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RHGAnwalt
RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 904
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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Sehr geehrter Herr Schiesl, wir sind nach dem Tod meines

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrter Herr Schiesl,
wir sind nach dem Tod meines Vaters eine Erbengemeinschaft.
Meine Mutter, ich und meine 2 Brüder.
Meine Mutter hält derzeit 5/8 des elterlichen Hauses (ca. 375.000 €). Meinen Brüdern und mir steht jeweils 1/8 (je. ca. 75.000 €) seit dem Tod meins Vaters zu.
Meine Mutter möchte nun Ihren Anteil auf einen meiner beiden Brüder per Testament und Notar übertragen. Sie ist der Ansicht wer das Haus mal übernimmt, bekommt Ihre Anteile.
Ich als Tochter, die Sie Jahrzente lang versorgt hat, bin damit nicht einverstanden.
Ich möchte das Haus aber auch nicht übernehmen, sondern es soll nach ihrem Tod verkauft und gerecht aufgeteilt werden.
Mein jüngster Bruder möchte aber unbedingt das Haus haben und hat meine Mutter schon entsprechend manipuliert und Ihr auch ein dauerhaftes Wohnrecht zugesagt.
Wenn meine Mutter das zulässt und das mit meinem jüngeren Bruder so plant, was habe ich dann noch an Erbe zu erwarten? Nur noch den Pflichtteil meines Vaters? Steht mir beim Tod meiner Mutter auch noch ein Pflichteil zu?
Erschleicht sich mein Bruder rein rechtlich hierdurch nahezu das ganze Haus? Was kann ich dagegen tun? Ich muss veilleicht noch erwähnen, das Verhältniss zu meinem jüngsten Bruder ist sehr angespannt.
Über eine Rückantwort würde ich mich freuen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Anfrage:

Grundsätzlich kann die Mutter ihren Miteigentumsanteil am Haus zu ihren Lebzeiten frei veräußern. Damit kann sie auch im Wege des Erbteilskaufes ihren Anteil auf den Bruder übertragen.

Für Sie bedeutet das nun folgendes:

Grundsätzlich besteht kein Anrecht darauf, nach dem Tod eines Elternteiles gleichmäßig bedient zu werden. Die Mutter könnte Sie sogar enterben, ohne dass es eines Grundes bedarf.

Um dem etwas entgegenzusteuern, gibt es das Pflichtteilsrecht. Hier würden Sie die Hälfte des gesetzlichen Erbteils erhalten. Um Vermögensverschiebungen vor dem Tod auszugleichen, gäbe es dann einen so genannten Pflichtteilsergänzugsanspruch - hierbei wird das zur Berechnung des Anspruches dazu gerechnet, was unentgeltlich aus dem Vermögen weggegeben worden ist.

Zu Ihrer weiteren Frage:

Sie haben ja bereits Ihren Erbteil am Nachlass des Vaters - daran wird sich nichts ändern.

Das "Erschleichen" des Hauses wird durch Pflichtteil und Pflichtteilsergänzung erschwert. Damit erhalten Sie einen Anspruch auf eine Geldzahlung. Berechnen ließesich ds aber erst nach dem Ableben der Mutter - zu Lebzeiten gibt es gar keine Ansprüche.

Der Urgrund wurde wohl schon zu Lebzeiten des Vaters gelegt, bei entsprechender testamentarischer Gestaltung durch die Eltern hätte sich die jetzt eingetretene Situation vermeiden lassen können.

Alternativ dazu könnten Sie auch jetzt auf die Auseinandersetzung der bestehenden Erbengemeinschaft und auf die Auszahlung Ihres Anteiles drängen -

letztlich würden Sie sich dadurch auch nicht schlechter stellen als jetzt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Sehr geehrter Herr Hoheisel-Gruler,
vielen Dank für Ihre ausführliche Rückantwort.
Das ist bitter für mich!
Muss man eine Pflichtteil und Pflichtteilsergänzung mit einem Rechtsanwalt gerichtlich durchfechten? Greift in diesem Fall mein Rechtschutz? Oder wird mir dieser Pflichtteil und Pflichtteilsergänzung automatisch zugesprochen?

herzlichen Dank für Ihre Nachfrage,

leider ist es so, dass Sie den Pflichtteil und den Pflichtteilsergänzungsanspruch am Besten mit anwaltlicher Hilfe geltend machen - wenn es dann soweit ist. Sie bekommen hier nichts automatisch zugesprochen, vielmehr unterliegt der Pflichtteilsanspruch seinerseits der Verjährung.

Ob die Rechtsschutzversicherung greift, müssen Sie direkt und am Besten im Vorfeld mit der Versicherung abklären, in den meisten Fällen ist in erbrechtlichen Auseinandersetzungen nur die Beratung versichert, es gibt aber auch Versicherungen, die darüber hinaus gehen, wenn dies gesondert versichert ist.

RHGAnwalt und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.