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ragrass
ragrass, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 12336
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ragrass ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, folgender Fall ist

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,folgender Fall ist eingetreten: Meine Frau starb, nach fünfjähriger Pflege, am 30.01.2020 an einem Gehirntumor. Ich, sowie meine fünf erwachsene Töchter dachten nicht daran innerhalb von 6 Wochen das Erbe auszuschlagen. Es bestehen, auf den Namen meiner verstorbenen Frau, aus einer früheren selbständigen Tätigkeit, Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 60.000 Euro die wir nun geerbt haben. Ich muss dazu sagen, das meine Töchter von den Verbindlichkeiten meiner verstorben Frau nichts gewusst haben. Bekanntgegeben habe ich dies erst am 21.10.2021. Allerdings von meinen Verbindlichkeiten waren sie informiert.Ich selbst habe, auch aus einer früheren selbständigen Tätigkeit, ca. 98.000 Euro Verbindlichkeiten.
Nun tritt folgender Fall ein. Ich wurde im August diesen Jahres wiedermal zur eidestattlichen Versicherung vorgeladen. Es ging um einen Vollstreckungsauftrag in Höhe von ca 2.000 Euro incl. Zinsen von zwei Zeitungsinserate in Österreich aus dem Jahre 1988 die auf meinen Namen liefen. Da ich wahrheitsgemäß auch angegeben habe das meine Frau verstorben ist, meldete sich der österreichische Anwalt bei meinen fünf Töchtern und fordert nun diese 2.000 Euro, zu gleichen Teilen von je 400,00 Euro ein.Er beruft sich auf§§ 1967
Erbenhaftung, Nachlassverbindlichkeiten
(1) Der Erbe haftet für die Nachlassverbindlichkeiten.
(2) Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören außer den vom Erblasser herrührenden Schulden die den Erben als solchen treffenden Verbindlichkeiten, insbesondere die Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen.und§ 1922
Gesamtrechtsnachfolge
(1) Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.
(2) Auf den Anteil eines Miterben (Erbteil) finden die sich auf die Erbschaft beziehenden Vorschriften Anwendung.Meine Fragen:1. Kann der gegnerische Anwalt den vollen Betrag in Höhe von 2.000 Euro von meinen Töchtern verlangen ? Ich lebe noch und die Vollstreckungstitel lauten auf meinen Namen und meine verstorbene Frau ist nirgenswo aufgeführt, hat auch keinen Vollstreckungstitel und hatte nie mit den Inseratsaufträgen was zu tun gehabt!2. Sollte ich mit meiner Annahme falsch liegen, was ich nicht verstehen kann, und meine Töchter doch den Schuldbetrag bezahlen müssen, der ja auf meinen Namen läuft und wir aber, im Sinne des Gesetzes eine Erbengemeinschaft sind, ist es dann nicht so das50% mir, und jeweils 10% zu gleichen Teilen meinen fünf Töchtern zugeschrieben werden ?
In Zahlen: ca 1.000 Euro ich und jeweils 200,00 Euro meine fünf Töchter. Warum sollen aber meine Töchter meinen Anteil von 1.000 Euro auch noch bezahlen ??3. Da meine Töchter durch diesen Fall jetzt erst von den Verbindlichkeiten meiner verstorbenen Frau erfahren haben, meine ich im Internet gelesen zu haben, das es im Erbrecht eine Möglichkeit gäbe nachträglich ( § 32 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. (1) War jemand ohne Verschulden verhindert, eine gesetzliche Frist einzuhalten, so ist ihm auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren) das Erbe innerhalb von 6 Wochen abzulehnen. Stimmt das ???4. Wie ich im Internet erfahren habe, kann ich/wir, als Erbengemeinschaft, innerhalb von 2 Jahren (bis 30.01.2022) eine Nachlassinsolvenz beantragen. Wären dann meine Töchter und ich von dem Erbe der Verbindlichkeiten (60.000 EUR) meiner Frau befreit, und würde die Vollstreckungssache aus Österreich, die ja auf meinen Namen läuft, auch zu den Verbindlichkeiten meiner verstorbenen Frau zugerechnet werden ??Ich fasse zusammen: Die Vollstreckungstitel lauten auf meinen Namen. Ich habe dafür die eidesstattliche Versicherung abgelegt. Hätte meine verstorbene Frau für diese Angelegenheit eine eidesstattliche Versicherung abgelegt wäre der Fall klar. Aber, wie oben beschrieben, laufen alle Titel auf meinen Namen und somit hat meine verstorbene Frau, meines Erachtens, nichts damit zu tun.Ich würde mich glücklich schätzen eine Antwort zu erhalten.Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nutzung von Justanswer.

Bzgl. der Verbindlichkeiten Ihrer Frau, die im Wege der Gesamtrechtsnachfolge und Erbenhaftung auf alle Erben übergegangen sind, haften Sie und die Töchter gesamtschuldnerisch. Dies bedeutet, dass alle Forderungen gegen die Frau gleichermaßen gegen Sie und die Töchter geltend gemacht werden können.

Des gilt zu Ihren Lebezeiten natürlich nicht für IHRE Verbindlichkeiten, wenn diese sich ausschließlich gegen Sie richten.

Bitte fragen Sie bei Unklarheiten nach. Anderenfalls geben Sie bitte eine Bewertung (3-5 Sterne) ab. Vielen Dank !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Guten Morgen. Vielen Dank für ihre Antwort. Ich habe noch eine Frage: Wenn ich Sie richtig verstanden habe, kann der österreichische Anwalt den Betrag von 2.000 EUR NICHT von meinen Töchtern verlangen, weil die Vollstreckungsbescheide auf meinen Namen laufen und ich ja noch lebe. Ist das richtig?Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn es keine "identischen" Vollstreckungsbescheide gegen die Frau gibt, deren Erben die Töchter sind, dann nicht.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

ragrass und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Guten Morgen. Vielen Dank für ihre Antwort. Ich habe noch eine letzte Frage: Sollen meine Töchter sofort Widerspruch gegen diese Forderung einlegen oder auf sich beruhen lassen ? Der Anwalt gab ihnen bis zum 15.11.2021 Zeit. Ein Ja oder Nein reicht mir schon.Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Sehr geehrte Frau Grass, da meine Töchter durch diesen Fall jetzt erst von den Verbindlichkeiten meiner verstorbenen Frau erfahren haben, wäre es nicht ratsam eine Nachlassinsolvenz zu beantragen ?Mit freundlichen Grüßen