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ragrass
ragrass, Sonstiges
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 8985
Erfahrung:  langjährige Erfahrung als Rechtsanwältin
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ragrass ist jetzt online.

Ich habe bzw.hatte zwei Tanten, welche beide mittlerweile

Diese Antwort wurde bewertet:

ich habe bzw.hatte zwei Tanten, welche beide mittlerweile verstorben sind. Meine 'erste' Tante ist 2017 verstorben, und meine 'zweite Tante' ist im Februar diesen Jahres verstorben. Beide hatten ein offizielles Testament aufgesetzt (notariell beglaubigt), in welchem sie sich gegenseitig beerben (als Vorerben). Meine Mutter und ich waren allerdings in beiden Testamenten beider Tanten als offizielle Nacherben aufgeführt. - Es sind uns jetzt allerdings noch ein paar Punkte unklar; die Nachlassgerichte sind generell momentan überlastet (auch u.a. wegen der 'Corona Krise'), weshalb wir dort leider aktuell keine Auskunft erhalten können.

Eine Frage wäre z.B.: sind meine Mutter und ich jetzt automatisch schon Erben von meiner 'ersten Tante', die in 2017 verstorben ist? (da wir ja lt. Testament die Nacherben sind) Oder müssen wir hier erst die offizielle Testamentseröffnung abwarten bzgl. meiner vor Kurzem verstorbenen Tante? - Beide Testamente hängen ja grundsätzlich zusammen. - Gibt es etwas, was wir hier aktuell schon selber tun können? Oder müssen wir einfach weiterhin abwarten, bis wir von dem zuständigen Nachlassgericht benachrichtigt werden? (beide Tanten hatten unterschiedliche Wohnorte; also sind auch jeweils unterschiedliche Nachlassgerichte zuständig) - es gibt ja auch gesetzliche Fristen, die man generell einhalten muss, wenn es z.B. um das Ausschlagen des Erbes geht.

Auch aus diesem Grund sind wir momentan ein wenig besorgt, da wir keine Frist verpassen möchten; da z.B. das Ausschlagen des Erbes auch evtl. bei uns eine Rolle spielt, da entweder meine Mutter oder ich auf das Erbe verzichten möchten. - Müssen wir uns diesbezüglich schon Sorgen machen, dass wir hier evtl. schon 'unbewusst' eine Frist verpasst haben? Vielen Dank ***** ***** für die Klärung dieser offenen Fragen. MfG,***

Sehr geehrter Fragesteller,

könnten Sie dasTestament zur Verfügung stellen (gern per Mail an***@******.***) ? Denn nach Ihren Schilderungen sind Sie kein Nacherbe im juristischen Sinne.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Sehr geehrte Fragestellerin,

danke, ***** ***** Justanswer genutzt haben und den Nachtrag.

Gern beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1) Sind meine Mutter und ich jetzt automatisch schon Erben von meiner 'ersten Tante', die in 2017 verstorben ist? Ja. Sie sind nach dem überlassenen Testament Nacherben. Mit Ableben der Vorerbin treten automatisch die Nacherben die Erbschaft an.

2) Oder müssen wir hier erst die offizielle Testamentseröffnung abwarten bzgl. meiner vor Kurzem verstorbenen Tante?

Für die Erbenstellung an sich ist dies nicht notwendig, allerdings muss ggf. als Nachweis für das Versterben der 2. Tante auf die Testamentseröffnung gewartet werden.

Bzgl. der Ausschlagung haben Sie recht. Hier gilt die Frist von 6 Monaten ab dem Zeitpunkt der Kenntnis des Todes und der Erbenstellung. Wenn Sie vom ersten Testament wussten und nun Ihnen bekannt ist, dass die 2 Tante verstorben ist, dann würde mit Kenntnis vom Tod der 2. Tante die Ausschlagungsfrist zu laufen beginnen.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick über die Rechtslage und die Möglichkeiten gegeben zu haben und darf Sie, sofern keine Fragen mehr bestehen, bitten, die Antwort zu bewerten. vielen Dank !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Guten Morgen, ich habe Ihnen soeben, wie gewünscht, das Testament meiner 2017 verstorbenen Tante per Email übersandt. -Ich muss zugeben, dass ich jetzt ein wenig überrascht bin, dass meine Mutter und ich im juristischen Sinn nicht als Nacherben gelten, obwohl das so im Testament vermerkt ist? - Das müsste man uns dann doch sicher noch näher erklären. Danke ***** *****

Sehr geehrte Fragestellerin,

nein, Sie haben mich missverstanden ! Ich hatte um Überlassung der Testamente gebeten, um zu klären, ob hier im juristischen Sinne eine Nacherbeschaft vorliegt. Dies deshalb, weil manche Menschen Nacherben mit Schlusserben verwechseln.

Nach Überlassung des Testamentes ist klar, dass bei Ihnen eine juritische Nacherbschaft vorliegt ! ich bitte das Missverständnis zu entschuldigen !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
vielen Dank für Ihre Antworten. Das ist dann soweit klar. Nur bzgl. meiner im Februar verstorbenen Tante: hier gab es ja noch keine offizielle Testamentseröffnung, also offiziell wissen wir ja auch noch nicht, ob wir tatsächlich die Erben sind. - wie zählt hier dann die Frist von 6 Monaten bzgl. Ausschlagung u. Antreten des Erbes? - es wäre im Grunde natürlich einfacher für uns, wenn man das Antreten des Erbes bzw. Ausschlagen des Erbes beider Tanten 'in einem Akt' macht, und nicht jedes Erbe separat. - Ich hoffe, ich habe das jetzt eingermaßen verständlich ausgedrückt...
Nochmals vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

die Ausschlagungsfristbeträgt 6 Wochen (Entschuldigung ich sehe gerade, dass ich mich hier verschrieben habe, ist mir sehr unangenehm!) § 1944 BGB. Die 6 Monatsfrist gibt es auch, aber nur, wenn der Erbe im Ausland lebt.

 

Also nochmals zur Absicherung: 6 WOCHEN ab Kenntnis des Todes und der Erbenstellung. Wenn diese 6 Wochen ohne Ausschlagung verstreichen, dann gilt das Erbe automatisch als angenommen.

 

Ihre Erbenstellung ergibt sich ja auch dem Testament der 1. Tante, welches im November 2017 eröffnet wurde. Auf das Testament der 2. Tante kommt es damit nicht mehr an, denn Sie wissen ja, dass mit dem Tod der 2.Tante = Vorerbin die Nacherbschaft Ihnen zufällt.

 

Zusammengefasst: Wenn Sie das erbe antreten möchten, müssen Sie im grunde genommen nichts machen. Wollen Sie ausschlagen muss dies binnen 6 Wochen ab der kenntnis vom Tod erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
ich beziehe mich auf die Erbschaft der 'zweiten Tante', die kürzlich verstorben ist. Wahrscheinlich sind meine Mutter und ich hier auch die Nacherben. Diese Tante hatte ja auch eignenen Besitz,den sie nicht von meiner 'ersten Tante' geerbt hat. Also das sind ja im Grunde zwei unterschiedliche Erbschaften. Rein theoretisch kann meine kürzlich verstorbene Tante ja auch letztlich einen anderen Erben eingesetzt haben, und nicht uns. - also wir wissen ja im Grunde nur, dass wir die Nacherben meiner 2017 verstorbenen Tante sind, aber nicht, ob wir auch die Nacherben meiner jetzt verstorbenen Tante sind... - wie sieht es dann hier aus mit der 6-wöchigen Frist? Ab wann zählt diese?

Sehr geehrter Fragesteller,

darauf kommt es nicht mehr an, weil die Nacherbschaft der 2. Tante doch durch das Vorversterben der 1. nicht mehr zum Tragen kommt.

Wenn die 2. Tante Sie zum Erben des eigenen (nicht des vermögens der 1. Tante) gemacht hat, müssen Sie natürlich die Eröffnung des Testamentes abwarten. Insofern ist Ihnen aktuell die Erbenstellung noch nicht bekannt. Dies gilt aber NUR für das Testament der 2. Tante, die Sie ggf. zu ERBEN gemacht hat.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Sehr geehrter Fragesteller,

nachdem ich eine Vielzahl Ihrer Fragen umfangreich beantwortet habe, darf ich Sie nochmals bitten, hierfür eine Bewertung vorzunehmen. Danke !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
vielen Dank. Wie ich jetzt erfahren habe, ist wohl die 6-wöchige Frist leider schon abgelaufen, da der Todestag meiner Tante der 9.2.2020 war. Dies ist nun ärgerlich, da wir bislang auf eine Benachrichtigung des (Nachlass)gerichts gewartet haben und es leider nichts kam, und wir leider auch niemanden erreichen konnten bei den Gerichten. - gibt es hier denn keine weiteren Möglichkeiten bzw. Ausnahmeregelungen? (wir haben ja alles probiert, um rechtzeitig alles klären zu können mit den jeweiligen Gerichten - man ließ uns ja mehr oder weniger im Regen stehen) - das ist leider nicht sehr erfreulich für uns.
Noch eine andere Frage: ich nehme an, dass unter Nachlassenschaft der ersten Tante alles dazuzählt, was sie auch ursprünglich besessen hat? (also auch Wertpapiere, Aktien, Bargeld etc.)
Nochmals vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre weitergehenden Fragen und stelle Ihnen hierfür ein Angebot ein.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

ragrass und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne nehme ich zu den weiterführenden Fragen Stellung:

 

1) Die Ausschlagungsfrist bzgl. Erbe 2. Tante ist ggf. noch nicht abgelaufen. Dies dann, wenn Sie nicht WISSEN bzw. WUSSTEN, dass Sie zum Erben berufen wurden. Diese unmissverständliche Kenntnis kann eigentlich erst mit Testamentseröffnung entstehen.

 

2) Da die Frist zur Ausschlagung durch bloßes Nichthandeln ggf. verstrichen ist, könnten Sie ggf. die Anfechtung der Annahme erklären. Als Grund käme hier eine Überschuldung des Nachlass in Betracht.

 

3) Zum Nachlass der ersten tante, welcher Ihnen als Nacherbe zufällt gehört alles, was der ersten tante gehört hat.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
ich habe Ihr ANgebot akzeptiert. Ich hoffe, Sie können mir noch ein bisschen weiterhelfen bzgl. meiner noch offenen Fragen. :-) Danke im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

die Antwort habe ich schon eingestellt !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
vielen Dank! so, jetzt kommt leider doch noch eine Frage hinzu: wie wir heute erfahren haben, ist die Frist (6 WOCHEN) ja leider abgelaufen. Wir haben jetzt den folgenden Ratschlag erhalten: wir sollen warten bis zur Testamentseröffnung meiner jetzt verstorbenen Tante, dann eine Erbengemeinschaft bilden (meine Mutter und ich), so dass dann im Zuge einer 'Erbauseinandersetzung' auch noch offiziell der jeweilige Erbanteil auf eine andere Person übertragen werden kann, auch mit etwaigen 'Gegenleistungen', falls zutreffend. - ist dies so korrekt? Aber wahrscheinlich sieht dies rechtlich dann anders aus, da es dann ja im klassischen Sinn keine Erbausschlagung mehr ist? - Nochmals vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn beide das Erbe angenommen haben, bilden sie automatisch eine Erbengemeinschaft. Übertragen werden kann bei Einigung ein Erbanteil immer.

Aber die Übertragung des Erbanteils ist keine Ausschlagung, d.h. wären Schulden vorhanden, würden beide Erben diese erben.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Vielen Dank. Also würde das auch heißen, dass dann auch beide, sowohl meine Mutter als auch ich z.B. die Erbschaftssteuer bezahlen müssten? Auch wenn einer der beiden den Erbanteil übertragen hat bzw überträgt? Danke.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

ja, das heißt es ! Denn zunächst werden beide Erben. was anschließend passiert interessiert das FA nicht.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 9 Tagen.
jetzt doch nochmal eine Frage bzgl. der 6-wöchigen Frist: kann es denn nicht doch sein, dass diese 6-wöchige Frist evtl. doch nicht zutrifft? Da: meine Mutter und ich automatisch eine Erbengemeinschaft bilden, und dann eine Erbauseindersetzung stattfinden muss/wird, wo noch einiges geklärt werden muss/kann (wie die Erbanteile genau verteilt werden sollen untereinander), und dann ein Erbschein nötig sein wird. Der Erbschein wird ja i.d. Regel nur vom Gericht ausgestellt. - also dann muss es doch rein theoretisch noch möglich sein, auf gewisse Erbanteile zu verzichten (wie ja bereits geschildert) - zu dem Zeitpunkt, zu welchem auch der Erbschein ausgestellt werden sollte. - ist dieser Gedankengang jetzt völlig abwegig? Nochmals vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

mit der Erbengemeinschaft hat das nichts zu tun. Wovon der lauf der Frist abhängt ergibt sich aus dem bereits zitierten §.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 9 Tagen.
OK, ich verstehe. Aber es ist doch richtig, dass man bei der Erbauseinandersetzung evtl. die Erbanteile noch 'umverteilen' kann, also auch auf gewisse ANteile verzichtet?

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, dass ändert aber an der vorherigen Erbenstellung nichts.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
gut, Danke. dann können wir den Vorgang beenden. Es gibt dann keine weiteren Nachfragen mehr.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne !

ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem: bleiben Sie gesund !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass