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ragrass
ragrass, Sonstiges
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 9212
Erfahrung:  langjährige Erfahrung als Rechtsanwältin
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ragrass ist jetzt online.

Guten Tag! Vor ein paar Monaten ist meine Mutter verstorben

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag!
Vor ein paar Monaten ist meine Mutter verstorben und hat mir und einem Bruder ein Haus vererbt. Im Testament aus 2006 steht u. a.: „Mein ältester Sohn ( also ich ) bekommt 30% vom Haus und mein jüngster Sohn bekommt etwas mehr, weil er mir die ganzen Jahre geholfen hat. “Im Testament wird für das Haus kein Schätzwert angegeben. und ich gehe davon aus,
dass meine Mutter auch über keine realistischen Schätzwerte verfügte. Laut Aussage
zweier Immobilien-Makler hat das Haus aktuell einen Marktwert von weit über 250.000,- EUR.Bei einem Verhältnis von 70% zu 30% würde mein Bruder 175.000,- EUR und ich lediglich
75.000,- EUR erben. Das mein Bruder ein um rund 100.000,- EUR größeres Erbe erhält war sicherlich nicht im Sinne meiner Mutter und steht im Wiederspruch zu ihrer Aussage „ Mein jüngster Sohn bekommt etwas mehr … “. Sicherlich hatte meine Mutter hier einen angemesseneren Betrag vor Augen um sich für die angeblich größere Hilfestellung meines Bruder zu bedanken.Im Testament meiner Mutter steht als letzter Satz: „Ich hoffe, dass alles friedlich geregelt wird“
Da ist es sicherlich keine gute Basis für ein harmonisches Familienleben, wenn ein Familienmitglied
aus nicht nachvollziehbaren Gründen rund 100.000,- EUR mehr erben soll.Bis zur Erstellung ihres Testaments, und auch Jahre darüber hinaus, hatte meine Mutter keine größeren gesundheitlichen Probleme und hat Angelegenheiten des täglichen Lebens weitestgehend selbständig erledigt. Bei Bedarf wurden verschiedene Besorgungen auch von den direkten Hausnachbarn übernommen. Meine Mutter war Witwe, hat ihre zwei Kinder großgezogen und war nie berufstätig.Die von mir und meinem Bruder erbrachten Hilfestellungen waren m. E. absolut vergleichbar.
Auf jeden Fall gibt es keine herausragenden Beispiele dafür, dass mein Bruder gegenüber meiner Mutter eine größere Hilfestellung erbracht hätte. Dies wäre ihm auch nur schwer möglich gewesen, da er seit Mitte der 90er Jahre bis Ende 2018 einen Zweitwohnsitz in Süddeutschland hatte
und somit grundsätzlich nur am Wochenende zu Hause sein konnte.Tatsächlich habe ich mich mehr um handwerkliches, wie Reparaturen an der Heizungsanlage, den Fenster-Jalousien und Steuerung des Garagentors gekümmert, während mein Bruder mehr die finanziellen Angelegenheiten meiner Mutter geregelt hat.Ich denke es ist offensichtlich, dass meine Mutter die Bedeutung ihrer Willenserkärung im Testament aus 2006 nicht erkannt hat.Wie sehen Sie die Sache?
Gruß und vielen Dank vorab.
JA: Was ist Ihre Nationalität?
Customer: Deutsch
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: nein

Sehr geehrter Fragesteller,

welche genauen Fragen haben Sie denn zu dem geschilderten Sachverhalt ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Würden Sie mir zustimmen, dass sich meine Mutter über die Bedeutung ihrer Willenserkärung nicht im Klaren war ? Wie würden Sie meine Chancen bei einem Rechtsstreit einschätzen?

Sehr geehrter Fragesteller,

danke, ***** ***** Justanswer genutzt haben und den Nachtrag.

Aus rechtlicher Sicht halte ich die Willensäußerung Ihrer Mutter für absolut klar. Sie hat eindeutig die prozentuale Verteilung 70 : 30 vorgenommen. Auch wenn Ihre Mutter dabei keine Zahlen vor Augen hatte, bringt sich damit klar zum Ausdruck, dass sie ein Kind mit dem größeren Anteil am Erbe bedenkt.

Leider werden Sie dieses Verhältnis akzeptieren müssen. Eine Testamentsanfechtung, z.B. wegen Irrtums des Erblassers, ist äußerst schwierig durchsetzbar und - wie ausgeführt - kann aus juristischer Sicht bei der Formulierung kein Anhaltspunkt für einen Irrtum erkannt werden. Ich bedaure !

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick über die Rechtslage und die Möglichkeiten gegeben zu haben und darf Sie, sofern keine Fragen mehr bestehen, bitten, die Antwort zu bewerten. vielen Dank !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Sehr geehrter Fragesteller,

kann ich Ihnen noch weiterhelfen ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Meine Mutter begründet das größere Erbe mit der größeren Hilfestellung,
die aber nicht nachgewiesen werden kann, da sie nicht stattgefunden hat.
Meine Mutter ging davon aus, dass ihr Haus rund 80.000,- EUR wert ist.
Ein vergleichbares Nachbarhaus wurde mal zu diesem Preis verkauft.
( den Rest wohl in Schwarzgeld … ) Tatsächlich liegt der echte Wert zwischen 250.000,- und 300.000,- EUR.Frage: Wird von einem Gericht nicht hinterfragt, aus welchem Grund bei einer „normalen„ Familie ohne nachvollziehbaren Grund der eine Sohn einen absoluten Mehrbetrag von rund 100.000,- EUR bekommen soll.

Sehr geehrter Fragesteller,

nein !

Vor dem gericht gilt nur: war der Erblasser testiuerfähig? Hat er sich geirrt in seiner "Darlegung" ? Die Motivation, also warum er etwas tut oder eben nicht, wird nicht hinterfragt. Der Wille des Erblassers gilt, sofern er wirksam und freui von Irrtum. Beides müsste ein Anfechtender, also Sie, beweisen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte fragen Sie nach, wenn noch etwas unklar oder offen geblieben. Anderenfalls bewerten Sie nun bitte.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

ragrass und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.