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diplompsychologe
diplompsychologe, Diplom
Kategorie: Erziehung
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Abschluss Pädagogische Psychologie
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diplompsychologe ist jetzt online.

Leon, der Sohn meiner Lebensgefährtin ist 13 Jahre alt. Ich

Beantwortete Frage:

Leon, der Sohn meiner Lebensgefährtin ist 13 Jahre alt. Ich stehe mit seiner Mutter in einer Beziehung seit ca. 1 Jahr. Sie hat noch einen zweiten Sohn mit 21 Jahren welcher einfach ein total lieber Kerl ist. Die Ehe wurde geschieden als Leon 9 Monate war. Der leibliche Vater war sehr wohlhabend und hat unter sehr "misteriösen" Umständen das Geld retten können. Meine Lebensgefährtin hat alles verloren und musste bei Null anfangen. Leon ist ein echtes Problemkind. Sehr groß gewachsen, sehr dünn, sehr sehr agressiv, ruhelos, schlägt in der Wut Möbel zusammen, geht nicht gern in die Schule, hat Ängste vor Klassenarbeiten, ist permanent am Computer und zockt Spiele bis nach Mitternacht, ernäht sich ungesund, hat Freunde mit niederer Bildung ( Leon wird wohl auch in die Hauptschule zurückkommen ), hat keinerlei Respekt vor Erwachsenen, ist ungerecht gegenüber seiner Mutter, hört nicht auf sie, sagt üble Aussagen und hilft nirgends in der Familie. Egal was wir versuchen.....es bleibt so wie es ist. Ich selber habe einen Sohn in dem Alter von LEON und selbst er kommt nicht mit Leon wirklich zurecht. Der zweite Lebensgefährte meiner Freundin mit welchem sie 8 Jahre zusammen war hat Leon wohl voll den Rest gegeben.....er hat Leon nur als "doof" beschimpft und sich nicht um das Kind gekümmert. Meine Freundin opfert sich total auf für die Kinder und ich sehe wie sie mit 45 Jahren schier kaputt daran geht. Der große Sohn ist ihre Bezugsperson aber wird nicht bevorteilt. Leon ist einfach total anders.....
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erziehung
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 6 Jahren.


Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die
offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine
Hilfestellung zu geben.



Ich kann Ihre Sorgen um Ihre Freundin verstehen und wie
Sie die Situation schildern sind diese auch durchaus berechtigt.



Wie vielen
besorgten Müttern und Vätern geht es
auch Ihrer Freundin so, oft stehen Sie den alltäglichen Problemen mit einem
Kind das eine psychische Verhaltensauffälligkeit zeigt allein gegenüber. Zum
Teil erzeugt dieses Verhalten Angst, erzeugt Hilflosigkeit und schnell entstehen
dadurch oft unbemerkt Co.-Abhängigkeiten d.h. die Verantwortung für ein selbstbestimmtes
autonomes Leben wird dem Betroffenen abgenommen, alles und wirklich alles wird
getan das es Ihnen gut geht und man vergisst Selbst auf die Grenzen der eigenen
psychischen Leistungsfähigkeit zu achten (alles Denken dreht sich nur noch um
die Probleme des Sohnes). Wichtig ist erst ein Mal aus meiner Sicht, die
Ursachen fachlich adäquat diagnostisch abklären zu lassen. Denn irgendwoher
müssen die Verhaltensauffälligkeiten/ Ängste (vlt. ggf. Schulängste,
Versagungsängste, Computersucht usw.)
und das Problem ja herkommen bzw. die
Ursachen dafür fachlich korrekt eruiert werden. Jedoch muss man erst ein Mal
konkret wissen, worum es sich genau handelt (z.B. liegt schon eventuell eine
psychische Störung vor oder nicht ect. bzw. kann man nur von einer momentan
zeitlich begrenzten Verhaltensstörung sprechen) um dann entsprechende
weiterführende Behandlungen durchführen zu können.



Gerade
neuste Forschungen haben den engen Zusammenhang zwischen emotionalem Empfinden
und Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenspiel mit endokrinen Vorgängen (also
auch Hormonunterversorgungen oder Hormonunregelmäßigkeiten usw.) bestätigt und
eventuell wäre deshalb auch über eine gesonderte endokrinologische Untersuchung
nachzudenken. Aber auch bestimmte Einnahmen von psychotropen Substanzen
(Drogen) bewirken eine Persönlichkeitsveränderung und führen häufig zur
Veränderung der Stimmungslage. Sie sehen, also auch in somatische Richtung kann
man denken, wenn man sich über mögliche Ursachen Gedanken macht.



Auf dem
Gebiet des psychologischen Ursachenbereiches können Sie sich auch an einen
ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen für Kinder-
und Jugendpsychotherapie) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Aus
meiner Sicht eher im verhaltenstherapeutischen Therapiekontext. Die Kosten
dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die
Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine
psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des
Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller,
sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut
für verhaltenstherapeutische Psychotherapie im Bereich Kinder und Jugend wenden
(einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. psychotherapeutische Ausbildung für
Kinder und Jugend Verhaltenstherapie + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe z.B.
München) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz
oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer
psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.



Es besteht
für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Angehörige
(Eltern) auch für z.B. verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche
anzuschließen. Hierzu erfahren Sie mehr über Gruppen in Ihrer Nähe über
sogenannte Selbsthilfekontaktstellen und Ihre Krankenkasse. Natürlich können
Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet
besuchen u.a. www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, http://www.eltern.de/, www.imedo.de/



Des Weiteren
sollten Ihre Freundin auch bei aller
Fürsorge für Ihren Sohn auch auf sich achten und ggf. selber professionelle
Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Belastung zu groß werden sollte, vor allem
im psychisch/ emotionalen Bereich.



Eine weitere
Hilfsmöglichkeit die Sie in Anspruch nehmen könnten ist das Recht auf Hilfe und
Unterstützung bei der Erziehung durch das Jugendamt bzw. sie kann sich auch in einer Erziehungsberatungsstelle
(meist sind dort auch Psychologinnen) bei Ihren Problemen mit dem Sohn beraten lassen.
So Ihr Sohn dazu bereit ist, können Sie auch über eine
Erziehungsberatungsstelle bzw. über einen freien Träger eine Familientherapie
machen und so gemeinsam Lösungswege erarbeiten, denn häufig liegt auch eine
Ursache mit im vorgegebenen Familiensystem im Kontext von Leistungsdenken usw.
Wo sich hier eine eventuelle Hilfe für Sie ergibt, erfahren Sie unter anderem
auch unter http://www.familentherapie.de/

Aber auch die Kontaktaufnahme mit dem schulpsychologischen Dienst der Schule
kann hier vielleicht helfen die Probleme die Ihr Sohn hat ggf. zu vermindern,
denn mit Bestrafungen verschärfen Sie nur die Konfliktsituation zwischen Ihnen,
aber es erfolgt keine Lösung.



Sollte jedoch
keinerlei Verhaltensveränderung bei dem Sohn Ihrer Freundin auch durch ggf. therapeutische Intervention
passieren, besteht für Ihre Freundin die
Möglichkeit auch gegen den Willen ihres Sohnes eine Behandlung zu erzwingen.
Dies hört sich jetzt zwar sehr schlimm an, aber um die Hintergründe
herauszufinden (sei dies jetzt durch emotionale Überforderung, Geschwisterrivalität,
ein nicht bekanntes erlebtes Trauma usw..), warum er diese Auffälligkeiten
zeigt, die ja sogar schon ein hohes Maß an Eigengefährdung und Fremdgefährdung
mit sich bringen wenn er schon teilweise die Wohnung zerlegt und die Mutter schon Angst vor ihm hat vlt. die
alles entscheidende Möglichkeit. Auch
Kinder- und Jugendliche können nach einem ganz bestimmten Gesetzesteil, nämlich
den § 1631 b BGB geschlossen untergebracht werden. hierzu muss ein Antrag beim
Jugendamt erfolgen mit meist einer in diesem Zusammenhang erfolgten
Begutachtung des Sohnes und die Beantragung
selbst (sollten sie ggf. anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen) erfolgt durch
einen Unterbringungsbeschluß beim zuständigen Familiengericht.





Bitte unterstützen
Sie ihre Freundin in dieser Richtung und machen Sie sich keine Gedanken was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wäre
vielleicht " eine schlechte Mutter bzw. Vater" oder gar "Eltern
die versagt hat in der Erziehung". Nein das ist sie ganz und gar nicht, sondern sie scheut weder
Kosten und Mühen um Ihrem Sohn adäquat zu helfen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche
Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.



Mit
freundlichem Grüßen





Die
Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich
ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur
punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen
Problemen sowie Konflikten.





Ich möchte
Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen
zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button
"Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank



diplompsychologe und weitere Experten für Erziehung sind bereit, Ihnen zu helfen.