So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an ra-huettemann.
ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 31522
Erfahrung:  Praktische anwaltliche Erfahrung im Bereich des Erbrechts
42903605
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
ra-huettemann ist jetzt online.

In einem Erbstreit gibt es eine geistig Behinderte

Diese Antwort wurde bewertet:

In einem Erbstreit gibt es eine geistig Behinderte Alleinerbin, die unter Betreuung steht und einen Pflichterben. Tochter und Sohn.
Vom Erbteil hat die Alleinerbin einen Betrag von 20000€ als Pfand für Gegenstände der Erblasserin einbehalten, die der Sohn ihr angeblich unrechtmäßig entwendet hat. Tatsächlich waren diese Gegenstände aber Geschenke der Mutter an den Sohn zu Lebzeiten. Der Sohn hat dafür auch eine Zeugin. Darüberhinaus sind diese Gegenstände keine 20000€ wert, sondern haben allenfalls einen Liebhaberwert, der erst mal festgestellt werden muss.
Ist es juristisch erlaubt, solche Gegenrechnungen mit dem Pflichterbteil vorzunehmen?
Oder muss für die Auseinandersetzung über die Streitgegenstände ein gesondertes Verfahren angestrebt werden?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

 

Das Vorgehen ist nicht rechtens und der Einbehalt eines "Pfandes" daher auch nicht hinzunehmen.

 

Sofern dem Sohn zu Lebzeiten der Mutter die erwähnten Gegenstände ausdrücklich schenkweise zugewendet worden sind, so kommt allenfalls ein Pflichtteilergänzungsanspruch gemäß § 2325 BGB zugunsten der Tochter in Betracht, denn dieser Anspruch besteht nicht nur zugunsten von Pflichtteilsberechtigten, sondern auch Erben wie hier die Tochter können diesen geltend machen.

 

Das setzt jedoch voraus, das den Gegenständen auch tatsächlich ein wirtschaftlicher Wert zukommt.

 

Haben die Gegenstände nur Liebhaberwert, so ist ein Einbehalt von 20.000€ nicht gerechtfertigt, sondern es muss auf der Grundlage einer objektiven Wertbestimmung oder Schätzung ein realistischer Betrag festgelegt werden.

 

Zudem ist die Abschmelzungsregelung des § 2325 Absatz 3 BGB in den Blick zu nehmen: Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt. Sind zehn Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstandes verstrichen, bleibt die Schenkung unberücksichtigt.

 

Es muss hier also - je nachdem, wann die lebzeitigen Schenkungen erfolgten - ein entsprechender Wertabschlag vorgenommen werden!

Geben Sie bitte Ihre Bewertung für die anwaltliche Beratung ab, indem Sie mit der Maus oben die Sterne (3-5 Sterne) anklicken, wenn Sie keine Nachfragen haben, denn nur dann erhalte ich von dem Portalbetreiber die Vergütung für die Beratung.

 

Vielen Dank!

 

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Tagen.
Hier noch eine verspätete Rückfrage: Aus welchem Gesetzestext kann mann ableiten, dass der Einbehalt von 20000€ für einen Gegenstand aus einem Erbanteil nicht rechtens ist?

Das ist nicht aus dem Gesetz ableitbar, sondern aus Ihren Sachverhaltsangaben: Wenn den Gegenständen nur Liebhaberwert zukommt, so ist ein Einbehalt von 20.000 € nicht vertretbar.