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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Erziehung
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Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Autorin von 2 Buechern zur Erziehung
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Ich bin schwanger und mit dem Vater des Kindes nicht mehr zusammen.

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin schwanger und mit dem Vater des Kindes nicht mehr zusammen. Habe ich Pflichten in der Schwangerschaft dem Vater gegenüber? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Mutter nach der Entbindung dem Vater gegenüber und in wiefern muss ich diese Rechte und Pflichten auf Ämtern bzw. bei Anwälten schriftlich festlegen?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Das gemeinsame Sorgerecht ist seit ein paar Jahren Thema beim Verfassungsgerecht,d as den Vaetern mehr Rechte geben moechte. Bis jetzt wird es fuer einen Vater ohne Trauschein schwierig, das Sorgerecht zu bekommen. Grundsätzlich hatte die Mutter dann das alleinige Sorgerecht. Zwar konnten die Eltern seit 1998 relativ formlos das gemeinsame Sorgerecht beantragen - aber nur, wenn die Mutter dem zustimmte. Verweigerte sie sich, hatte der Vater keine Möglichkeit, dieses Recht einzuklagen. Im Falle einer Trennung konnte die Mutter dann im schlimmsten Fall dem Vater den Kontakt zu seinem Kind größtenteils verweigern. Denn dem Vater blieb nur das Umgangsrecht.

Dem stimmte das Bundesverfassungsgericht jetzt zu. Es sei zwar nach wie vor verfassungsgemäß, dass zunächst der Kindsmutter die Entscheidung über das alleinige oder gemeinsame Sorgerecht zustehe - nicht aber, dass der Kindsvater diese Entscheidung nicht anfechten könne. Die Begründung der Karlsruher Richter: Der Gesetzgeber setze das Elternrecht des Vaters in unverhältnismäßiger Weise hinter das der Mutter zurück, ohne dass das Kindeswohl dies verlange.

Studien hätten gezeigt, dass nur knapp die Hälfte der unverheirateten Eltern das gemeinsame Sorgerecht beantragten. Und: längst nicht alle Mütter wollten den Vater von der Kindererziehung ausschließen, weil er etwa gewalttätig sei oder das Kind vernachlässige - es gäbe durchaus Frauen, die ganz bewusst das Sorgerecht für das gemeinsame Kind nicht teilen wollten.

Will ein Vater nachträglich das alleinige Sorgerecht anstelle der Mutter beantragen, so werden ihm jedoch nach dem Willen der Richter auch künftig nach hohe Hürden aufgestellt. Denn eine solche Konkurrenz zwischen den Eltern beeinträchtige wiederum das Elternrecht der Mutter. Deshalb soll es auch künftig nur dann möglich sein, wenn das Kindeswohl ganz eindeutig gefährdet wäre, wenn es bei seiner - beispielsweise alkoholkranken - Mutter bliebe.

 

 

Wer hat das Sorgerecht bei unverheirateten Eltern? Zunächst hat das Sorgerecht nur die Mutter des Kindes. Vater und Mutter können das Sorgerecht jetzt auch gemeinsam ausüben, wenn sie eine sogenannte Sorgeerklärung abgeben oder einander heiraten. Während man letzteres auch ohne juristischen Rat kann, ist das im Falle der Sorgeerklärung anders: Wann kann man so eine Erklärung abgeben? Eine solche Erklärung kann man schon v o r der Geburt des Kindes abgeben. Sie ist aber unwirksam, wenn bereits eine gerichtliche Entscheidung hierzu vorliegt. Und wie/wo mach ich das? Eine solche Erklärung muß beurkundet werden; dazu sucht man einen Notar auf oder das Jugendamt. Die Erklärung können die Eltern nur selbst abgeben. Achtung: Ist ein Elternteil noch minderjährig ist eine Zustimmung des gesetzlichen Vertreters notwendig, die ebenfalls beurkundet werden muß. Geht das auch auf Probe? Oder verknüpft an eine Bedingung? Nein, eine Sorgeerklärung unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung ist unwirksam!

 

 

 

Wer hat das Sorgerecht bei Trennung unverheirateter Eltern ohne gemeinsames Sorgerecht? Leben die Eltern nicht nur vorübergehend getrennt und stand die elterliche Sorge alleine der Mutter zu, so kann der Vater mit der Zustimmung der Mutter beantragen, daß ihm das Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge allein überträgt. Dem Antrag ist stattzugeben, wenn die Übertragung dem Wohl des Kindes dient. Soweit eine Sorgerechtsübertragung stattgefunden hat, kann das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils mit Zustimmung des anderen Elternteils entscheiden, daß die elterliche Sorge den Eltern gemeinsam zusteht, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

Und was ist das Umgangsrecht? Das Kind – ob ehelich oder nichtehelich - hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt. Das Umgangsrecht ist nicht identisch mit dem Sorgerecht. Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert.

Das Familiengericht kann über den Umfang des Um­gangsrechts entscheiden und seine Ausübung näher regeln; eine Einschränkung oder ein Ausschluß sind nur bei Gefährdung der seelischen oder körperlichen Entwicklung zulässig. Es kann die Beteiligten durch Anordnung zur Erfüllung ihrer Pflicht, nämlich das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil nicht zu beeinträchtigen oder die Erziehung zu er­schweren, anhalten. Das Familiengericht kann das Umgangsrecht also einschränken und ausschlie­ßen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

Die Entscheidung, das Umgangsrecht oder die Ausübung desselben für längere Zeit oder auf Dauer einzuschränken oder gar auszuschließen, kann nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet ist. Das Familiengericht kann auch anordnen, daß der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein „mitwirkungsberechtigter“ Dritter anwesend ist. Aber auch Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn das dem Wohl des Kindes dient; auch Ehegatten oder frühere Ehegatten eines Elternteils, die mit einem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder Personen, bei denen das Kind längere Zeit in Familienpflege war.

 

Übrigens: Egal, ob verheiratet oder nicht - schon kleine Kinder ab fünf Jahren werden in jedem Fall bei einer Trennung befragt, bei welchem Elternteil sie leben möchten. Ab 14 Jahren können sie dies mitentscheiden.

 



Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.



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