So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an ra-huettemann.
ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 37876
Erfahrung:  Rechtsanwalt
42903605
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
ra-huettemann ist jetzt online.

Ein Erbstreit zwischen Bruder und Schwester endet mit einer

Diese Antwort wurde bewertet:

Ein Erbstreit zwischen Bruder und Schwester endet mit einer gerichtlichen Entscheidung. Die Entscheidung ist vollzogen. Die geistig behinderte Schwester war Alleinerbin, der Pflichtteil wurde dem Bruder in bar ausgezahlt. Die Geschwister bleiben sich feindlich gesinnt. Der Bruder hat die gemeinsame Mutter in ihren letzten beiden Lebensjahren über eine Generalvollmacht betreut und dabei Dokumente über vorhandene Immobilien, die jetzt im Besitz der Schwester sind, sowie das Familienbuch der Schwester in Obhut gehabt. Rein juristisch gesehen hätte er diese Dokumente im Zuge des Erbfalles übergeben müssen. Könnte die Schwester ihren Bruder irgendwie belangen, wenn er diese Dokumente, die bisher nicht angefordert wurden, freiwillig seiner Schwester drei Jahre nach dem Tod der Mutter übergibt?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Nein, der (pflichtteilsberechtigte) Bruder ist keinen rechtlichen Risiken ausgesetzt.

Da - wie Sie richtiger Weise anmerken - die benannten Unterlagen und Dokumente gemäß § 1922 BGB kraft Gesetzes der Alleinerbin zugefallen sind, kann diese auch die Herausgabe an sich beanspruchen.

Der Bruder sähe sich aber nur dann dem Vorwurf einer nach § 246 StGB strafbaren Erbunterschlagung gegenüber, wenn er auf konkrete Aufforderung der Schwester die Gegenstände nicht herausgeben sollte.

Da eine solche Aufforderung bislang nicht an den Bruder herangetragen worden ist, ist für eine solche Strafbarkeit auch kein Raum.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Im Nachhinein fällt mir ein, dass eine Aufforderung mit der Formulierung sämtliche Unterlagen sind herauszugeben ergangen ist. Wäre das dann ein Grund seitens der Schwester auf Unterschlagung zu plädieren? Auf Grund ihrer Behinderung war die Schwester auch nicht in der Lage ihre Forderung zu präzisieren.

Eine Unterschlagung ist nur dann anzunehmen, wenn der Täter nach außen hin unmissverständlich deutlich macht, zur Herausgabe der im Einzelnen benannten Gegenstände nicht willens und bereit zu sein.

Ist nun die Herausgabeforderung nicht klar und exakt genug formuliert worden, so fehlt es hinsichtlich der Dokumente bereits an einem entsprechenden Unterschlagungsvorsatz seitens des Bruders.

Der Bruder hat sich also auch unter den ergänzend genannten Umständen nicht strafbar gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt