sohn als Warnung,

bevor es vor Gericht geht?

- Wenn Ihr Sohn schon jetzt so auf stur schaltet, macht ein solches Schreiben kaum Sinn.

 


Kann eine Gerichtsverhandlung alles noch schlimmer machen?

 

- Nein, eigentlich nicht. Ich konnte bisher keine derartige Erfahrung machen. In der regel wachen die Beteiligten dann erst richtig auf und erkennen, dass hier ein sinnloser Krieg auf Kosten der Kinder geführt wird.

 

 

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.


Sie sagen die Chancen vor Gericht sind gut.


 


In den angeführten Urteilen gehen die Gerichte davon aus, dass ein reger oder regelmäßiger Umgang mit den Enkelkinder stattgefunden hat.


Wir habe das Problem, dass wir nur max. 2x im Jahr den Umgang mit den Enkelkinder hatten, da sie ja auch nicht für längere Zeit zu uns nach Spanien kommen durften.


 


Ich habe auch gelesen, dass die Großeltern den Beweis zu erbringen hätten zum Wohle der Enkelkinder.


 


Wie ist das mit unserer Situation zu verstehen?


 


Unser Problem ist doch, dass der 2malige Kontakt äußerst wichtig ist um eine innige Verbindung aufrecht zu erhalten.


Ohne diese wenigen Kontakte sind wir bald nur noch Fremde.



Die Eltern müssen sich darauf berufen, dass der Umgang dem Kindeswohl nicht gut tut.

Umgekehrt geht das Gericht erstmal davon aus, dass der Umgang natürlich dem Kindeswohl dienlich ist.

Sie müssen das nicht beweisen - sondern die Eltern den Gegenbeweis erbringen.

Das wird aber nicht gelingen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sie müssen das nicht beweisen - sondern die Eltern den Gegenbeweis erbringen.


 


Kann ich das so übernehmen?


Überall steht immer die Großeltern müssen den Beweis für das Kindeswohl erbringen?


 


Gibt dafür bereit ein Referenzurteil?


Kammergericht - KG 6.7.00 - 17 UF 4612/00 - FamRZ 2000, 1520

Das Gericht geht davon aus, dass der Kontakt immer dem Kindeswohl dient, es sei denn, es spricht etwas dagegen - was dann die Eltern aber darlegen und beweisen müssen.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.


OK. Ich glaube im Moment genügt das.


 


Das heißt, dass ich jetzt zum einem Rechtanwalt gehen kann und berechtigte Chanen habe unsere Enkelkinder weiter zu sehen.


 


Wie kann ich alle Antworten ausdrucken?


 


Vielen Dank


 


Roland Kienle


Ja, Sie sollten zum Anwalt gehen.

Wie man hier drucken kann, weiß ich leider nicht.

raschwerin und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.