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diplompsychologe
diplompsychologe, Diplom
Kategorie: Erziehung
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Abschluss Pädagogische Psychologie
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Hallo, es geht um meinen Sohn er will einfach nicht hören ich

Kundenfrage

Hallo, es geht um meinen Sohn er will einfach nicht hören ich prügel ihn immer mit der eisenstange aus dem Keller leider zeigt das nicht sonderlich viel wirkung!
Meine Frau meint auch ich sollte das mal mit mehr gefühl machen, aber wenn ich ihn schon seh da platzt mir das Hemd ! da bleibt mir nix übrig ausser mal ordendlich dem eine reinzuhauen!
was sollte ich am besten machen?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Erziehung
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich vermute Sie gehören noch zu der Generation in der körperliche Züchtigung der Kinder zum Alltag gehörte. Die von Ihnen beschriebenen „Erziehungsmaßnahmen“ grenzen an Kindesmißhandlung. Nun weiß ich nicht wie alt Ihr Sohn ist und auch die näheren Umstände warum Sie solche Schwierigkeiten mit Ihm haben, aber ich kann Ihnen versichern Sie sind auf dem falschen Weg.Eine Erziehung kann nicht darauf angelegt sein mit körperlicher Gewalt und daraus resultierender Angst zu einer Änderung des Verhaltens führen- was Sie machen ist Sie dressieren Ihren Sohn. Ich würde Ihnen empfehlen ohne hier eine Wertung über die Verhaltensweisen Ihres Sohnes vorzunehmen was dazu geführt hat dass Sie zu diesen harten Maßnahmen gegriffen haben, sich selbst professionelle Hilfe zu suchen um die von Ihnen beschriebenen Aggressionen gegen Ihren Sohn unter Kontrolle zu bekommen.

Häufig ist es auf Grund der emotionalen Verarbeitung von Kränkungen, Verletzungen und Reaktionsweisen der Umwelt ganz unterschiedlich und geschieht bei Männern stets von spontan/ reaktiven Aggressionen begleitet, das heißt mit der Tendenz aggressives Verhalten verbal und körperlich auch auszuleben (diese zu fantasieren) und der Akzeptanz (trotz gesellschaftlicher Missachtung) von aggressiven Verhaltensmustern bei jedoch hoher Neigung seine Meinung (Standpunkte) durchzusetzen, auch in Verbindung mit aggressivem Handeln. Frauen hingegen neigen eher zu aggressiv gehemmten und selbstbezogenen aggressiven Verhaltensmustern. Viele meiner Kollegen in Fachpublikationen beschreiben dies mit den Worten der verdeckten Aggression, wonach Männer eher zu offener Aggression neigen. Männer verarbeiten negative Gefühle meist bzw. häufig mit aggressiven Impulsen und haben oft nicht gelernt Probleme (diverse Gefühle) anders zu verarbeiten. Eine diagnostische Möglichkeit um hier auch noch einmal deutliche Tendenzen festzustellen (Klarheit zu bekommen), bietet ein Testverfahren FAF (Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren) und diesen können Sie z.B. in einer psychologischen Praxis bzw. an psychiatrisch/ psychologischen Ambulanzen durchführen lassen, da diese Verfahren zu den sogenannten Standardverfahren in Deutschland gehört.

Häufig können aggressive Impulse jedoch auch eine psychopathologischen (besser gesagt krankheitswertigen Hintergrund haben), nämlich dann, wenn es sich hier um ein Symptom einer psychischen Erkrankung handelt. Diese eventuellen Störungen reichen von einer dissozialen (antisozialen) Persönlichkeitsstörung bis hin zu eine kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie einer depressiven Störung (hier vornehmlich bei gehemmter Aggression die nicht ausgelebt wird) und Störung der Impulskontrolle. Sie sehen Ihre Aggressionen können verschiedene Hintergründe haben und dies sind nur einige der in Frage kommenden Möglichkeiten, die auf Grundlage der Informationsdaten jedoch eher spekulativ zu sehen sind. In Ihrem Falle würde ich dies vor allem differenzialdiagnostisch (was ist als der wirkliche Hintergrund und ist dieser auch behandlungsbedürftig usw.) in einer psychiatrisch/ psychologischen Ambulanz abklären lassen. Denn wenn man weiß, warum und womit man es wirklich zu tun hat, kann man sein Verhalten (die Gedanken) auch korrigieren bzw. findet geeignete Hilfsmöglichkeiten.

Im Rahmen der Aggressionen die Ihnen scheinbar auch wirkliche Sorgen bereiten und das zu Recht, können auch hormonelle Ursachen eine Rolle spielen. Hierzu wäre. Hier wäre eine eventuelle genaue diagnostische Abklärung in Betracht zu ziehen, die Bestimmung des Hormonstatus bei einem Endokrinologen sehr ratsam, denn oft denken auch gerade Berufskollegen nicht an diese Möglichkeit der Ursachenbeschreibung. Denn gerade Hormonunterfunktionen aber auch Hormonüberfunktionen haben einen direkten (wissenschaftlich nachgewiesenen) Nachweis auf unser psychisches Erleben und Verhalten.

Eine weitere Möglichkeit der Hilfe können Sie durch die Auseinandersetzung in speziellen Selbsthilfegruppen erfahren und damit auch die Erfahrung machen, dass es Ihnen wirklich nicht nur alleine so geht. Diese Gruppen sind häufig therapeutisch geleitet und bieten neben Einzelkonsultationen auch so in Ihrem Falle notwendig Antiaggressionskurs (Konfliktbewältigungskurse) an. Da ich nicht weiß, wo Sie genau her kommen, würde ich Ihnen folgende Internetadresse empfehlen und hier erfahren Sie bestimmt wo eventuell sich eine solche Gruppe in Ihrer Nähe befindet bzw. finden Ansprechpartner zur Kontaktaufnahme die Ihnen bei Ihrem Problem männerspezifisch weiter helfen können. Unter anderem sind dies verschieden Webseiten

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

http://www.shg-gesund-aggressiv.de.vu/

http://www.männerselbsthilfegruppe.de/,

http://www.gewaltberatung-hamburg.org/ usw.

Auf Grund der vielleicht unterschiedlichen Ursachen für Ihr beschriebenes Verhalten bzw. dem Umgang (hier ohne eine Wertung ob richtig oder falsch) wäre es vielleicht einmal zu überdenken, eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen. Dies wäre insofern hilfreich, das Sie aktuelle Probleme in Ihrem individuellen Kontext verstehen lernen (denn die Ursachen können sogar bis in die Kindheit zurückzuführen sein) bzw. besser mit Ihnen umgehen. Es gibt hier zwei wesentlich von den Krankenkassen auch übernommene Therapieverfahren, die je nach konkret gestellter Behandlungsindikation (jedoch auch schon präventiv + vorbeugend eingesetzt werden können), nämlich die verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapie sowie die tiefenpsychologisch/ analytisch orientierte Psychotherapie.

Sie können sich natürlich auch erst ein Mal an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches/ tiefenpsychologisch/analytisches Ausbildungsinstitut + größere Orte in der Nähe z.B. München, Berlin ect.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit (so hier aber alle Personen dazu bereit sind) eine familientherapeutische Intervention ins Auge zu fassen. D.h. alles bisher ungesagte, was auch zum Teil zu den zweiseitigen Missverständnissen (Schuldfrage, dem warum, Weshalb usw.) geführt haben aufzuarbeiten und durch die Hilfe eines Psychologen (der hier auch die Vermittlungsrolle einnimmt und zum Teil eine Mediatorenausbildung hat). Eventuell machen Sie Ihrer Partnerin und Ihrem Sohn dieses Angebot und es können so die negativen Kommunikationsverhältnisse ansatzweise gelöst werden.

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Ihnen weiter helfen und Wünsche Ihnen für die Zukunft viel Kraft, Mut und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank