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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 28937
Erfahrung:  Fachanwalt für Familienrecht über 16 Jahre Berufserfahrung
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RASchiessl ist jetzt online.

Meine sehr geehrten Herren und Damen Rechtsanwälte, wir sind

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine sehr geehrten Herren und Damen Rechtsanwälte,
wir sind ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern von derzeit 7 und 5 Jahren, haben beide als leibliche Eltern das Sorgerecht und leben auch im gemeinsamen Haushalt, leider derzeit mit massiven Streitigkeiten, insbesondere, was die Erziehung unserer gemeinsamen beiden kleinen Kinder angeht. Ich selbst habe noch einen Sohn von jetzt 14 Jahren, der bei seinem Vater in einem anderen Stadtteil lebt. Mein Ehemann ist Musiker und hat in den nächsten Sommerferien eine Auftrittsserie (Kurkonzerte) auf einer deutschen Ferieninsel bekommen möchte unbedingt die Kinder dorthin mitnehmen. Ich selbst habe während der ersten Ferienwoche noch zu arbeiten und kann meine Familie nicht begleiten. Wir kennen die Insel zwar gut, trotzdem habe ich arge Bedenken, meinem Sohn aus erster Ehe von dann 15 Jahren die Aufsicht für die beiden jüngeren Geschwister zu übertragen, wenn sich niemand anderes finden läßt. Ich finde, mein großer Sohn ist noch nicht soweit, daß man ihm eine Aufsicht zumuten könnte, es würde ihn, gerade mit unserer quirligen 5-Jährigen, überfordern. Mein Mann findet es in Ordnung, wenn die Kinder während seiner jeweils einstündigen Konzerte, dreimal pro Tag, in einem Café in Strandnähe auf ihn warten. Er will unbedingt seinen Willen durchsetzen, mir sogar nötigenfalls seinerseits mit Gericht und Jugendamt drohen, falls ich mich seinem Willen nicht beuge!
Ich finde das Handeln meines Ehemannes arg bedenklich und verantwortungslos, was seine Auffassung von Aufsichtspflicht gegenüber Schutzbefohlenen angeht. Kann und darf er nach deutschem Recht so handeln?
Über eine Antwort und Ihren Rat wäre ich Inen unendlich dankbar!
Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Soweit Sie die gemeinsame Elterliche Sorge innehaben, kann Ihr Mann grundsätzlich nicht ohne Ihre Zustimmung die Kinder mit auf die Insel nehmen und dort Ihrem Sohn zur Aufsicht überlassen.

Seine einzige Möglichkeit ist, soweit Sie keine Einigung finden eine Entscheidung des Familiengerichts nach § 1628 I BGB herbeizuführen.

Eine solche Entscheidung würde es einem Elternteil ermöglichen, für eine einzige Angelegenheit allein zu entscheiden.

Das Gericht wird die Entscheidung natürlich nach den Grundsätzen des Kindeswohls treffen. Dabei wird vor allem Berücksichtigung finden, dass der Vater die Kinder in die Obhut eines Minderjährigen geben will. Eine fehlende oder unzureichende Beaufsichtigung der Kinder entspricht generell nicht dem Kindeswohl so dass Ihr Mann bei einer gerichtlichen Geltendmachung keinen Erfolg haben wird.

Um jedoch ein gerichtliches Verfahren zu vermeiden, sollten Sie soweit ansonsten keine Einigungsmöglichkeit besteht, als erstes mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen und die Problemlage schildern. Das Jugendamt wird dann versuchen, nach den Grundsätzen des Kindeswohls eine Einigung zwischen den Eltern herbeizuführen.

Aber auch wenn eine Einigung mit dem Jugendamt scheitern sollte ist es wichtig, dass Sie mit dem Jugendamt selbst Kontakt aufgenommen haben. Denn: In einem möglichen Verfahren wird das Jugendamt beteiligt sein und einen Bericht abgeben.

Im Regelfall wird sich die Entscheidung des Gerichts an den Vorgaben des Jugendamts orientieren.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt



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