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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 913
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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Setzen uns gegenseitig als Aleinerben ein. Nach dem Tad des

Diese Antwort wurde bewertet:

setzen uns gegenseitig als Aleinerben ein.
Nach dem Tad des Letztlebenden sollen unsere Kinder
Hildegard, Angelika und Herbert jeweils zu gleichen Teilen erben.
Bonn 04.02 1996
Vater ist 1997 gestorben -> meine Mutter somit Alleinerbin.
Wir Kinder haben verbal auf unser Pflichtteil verzichtet (es gibt nichts Schriftliches dazu).
2011 verkauft meine Mutter das gesamte Haus (Wert: 240 T€) an meine Schwester Hildegard für 100 T€.
Restwert gilt als Schenkung.
.. §2 e) Soweit der Wert des Grundbesitzes den Wert der Gegenleistung über-
steigt, erfolgt die Zuwendung unentgeldlich im Wege der Schenkung.
Meiner Mutter ist nun im Okt. 2017 verstorben.
Nun zu meiner Frage:
Was gehört zur Erbmasse? Das Geld, was von den gezahlten 100 T€ noch übrig ist oder gehört die Schenkung
von 140 T€ abzüglich geleisteter Dienstleistungen / Anschaffungen von der meine Mutter begünstigt war.
mfg
Herbert Bastian

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Anfrage:

Hier muss man differenzieren, Ihre Mutter wurde Vollerbin nach dem Vater, das heißt, sie konnte mit dem Vermögen, das da war, machen was sie wollte. Eine Pflicht, alles für die Kinder beisammen zu halten, bestand nicht (Wenn das gewollt gewesen wäre, hätte man das Testament anders schreiben müssen....)

Von daher gehört zur Erbmasse das, was am Todestag übrig gewesen war.

Allerdings muss sich die Schwester die Schenkung voll anrechnen lassen - das dürfte dazu führen, dass sie dann beim zweiten Erbfall eben leer ausgeht.

Die Regelung folgt dem § 2052 BGB.

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 2052 Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gewillkürte Erben

Hat der Erblasser die Abkömmlinge auf dasjenige als Erben eingesetzt, was sie als gesetzliche Erben erhalten würden, oder hat er ihre Erbteile so bestimmt, dass sie zueinander in demselben Verhältnis stehen wie die gesetzlichen Erbteile, so ist im Zweifel anzunehmen, dass die Abkömmlinge nach den §§ 2050, 2051 zur Ausgleichung verpflichtet sein sollen.

§ 2050 Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gesetzliche Erben

(1) Abkömmlinge, die als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen, sind verpflichtet, dasjenige, was sie von dem Erblasser bei dessen Lebzeiten als Ausstattung erhalten haben, bei der Auseinandersetzung untereinander zur Ausgleichung zu bringen, soweit nicht der Erblasser bei der Zuwendung ein anderes angeordnet hat.

(2) Zuschüsse, die zu dem Zwecke gegeben worden sind, als Einkünfte verwendet zu werden, sowie Aufwendungen für die Vorbildung zu einem Beruf sind insoweit zur Ausgleichung zu bringen, als sie das den Vermögensverhältnissen des Erblassers entsprechende Maß überstiegen haben.

(3) Andere Zuwendungen unter Lebenden sind zur Ausgleichung zu bringen, wenn der Erblasser bei der Zuwendung die Ausgleichung angeordnet hat.

Daraus folgt, dass die Schenkung unter den Erben auszugleichen ist.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Spielt es für die Bewertung eine Rolle, dass der Kaufbetrag von 100 T€ mit einer Zahlung von 20 T€ sofort mit Kaufvertrag und 80 T€ bis spätestens zum Tod meiner Mutter gestundet sind und im Todesfall ohne besondere Kündigung in den Nachlass zu zahlen sind? In einem weiteren Abschnitt des Vertrages wird darauf hingewiesen ...Trotz Belehrung durch den Notar. dass die Pflegeverpflichtung zum Beispiel durch Eintragung einer Reallast gesichert werden kann, verzichteten die Beteiligten auf die dingliche Sicherung.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
als Anlage sende ich die betreffenden Abschnitte aus dem Vertrag.

Wenn es Ihnen recht ist, antworte ich Ihnen morgen.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Sehr gerne. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend.

Dankeschön,

Aus dem Vertrag wird nun mehreres klar:

Unproblematisch ist der Betrag von 80.000,00 EUR, dieser kommt in den Nachlas und wird geteilt, darüber hinaus, was von den 20.000,00 noch da ist.

Ein Problem stellt aber die Höhe der Summe dar, die geschenkt wurde: In dem Vertrag stehen sowohl die Pflwgeverpflichtung als auch das Wohnrecht sowie die Verpflichtung, hier Modernisierungen vorzunehmen. Dies muss nun im Einzelnen bewertet werden - und stellt dann auch einen Kaufpreis dar.

Beispiel: 240.000 Wert - 20.000 <Bargeld davon noch 10.000,00 da, 80.000 gestundet: Nxhlasswert 90.000

Vom Rest entfallen 20.000,00 auf Modernisierungen, davon 15.000 auf Abschreibungen, 5000,00 echte Wertsteigerung - Abzug 15.000,00

Wohnrecht (kapitalisiert) - 40.000

Pflegeleistungen: 15.000

Summe der Abzugsposten: 70.000

Das bedeutet: 70.000 Wert der Schenkung, das muss zur Ausgleichung gebracht werden,

Herzlichst Ihr Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

RHGAnwalt und 2 weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.