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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 31614
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Guten Tag, kurze Historie. 2 Geschwister Meine Eltern

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
kurze Historie. 2 Geschwister
Meine Eltern besitzen 1982 zwei Häuser, die beide Schuldenfrei sind.
Meine Schwester bekommt 1 Haus (ca.250.000 DM) davon aus vorzeitiges Erbe und unterschreibt notariell, dass sie auf weiteres Erbe verzichtet.
1995 kaufen meine Eltern 2 Ferienwohnungen für ca 320.000DM
1998 machen meine Eltern ein Berliner Testament auf Gegenseitigkeit ohne Änderungsklausel.
Darin verfügen sie, das meine Schwester die beiden Ferienwohnungen bekommt und 1/3 des Bargeldes und ich unser Elternhaus (ca. 130.000 EUR) und 2/3 des Bargeldes (Gesamt z.Zt. ca 50.000 EUR)
2007 verstarb meine Mutter plötzlich, noch bevor das Testament aufgrund der Ungleichbehandlung geändert werden konnte. Meine Mutter hat das immer wieder aufgeschoben, weil sie der Ansicht war, dass meine Schwester nichts mehr bekommt, wegen dieser Verzichtserklärung.
noch im Jahr 2007 nach dem Tod meiner Mutter, ist meine Schwester mit meinem Vater zum Notar gegangen und hat diese Verzichtserklärung widerrufen. Das habe ich aber erst ca 10 Jahre später erfahren.
Mein Vater hat eine kleine Rente von ca 900 EUR. Von den Einnahmen, die durch die Ferienwohnungen erziehlt wurden, hat er auch Kosten abgedeckt, und ist auch in den Urlaub davon gefahren.
2019 hat er nun diese Wohnungen verkauft.(ca. 200.000EUR) Meine Schwester hat bestimmt zugestimmt, ich aber nicht, da er mit mir, warum auch immer, gebrochen hat.
Nun meine Fragen:
Was ist mit der Verzichtserklärung, durfte die nach dem Tod meiner Mutter widerrufen werden?
Durfte er die Wohnungen überhaupt verkaufen (es bestand keine finanzielle Not)?
Inwieweit muss er auch jetzt von dem Ertrag der Wohnungen leben, ohne das einseitig das Erbe geschmälert wird.Da meine Schwester und mein Vater aus für mich unerklärlichen Gründen mit mir gebrochen haben, sind diese Fragen für die Zeit nach dem Ableben interessant, bzw. was müsste ich vorher evtl. schon einfordern. zur info, mein Vater ist 91.
Mir geht es grundsätzlich nicht ums Geld, mir geht es um Gerechtigkeit.

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es kommt auf den Inhalt der Verzichtserklärung an. Wenn aber Ihre Schwester auf den Erbteil verzichtet hat, dann hat sie zwar keinen Anspruch auf ein Erbe, Ihr Vater hat aber trotzdem das Recht Ihre Schwester dennoch zu beerben und die Vereinbarung aufzuheben.

Wenn Ihr Vater im Berliner Testament nicht nur Vorerbe geworten ist, dann kann er die Wohnungen zu Lebzeiten frei verkaufen und den Erlös nach eigenem Ermessen verbrauchen. Die Zustimmung seiner Kinder wäre hier grundsätzlich nicht erforderlich.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
In dem Testament steht, das der Überlebende Erbe des Gesamten ist.
Nach dessen Tod erhält
die Tochter die Wohnungen+1/3 des Geldes
der Sohn das Elternhaus + 2/3 des GeldesMeine Schwester hat sich Ihren Erbteil auszahlen lassen, bzw wurde ausgezahlt und hat auf weiteres Erbe verzichtet. Das war zu Lebzeiten meiner Mutter.
Diese Erklärung wurde nach dem Tod meiner Mutter widerrufen. Vorher hätte sie dem nie zugestimmt.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Zur weiteren Erklärung, wir haben den gleichen Vater, die Mutter meiner Schwester ist gestorben, bevor sich meine Eltern kennengelernt haben. Meine Mutter hat meine Schwester nie adoptiert

Sehr geehrter Ratsuchender,

das Testament bedeutet, dass der Vater Vollerbe ist und zu Lebzeiten über den Nachlass verfügen kann. Lediglich nach dem Tode des Vaters besteht erstmals ein Anspruch auf das Erbe für die beiden Kinder.

Natürlich kann der Vater auch ohne die Zustimmung der (Stief)Mutter den Verzichtsvertrag mit seiner Tochter aufheben.

Ihre Schwester wird daher regulär, wie im Testament genannt erben.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Da die Wohnungen ja verkauft wurden, kann sie nicht mehr so erben wie im Testament.
Damit sie an ihr Erbe kommt könnte mein Vater ihr ja das Geld aus dem Erlös schenken. Wird das innerhalb der nächsten 10 Jahre dann noch auf das Erbe angerechnet?

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Vater kann den Erlös natürlich an die Tochter schenken. Eine Anrechnung der Schenkung auf das Erbe ist nicht zwingend. Es müsste vom Vater erklärt werden, dass eine Anrechnung erfolgen soll. Ohne diese Erklärung keine Anrechnung.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Also kann man quasi, um eine Aufteilung des eigentlichen Gesamterbes nach dem gemeinsamen Testament zu verhindern, kurz vor dem Tod etwas verschenkt werden und das Testament ist nicht das Papier wert, auf dem es steht.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Um das ganze bis zum Ende zu führen, könnte er alles verkaufen, das gesamte Geld meiner Schwester geben und sie zahlt ihm daraus ein Taschengeld, damit er Leben kann
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Und der Wille, den meine Mutter damals unterschrieben hat, ist dabei egal...

Sehr geehrter Ratsuchender,

das Testament gibt ihrem Vater die Möglichkeit voll zu Lebzeiten über das Vermögen zu verfügen.

Dies hätte man im Testament sehr leicht verhindern können indem man den Überlebenden nur als Vorerben eingesetzt hätte. Dann hätten beide Kinder bei einem Verkauf oder auch nur einer Belastung der Immobilie zustimmen müssen.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Ich habe das also richtig verstanden, dass der Überlebende das Testament, ohne diesen Passus, außer Kraft setzen kann.

Nein, an das Testament ist er gebunden.

Er kann aber ohne diesen Passus zu Lebzeiten frei über das Immobilienvermögen verfügen.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Wenn er alles verkaufen und alles Barvermögen verschenken darf, bis auf sagen wir mal 1000 EUR, dann ist das Testament doch vom Ursprung aus nichts wert.
Ich bekomme 666 EUR, meine Schwester 333 EUR plus dem, was er Ihr geschenkt hat. Und wenn er es anders will, muss er es auch noch extra erklären.
Habe ich das jetzt richtig zusammen gefasst?

Sehr geehrter Ratsuchender,

im wesentlichen ja. Der Grund liegt einfach darin, dass der Vater als Vollerbe über sein(ererbtes) Vermögen absolut frei verfügen kann.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Ich verstehe nur nicht, warum der Wille des ersten Erblassers nicht berücksichtigt wird. Er hat ja auch unterschrieben, was mit dem gemeinsamen Vermögen passiert.

Wie gesagt. dadurch dass der erste Erblasser also Ihre Mutter den Vater zum Vollerben gemacht hat, hat sie ihm die volle Freiheit über das gesamte Vermögen gegeben.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Gerne habe ich Ihnen geholfen

Über eine positive Bewertung meiner Antworten würde ich mich nunmehr sehr freuen!

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Für einen normal denkenden nicht nachvollziehbar, aber das ist der Nachteil, wenn man sich nicht beraten lässt.
Wenn man alles verschenken darf, und keine Anrechnung erfolgt, ist das mit dem Pflichteil auch nur Makulatur.
Der einzige Weg wäre damals gewesen, den Pflichteil von meiner Mutter einzufordern.

Sehr geehrter Ratsuchender,

in der Tat den Anspruch hätten Sie gehabt. Er ist aber zwischenzeitlich leider verjährt.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Es sind zwar nicht die Antworten, die ich hören wollte, aber Sie bekommen trotzdem 5 Sterne von mir.Vielen Dank ***** ***** schönen Abend...

Danke schön!

RASchiessl und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.