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RA_UJSCHWERIN
RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
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RA_UJSCHWERIN ist jetzt online.

Ich bin seit 24 Jahren verheiratet. Mein Mann ist vor 3 Jahren

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin seit 24 Jahren verheiratet. Mein Mann ist vor 3 Jahren ausgezogen. (Wohnt jetzt mit Freundin zusammen). Er möchte dieses Jahr die Scheidung einreichen. Ich war bereits vor der Ehe arbeitslos und Dauer-Patient wegen Depressionen. Habe immer wieder nebenbei als 400 Euro Kraft gearbeitet. Psychisch bin ich sehr mit genommen, da meine beiden Kinder (Tochter 24 und Sohn jetzt 20 )und auch bei meinen Mann schon vor Jahren ADHS diagnostiziert wurde. Letztes Jahr habe ich aus Geldmangel einen Arbeitsplatz in Verkauf (Textil) 100 Std im Monat angenommen. Es war eigentlich ein Jahresvertrag. Leider konnte ich nicht die erwartete Leistung erbringen. Konzentration und Merkfähigkeit waren sehr schlecht und hatte auch mal Sprachbarrieren und reagierte sehr sensibel auf alles. Aufgetragene Aufgaben konnte ich einfach nicht zuverlässig ausführen. Deswegen wurde mir vorzeitig gekündigt ( Dezember 2012). Seit der Zeit wurde es bei mir noch schlimmer und ich musste mich krank melden. Hatte auch Weinatacken, ohne Grund, die bei mir noch immer anhalten. Ich wohne bis jetzt noch mit den Kindern im gemeinsamen Haus, wo noch ca. 150 00 € Schulden drauf sind. Bis jetzt zahlt mein Mann die Darlehnsraten, Strom, Telefon und die Nebenkosten fürs Haus. Heizöl hat er im Januar auch noch mal bezahlt für ca. 1000€. Jetzt weigert er sich und wir duschen schon seit Wochen kalt. Für mich und die Kinder überweißt er 500€. Momentan bekomme ich noch ca. 550€ Krankengeld. Ich zahle meine KFZ Versicherung und Autosteuer, Benzin und Lebensmittel, Kosmetik, Bekleidung etc. Mein Mann konnte sich während der Ehe finanziell sehr steigern mind. 4300 Netto. Da ich ihm den Rücken freigehalten habe und zeitweise war er auch gar nicht ansprechbar für die Kinder. Hat sich überfordert gefühlt. Nun will mich mein Mann aus den Haus haben und mir auch keinen Unterhalt zahlen. Da ich wirklich nicht in der Lage bin eine Tätigkeit aus zuführen und noch immer krank bin. (Depressionen usw.) Meine Angst, Sozialhilfe Empfänger zu werden, verstärkt zusätzlich meine Symptome. Steht mir nun wirklich kein Unterhalt zu, obwohl mein Mann so hoch verdient und ich mich während der Ehe um alles gekümmert und die schwierige Erziehungsarbeit geleistet habe? Mit freundlichen Gruß XXX (Name von Moderation entfernt)


RA_UJSCHWERIN :

Werte Fragestellerin, zu Ihrem Anliegen möchte ich gern wie folgt ausführen:

RA_UJSCHWERIN :

In jedem Fall haben Sie Anspruch auf Trennungsunterhalt und in Ihrem Fall sogar auf nachehelichen Unterhalt, den Sie sogar zeitlich unbefristet aufgrund der langen Ehedauer und der Erkrankung von Ihrem Ehemann einfordern können.

RA_UJSCHWERIN :

Wichtig dabei ist, dass Unterhalt immer erst ab dem Monat geschuldet wird, in dem Sie Ihren Ehemann zur Zahlung von Unterhalt auffordern.

RA_UJSCHWERIN :

Ich empfehle Ihnen daher umgehend einen Fachanwalt für Familienrecht mit Ihrer Vertretung und der Geltendmachung Ihres tatsächlichen Unterhaltes zu beauftragen.

RA_UJSCHWERIN :

Aufgrund Ihrer Schilderung ist davon auszugehen, dass Ihr Ehemann bislang nicht den angemessenen Unterhalt bezahlt hat.

RA_UJSCHWERIN :

gerne können Sie noch Fragen stellen

Customer:

Welche Unterlagen und ab wann muss ich meine Depressionen verbindlich nachweisen und muss ich auch mich mit der Ärztin in Verbindung setzen,

Customer:

die meine Kinder und meinen Mann behandelt hat

RA_UJSCHWERIN :

Es reicht vollkommen aus, wenn Sie ein ärztliches Attest vorlegen können, aus dem hervorgeht seit wann Sie unter Depressionen leiden. Umso länger, desto besser.

RA_UJSCHWERIN :

Zu den Ärzten der Kinder und Ihrem Mann müssen Sie keinen Kontakt aufnehmen.

Customer:

wie würde sich dann mein Unterhalt errechnen. Ich möchte meinen Mann nicht" ausnutzen", eben halt einigermaßenleben können und keine Wohnung in Hartzvier- Viertel haben. Ich denke ich bin nicht anspruchsvoll wenn ich so an 50-60 qm für mich rechne,

RA_UJSCHWERIN :

Aufgrund Ihrer Angaben hat Ihr Ehemann ein Einkommen von 4300 €, was zunächst um 200 € berufsbedingte Aufwendungen bereinigt wird. Es verbleiben also 4100 €.

RA_UJSCHWERIN :

Sie selbst haben Krankengeld in Höhe von 550 €.

RA_UJSCHWERIN :

Die Einkommensdifferenz zwischen Ihrem und dem Einkommen Ihres Ehemannes liegt damit bei 3550 €. Hiervon stehen Ihnen grob 3/7 als Unterhalt zu. Das wäre ein Betrag von rund 1.500 € monatlich.

RA_UJSCHWERIN :

Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie in Hartz IV fallen.

Customer:

das heißt mein Mann müsste mir ohne Zeitbegrenzung ca. diesen Unterhalt Zahlen.

RA_UJSCHWERIN :

ja, natürlich muss der Unterhalt genau berechnet werden, aber anhand Ihrer Angaben ergibt sich erst einmal dieser Betrag

Customer:

Da ich ja bis jetzt im Haus Mietfrei wohne kann er mir Miete für diese 3 Jahre nachforder?

RA_UJSCHWERIN :

Nein, auch hier müssen Sie sich keine Gedanken machen.

RA_UJSCHWERIN :

Er hat die Zahlung ja anstatt des Unterhaltes erbracht. Er kann hier von Ihnen nichts abfordern.

Customer:

Ich hab mal was von Wohnrecht gelesen wenn der Partner nach dem Auszug innerhalb von 6 Monaten keinen Einspruch erhebt.

RA_UJSCHWERIN :

Ja, Sie haben damit das alleinige Nutzungsrecht für die gemeinsame Immobilie.

RA_UJSCHWERIN :

Er kann von Ihnen keine Miete verlangen, da müssen Sie sich keine Sorgen machen

Customer:

Wer muss das Darlehen von ca 150 000€ dann ab bezahlen?

RA_UJSCHWERIN :

Hier muss eine Regelung gefunden werden.

RA_UJSCHWERIN :

Ist Ihnen der aktuelle Wert des Hauses ungefähr bekannt?

RA_UJSCHWERIN :

Soll das Haus verkauft werden oder will es Ihr Ehemann in Alleineigentum übernehmen?

Customer:

Nein, das Haus steht auf Grundboden der mein Mann gehört und er meint wenn das Haus mit Grund verkauft wird, dann Abzug von den Wert des Grundstückes und die gemeinsamen Schulden geteilt sind würde für mich eh nichts übrig bleiben. Ob mein Mann das Haus übernehmen möchte weiß ich nicht

RA_UJSCHWERIN :

Also ist Ihr Ehemann alleiniger Eigentümer der Immobilie?

Customer:

Er ist nur alleiniger Eigentümer vom Grundstück. Das Darlehen für das Haus haben wir beide unterschrieben. Und ist auch per Ehevertrag geregelt das bei Scheidung der Grund wieder auf ihn zurück geht.

Customer:

Also das Haus gehört uns beide

RA_UJSCHWERIN :

Wenn er alleiniger Eigentümer des Grundstückes ist, gehört ihm auch das Haus was auf dem Grundstück steht alleine. Dies deswegen weil Haus und Grundstück immer zusammenfallen. Damit haben Sie aber einen Freistellungsanspruch aus dem Darlehen. Sie müssen das Darlehen dann nicht weiter bezahlen.

RA_UJSCHWERIN :

Daneben haben Sie Anspruch auf Zugewinnausgleich.

RA_UJSCHWERIN :

Wie hoch ist der Wert des Hauses ungefähr?

Customer:

Mein Mann meint laut Bank würden wir nicht als ca. 250 000€ incl. Grund kriegen. Der Grundstücksprei wird hier sehr hoch gehandelt

RA_UJSCHWERIN :

Das ist positiv.

RA_UJSCHWERIN :

Sie haben hier nämlich dann noch einen Ausgleichsanspruch.

RA_UJSCHWERIN :

Wenn das Haus 250.000 € Wert ist und 150.000 € Kredit vorhanden sind, so bleiben 100.000 € Zugewinn bei Ihrem Ehemann

RA_UJSCHWERIN :

Hier haben Sie dann Anspruch auf die Hälfte also 50.000 €.

Customer:

Den Wert des Grundstückes fällt ja ganz meinen Mann zu. Und wenn das Grundstück auf ca. 200 000 € geschätzt wird bleiben für das Haus noch 50 000 € Da sind aber noch 150 000 € Schulden. Das Grundstück hat mein Mann von seinen Eltern überschrieben bekommen. Ist also schon abbezahlt.

RA_UJSCHWERIN :

Nein, so dürfen Sie das nicht sehen.

RA_UJSCHWERIN :

Auch wenn Sie das Haus während der Ehe gemeinsam gebaut haben, ist dies rechtlich gesehen alleiniges Eigentum Ihres Ehemannes, weil nur er im Grundbuch steht.

RA_UJSCHWERIN :

Es findet also keine Aufteilung zwischen Grundstück und Haus statt.

RA_UJSCHWERIN :

Der Gesamtwert wird Ihrem Ehemann zugeschlagen und davon der Kredit abgezogen und von dem was dann übrig bleibt, erhalten Sie die Hälfte.

Customer:

Im Grundbuch stehen wir beide. Im Ehevertrag haben wir vereinbart das das Grundstück wieder als alleiniger Nutzer auf meinen Mann übergeht.

Customer:

bei scheidung

RA_UJSCHWERIN :

dann hat Ihr Ehemann Ihnen das Miteigentum während der Ehe an dem Grundstück übertragen?

RA_UJSCHWERIN :

Wenn er alleiniger Grundstückseigentümer bleibt, dann muss er auch den Kredit für das Haus in jedem Fall alleine tragen.

Customer:

Richtig während der Ehe bin ich Miteigentümer. Also mein Mann muss dann den Kredit alleine abtragen und ich würde von unseren Haus etwas ausbezahlt bekommen egal ob er es verkaufen oder behalten möchte.

RA_UJSCHWERIN :

Ja, genau so ist es.

RA_UJSCHWERIN :

Wichtig ist, dass Sie sich einen guten Fachanwalt für Familienrecht suchen, der Sie in diesem Verfahren begleitet

Customer:

Könnte ich mir diesen finanziellen Ausgleich vom Haus dann auch auf meinen Unterhalt umlegen, sollte ich einen bekommen. Oft entscheidet ja der Richter nach Sympathie habe ich mir sagen lassen.

RA_UJSCHWERIN :

Nein, den Zugewinnausgleich erhalten Sie neben dem Unterhalt. Und nein, die Richter entscheiden nicht nach Sympathie, sondern nach dem Vortrag des Anwaltes im Verfahren. Deswegen ist es besonders wichtig, einen sehr erfahrenen und insbesondere Fachanwalt für Familienrecht hinzuzuziehen.

Customer:

Dann hab ich wohl schlechte Karten, den der "Staranwalt", den hier auch andere Rechtsberater fürchten hat mein Mann. Aus den Erfahrungsbereich von meinen Bekannten die einen Berechtigungsschein für Ihr Anliegen hatten, eben Scheidung, wurde nicht soviel gekämpft wie jemand der seinen Anwalt selber bezahlt hat. Wie kann ich mich davor schützen. Selbst Anwalt nehmen und dann in die private Insolvenz gehen?.Denn ich habe kein Geld mir selber einen ordentlichen Anwalt zu leisten.

RA_UJSCHWERIN :

Wenn Sie einen Fachanwalt für Familienrecht beauftragen, dann wird dieser wissen, dass Ihr Ehemann Ihnen zum Prozesskostenvorschuss verpflichtet ist, dies bedeutet, dass Ihr Anwalt genau die gleichen Gebühren erhält, wie der Anwalt Ihres Ehemannes

Customer:

Ich möchte mich herzlichst für Auskünfte bedanken und werde sie sehr gut bewerten.

Customer:

Nun habe ich noch eine letzte Frage

RA_UJSCHWERIN :

sehr gerne beantworte ich Ihre weitere Frage

Customer:

wenn ich noch zusätzlich Fragen habe kann ich mich dann noch mal zusätzlich kostenfrei an Sie wenden?

RA_UJSCHWERIN :

Sie können immer wieder hierher zu Ihrer Frage zurückkehren und weiter mit mir kommunizieren, ohne dass Ihnen hierdurch Kosten entstehen.

Customer:

Vielen Dank für Ihre Zeit und einen schönen Tag noch!

RA_UJSCHWERIN :

dankeschön ich wünsche Ihnen auch noch einen schönen Tag. Bitte denken Sie noch an die positive Bewertung. Herzlichen Dank

RA_UJSCHWERIN und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.