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RA Traub
RA Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 12449
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Der alleinstehende A setzt, in einem notariell beurkundeten

Diese Antwort wurde bewertet:

Der alleinstehende A setzt, in einem notariell beurkundeten Testament, seine Töchter B und C, sowie seinen Stiefsohn D zu gleichen Teilen als Erben ein. Außerdem erteilt er seiner Tochter B zu Lebzeiten eine General- und Vorsorgevollmacht, sowie auch eine Bank-Verfügungsvollmacht, die auch über den Tod hinaus gültig sind.Einige Zeit nach dem Tod des A betreibt B, ohne vorherige Abstimmung mit den anderen Miterben, die Auflösung der Erbengemeinschaft, indem sie, auf der Basis ihrer Vollmachten, einen Termin bei der Bank mit dem Ziel vereinbart, das Geldvermögen des A zu je einem Drittel an sich und die beiden Miterben zu überweisen/auszuzahlen.C wiederspricht dieser Vorgehensweise, da erhebliche Zweifel darüber bestehen, ob nicht vor und/oder nach dem Tod von A wesentliche Vermögensgegenstände, insbesondere Bargeldbeträge, durch Vorlage der Vollmacht dem Erbe entzogen wurden. Außerdem begründet C ihren Widerspruch damit, dass das Nachlassgericht noch keine Testamentseröffnung vorgenommen und auch keinen Erbschein ausgestellt hat. Laut Nachlassgericht müsse zuvor noch ein früheres Testament geprüft werden.B stellt sich auf den Standpunkt, dass die Auszahlungen und die Abwicklung des Barvermögens über die Bank durch ihre Vollmachten gedeckt sind. Die Bank schließt sich – trotz des Widerspruchs und der eingehenden, mündlich und schriftlich vorgetragenen Begründung von C - der Ansicht von B an und setzt einen Termin für die Auszahlungen an B und D fest.Meine Fragen:1. Geht eine Vollmacht, die auch über den Tod hinaus erteilt wurde, den Rechten einer Erbengemeinschaft vor? Können also derartige Transaktionen auf der Basis der Vollmachten getätigt werden, auch wenn ein oder mehrere Miterben widersprechen?
2. Ist die Bank, die die Transaktionen gegen den Widerspruch von Miterben allein auf der Basis der Vollmacht durchgeführt hat, ggf. schadenersatzpflichtig, wenn z.B. nachgewiesen wird, dass B Vermögen, das der Erbengemeinschaft zugestanden hätte, ungerechtfertigt entnommen hat? Kann die Bank ggf. zur Rückübertragung der ausgezahlten/überwiesenen Beträge gezwungen werden (Herstellung des ursprünglichen Zustandes)?
3. Welche weitere Vorgehensweise ist gegen die Bank möglich/sinnvoll, damit der Termin für die Auszahlung verhindert/verschoben wird.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer.
Ich bin Rechtsanwalt Dr. Traub und würde Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Zu Ihren Fragen:

1. Geht eine Vollmacht, die auch über den Tod hinaus erteilt wurde, den Rechten einer Erbengemeinschaft vor? Können also derartige Transaktionen auf der Basis der Vollmachten getätigt werden, auch wenn ein oder mehrere Miterben widersprechen?

Prinzipiell ja.

Denn eine Vollmacht über den Tod hinaus ermöglicht ein rechtliches Verfügen.

D. h. der Bevollmächtigte kann verfügen.

Aber er darf es nicht. Denn ansonsten kann er sich ggü. der Erbengemeinschaft schadensersatzpflichtig machen.

Die Bank hat ihr Augenmerk in diesem Fall nicht auf der Erbengemeinschaft sonder nur auf dem Verhältnis Bevollmächtigter und Bank.

Dieses Rechtsverhältnis ist für die Bank von Relevanz und hat für diese daher Vorrang.

2. Ist die Bank, die die Transaktionen gegen den Widerspruch von Miterben allein auf der Basis der Vollmacht durchgeführt hat, ggf. schadenersatzpflichtig, wenn z.B. nachgewiesen wird, dass B Vermögen, das der Erbengemeinschaft zugestanden hätte, ungerechtfertigt entnommen hat? Kann die Bank ggf. zur Rückübertragung der ausgezahlten/überwiesenen Beträge gezwungen werden (Herstellung des ursprünglichen Zustandes)?

Nein. Die Bank hat rechtmäßig gehandelt.

Es wäre der Erbe schadensersatzpflichtig.

3. Welche weitere Vorgehensweise ist gegen die Bank möglich/sinnvoll, damit der Termin für die Auszahlung verhindert/verschoben wird.

Sinnvoll wäre der Widerruf der Vollmacht. Dies ist jedoch nur "einstimmig" durch die Erbengemeinschaft möglich.

Es müsste daher ein Rechtsanwalt eingesetzt werden, der entsprechend agiert und die Zustimmung gerichtlich ersetzen lässt und oder gerichtliche Sicherungsmaßnahmen beantragt.

Ohne Anwalt werden Sie, wenn Sie eine Auszahlung verhindern wollen, kurzfristig nicht weiter kommen.
Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung. Sofern der Wunsch nach einem Telefonat besteht, können Sie dies gern über den Telefon-Premium-Service anfordern.
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Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

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