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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Erziehung
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Autorin von 2 Buechern zur Erziehung
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Hallo! Ich habe einen 4 jährigen Sohn, bei dem ich gerade an

Beantwortete Frage:

Hallo! Ich habe einen 4 jährigen Sohn, bei dem ich gerade an meine Grenzen stoße. Er ist momentan in einer Phase, in der ich zeitweise absolut nicht weiß, wie ich mich am besten und richtig ihm gegenüber verhalte. Der Text würde zu lange dauern, würde ich alles im Einzelnen aufzählen. Grundsätzlich möchte ich sagen, daß ich momentan so gut wie gar nicht an ihn ran bzw. mit meinen Worten bei ihm ankomme. Ständig hagelt es nur Widerworte seinerseits oder aber er versucht mich mit meinen eigenen Worten zu schlagen ... also wenn ich zu ihm z.Bsp. "Geh jetzt bitte ins Bett, ich möchte dich nicht mehr hier sehen und hören." steht er noch 5min im Raum, fordert immernoch irgend etwas (meistens Essen, obwohl satt vom Abendbrot!) bis er letzten Endes aufgibt und auch mit den Worten "Ich gehe jetzt Mama und ich will dich nicht mehr sehen und auch nicht mehr hören!". Die Situationen sind schwer in Schrift auszudrücken, aber vielleicht konnte ich mich etwas verständlich machen. Meine Frage nun: Wie reagiere ich auf mein Kind, wenn er permanent meine Forderungen mit einem "NEIN" abschmettert und mich mit meinen eigenen Waffen schlägt? Habe schon so viel probiert, bis jetzt half am Besten Ignoranz, gar nicht reagieren. Dabei fühle ich mich aber irgendwie nicht wirklich gut. Was schlagen Sie vor? Anmerken möchte ich noch, daß ich mich im August letzten Jahres von meinem Mann getrennt habe und mein Sohn jetzt wöchentlich zwischen seinem Papa und mir wechselt, woran er sich aber unserer Ansicht nach schon sehr gut gewöhnt hat. Aber vielleicht ist es ja wichtig für die Erklärung seines Verhaltens. Ich komme einfach nicht mehr an gegen den kleinen Mann. Hinzufügen möchte ich noch, dass sich dieses Verhalten immer nur phasenweise zeigt! Er kann auch ein sehr liebes Kind sein. Es wird im allgemeinen ja immerwieder von diesen "Kindsphasen" gesprochen, aber auch wenn diese normal sind, möchte ich in solch einer RICHTIG reagieren! Vielleicht wird ja dann die nächste nicht mehr ganz so schlimm. ;o)
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Erziehung
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie moechten Ihrem Sohn eine gute Mutter sein und fragen sich, wie Sie am besten auf sein Verhalten reagieren.

Das Verhalten Ihres Sohnes kann viele Ursachen haben und die Trennung der Eltern und das woechentliche Pendeln haben wahrscheinlich einen Einfluss darauf, darum ist es wichtig, dass Ihr Sohn weiss, dass er geliebt ist, egal wie er sich verhaelt. Wenn er das weiss, dann ist es wichtig, ihm Grenzen zu setzen, diese aufrecht zu erhalten, wenn er sie testet und sich so wenig wie moeglich auf Machtkaempfe einzulassen. Kinder finden es spannend, wenn die Eltern "reagieren" - der Gedanke XXXXX XXXXX so etwas wie: "Ha, jetzt habe ich meine Eltern dazu gebracht, laut zu schreien. Ich bin stark. Ich kann meine Eltern dazu bringen, laut zu schreien. Ich habe Macht." Aber natuerlich ist mit so viel Macht auch sehr viel Angst verbunden. Denn eigentlich will Ihr Sohn ja wissen, dass seine Eltern fuer ihn sorgen und seine Sorgen mit ihm tragen und dass er nicht wirklich fuer alles in seinem Leben verantwortlich ist - das ist alles viel zu gross und unuebersichtlich.




Das Zusammenleben braucht einen Rahmen und Regeln. Wenn Sie diese Regeln aufgestellt haben. Dann halten Sie sie ein. Meist sind 3-5 wichtige Regeln betreffend Bettzeiten, Umgang miteinander und Essen wahrscheinlich genug (Was ist Ihnen wirklich wichtig fuer Ihren Sohn? Was koennen Sie im Moment hintanstellen?)


Wenn die Regeln aufgestellt sind, dann wird danach gelebt. Regelverstöße lassen Sie nicht zu. Dies brauchen Sie nun nicht mehr lange zu begründen, das ist ja schon grundsätzlich geschehen. Ihr Kind weiß noch gut, was Sie vereinbart haben. Lassen Sie sich durch ungehöriges Verhalten nicht in Diskussionen verstricken; Ihr Kind macht sonst einen Sport daraus. Hier genügen kurze deutliche Reaktionen, nach denen Sie sich dann konsequent abwenden:

"So nicht! / Du weißt, was wir abgemacht haben! / Schreien ist kein Argument!"

Erwarten Sie von Ihrem Kind, dass es seine Anliegen begründet. Solange es tobt und schreit, verweigern Sie sich als Gesprächspartner; wenden Sie sich ab:

"Solange du so tobst, werde ich dir nicht zuhören; ich bin gerne bereit, über die Sache in Ruhe zu reden; sobald du auch bereit dazu bist, sag Bescheid."

Ihre Reaktion des Ignorierens ist eine sehr gute Strategie. Auch auf die Kommentare Ihres Sohnes brauchen Sie nicht zu reagieren. Allerdings ist es wahrscheinlich einfacher, ihn ins Bett zu schicken "weil das die Regel ist" als "weil ich dich nicht mehr sehen will".

 

Auf der anderen Seite geben Sie Ihrem Sohn so viele Wahlmoeglichkeiten wie Sie nur koennen: Willst du das rote oder das gruene T-shirt anziehen? Willst du Apfelsaft oder Orangensaft? Willst du dich erst anziehen und dann fruehstuecken oder erst fruehstuecken und dich dann anziehen? usw....

 

Damit bekommt Ihr Sohn das Gefuehl, dass er Mitspracherecht hat, dass er "Macht" hat. Wenn er sagt, "Ich will das blaue T-shirt" antworten Sie ganz ruhig: "Zur Wahl stehen das rote und das gruene. Welches moechtest du?" Wenn das zu Geschrei fuehrt, dann ignorieren Sie ihn (siehe oben) bis er sich zwischen den angebotenen Optionen entscheiden kann.

 

Ausserdem ist es vielleicht hilfreich, wenn Sie sich mit anderen Eltern austauschen, die aehnliche Probleme haben. Dazu finden Sie Resourcen:

 

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

 

www.selbsthilfenetz.de/,


www.eltern.de/,

http://www.imedo.de/

 

Hier noch etwas zur Trennungsangst, mit der Ihr Sohn vielleicht durch die Trennung der Eltern zu tun hat. Oft ist die Suche nach Macht und Kontrolle eine Antwort auf Angst. Versuchen Sie vielleicht in ruhigen Momenten mit Ihrem Sohn ueber seine Aengste zu sprechen. Wenn er die anders ausdruecken kann, dann braucht er vielleicht gar nicht mehr soviel "Macht" im taeglichen Leben.

 

www.angstportal.de/Trennungsangst.de

 

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort trotz ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Wie reagiere ich, wenn ich einmal eine Ausnahmeregelung getroffen habe? Einmal habe ich ihn noch mit Fern schauen lassen abends als er nicht schlafen konnte (ich muss dazu anmerken, daß mein Kind leider wie ich ein Vollmondkind ist,heißt, bei Vollmond sehr sehr schwer einschläft und auch schwer durchschläft). Es lief ein Kinderfilm im Abendprogramm ("Nemo"). Am nächsten Abend dachte er natürlich, er könne wieder den Platz auf der Couch mit einnehmen. Sind solche Ausnahmeregelungen generell nich zu empfehlen oder wie verhalte ich mich halt richtig meinem Sohn gegenüber, daß er versteht, daß es sich hierbei wirklich um eine Ausnahme handelte?

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
es gibt immer Ausnahmen im Leben, auch Kinder verstehen das. Es ist sehr wichtig, dass es so wenige Ausnahmen wie moeglich gibt, v.a. wenn man neue Regeln aufstellt und einuebt, und wahrscheinlich sollten Sie auch am Anfang nach der Einfuehrung von neuen Regeln (wenn moeglich), keine Ausnahmen machen. Wir brauchen als Menschen in der Regel 4 Wochen bis wir eine neue Gewohnheit eingeuebt haben, in dieser Zeit sollte man Ausnahmen vermeiden. Wenn es Ausnahmen gibt, sollten diese ganz klar als Ausnahmen benannt werden (Heute ist eine Ausnahme, morgen gilt wieder die Regel).

Da Sie wissen, dass Ihr Sohn bei Vollmond Einschlafschwierigkeiten hat, waere es vielleicht zusaetzlich sinnvoll, dass Sie vorher ueberlegen, was er dann in seinem Zimmer machen kann. Vielleicht kann er fuer diese Naechte eine besondere Kiste mit Dingen haben, mit denen er sich in seinem Bett leise beschaeftigen kann - also nicht im Wohnzimmer fernsehen.

Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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