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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 24393
Erfahrung:  Praktische anwaltliche Erfahrung im Bereich des Erbrechts
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, mit meiner Frau (in Gütergemeinschaft) habe ich zwei

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
mit meiner Frau (in Gütergemeinschaft) habe ich zwei Töchter.
Wir haben ein Haus und etwas Wertpapiere. Wenn ich sterbe, könnte meine Frau das Haus steuerfrei erben, selbst wenn die Freibeträge überschritten werden, da sie dort wohnen bleibt.
Können meine Frau und die Töchter nach meinem Tod den Nachlass frei verteilen, so dass meine Frau das Haus zu 100% bekommt und wenig Wertpapiere, meine Töchter nur Wertpapiere?
Muss das in einem Testament so festgelegt sein oder sind sie auch ohne Testament frei in der Verteilung?Viele Grüße*****
Assistentin: Vielen Dank. Können Sie mir noch ein paar weitere Informationen geben, damit ich den passenden Experten für Sie finden kann?
Kunde: Welche denn?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

um Missverständnisse auszuschließen, muss ich zunächst nachfragen: Sind Ihre Frau und die Töchter denn grundsätzlich bereit zu einer solchen Verteilung des Nachlasses, oder besteht aus Ihrer Sicht die Notwendigkeit einer Testamentserrichtung?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Meine Frau und Töchter haben ein sehr gutes Verhältnis, da erwarte ich keine Probleme. Meinen Töchtern wären Wertpapiere ohnehin lieber als ein Anteil an einer Immobilie, die sie kaum nutzen könnten. Die Verteilung wäre auch etwa wie die gesetzliche.
In Gütergemeinschaft gehört meiner Frau ohnehin die Hälfte des gemeinsamen Vermögens, die andere Hälfte geht zu 25% an sie, die restlichen 75% (37,5% je Tochter) gehen an die Kinder. Oder sehe ich das falsch?

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Ja, das ist richtig: Der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten richtet sich bei Gütergemienschaft nach den allgemeinen Vorschriften, also nach § 1931 Absatz 1 BGB:

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1931.html

Der überlebende Ehegatte erbt neben Verwandten der ersten Ordnung (Kinder, Enkel, Urenkel) ein Viertel.

Ihre Ehefrau würde folglich nach gesetzlicher Erbfolge (also bei Nichterrichtung eines Testaments) 1/4 erhalten, die restlichen 3/4 entfielen auf Ihre Töchter.

Wenn nun zwischen Ihrer Ehefrau und den Töchtern ein sehr gutes Verhältnis besteht, so können diese nach Ihrem Ableben den Nachlass selbstverständlich auch frei verteilen, und zwar auch in der von Ihnen angedachten Weise, dass ihre Ehefrau das Haus bekommt und die Töchter die Wertpapiere.

Allerdings ist anwaltlich anzuraten, dass Sie unter diesen Umständen dennoch ein Testament errichten, in welchem Sie diese Verteilung ausdrücklich so festschreiben: Sollte nämlich die gesetzliche Erbfolge eintreten, so würden auch sämtliche gesetzliche (Mit)Erben als neue Eigentümer in das Grundbuch eingetragen werden.

Dies (unerwünschte) Ergebnis lässt sich nur vermeiden, indem Sie testamentarisch explizit verfügen, dass das Haus Ihre Ehefrau erhalten soll und die Wertpapiere Ihre Töchter.

Klicken Sie für die in Anspruch genommene anwaltliche Beratung bitte abschließend oben auf die Bewertungsterne (=3-5 Sterne), wenn Sie keine Nachfrage haben ("Dem Experten antworten"), denn nur dann wird meine Vergütung für die erbrachte Rechtsberatung an mich ausgezahlt.

Sie können nach Ihrer jetzigen Bewertung jederzeit und beliebig oft nachfragen!

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Jetzt muss ich doch noch einmal nachfragen:
Ist es wirklich so, dass sowohl meine Frau als auch meine Töchter ins Grundbuch eingetragen werden müssen, wenn ich nicht im Testament etwas anderes festlege? Reicht es nicht, dass sie sich einig sind, meine Frau bekommt das Haus und wird allein eingetragen, die Töchter im Ausgleich die Wertpapiere?
Man kann doch niemand zwangsweise ins Grundbuch eintragen, wenn er das nicht will.

Ja, hinsichtlich Ihres Eigentumsanteils an dem Haus (=sollten Sie beide im GB stehen) wäre das so, wenn gesetzliche Erbfolge eintreten würde.

Allerdings besteht natürlich die Möglichkeit, dass die beiden Töchter nach Eintritt des Erbfalls auf Ihre Rechte zugunsten der Mutter verzichten und nur diese dann als Alleineigentümerin eingetragen wird.

Als Anwalt muss ich aber stets die rechtssicherste Variante empfehlen, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich das Verhältnis später einmal eintrübt und ein Verzicht dann ausscheidet.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für die Klarstellung. Jetzt ist aber noch eine Frage aufgetaucht. Im GB stehe nur ich, trotzdem gehört das Haus doch zum gemeinsamen Vermögen, das meiner Frau zur Hälfte gehört? Würde steuerlich betrachtet das Haus mit dem Gesamtwert auf das Erbe meiner Frau angerechnet oder nur zur Hälfte? Oder ist das unwichtig, weil das selbsgenutzte Haus nicht steuerlich relevant ist? Wenn die Kinder auf ihren Anteil am Haus verzichten und dafür Wertpapiere erhalten, werden doch auch nur diese auf ihr Erbe angerechnet, oder?

Ja, auch wenn nur Sie im GB stehen, besteht Gesamteigentum, es sei denn, Sie hätten ehevertraglich ausdrücklich Abweichendes bestimmt.

Im Falle Ihres Ablebens würde 1/2 (also Ihr Anteil am Gesamtgut "Haus") in den Nachlass fallen. Hier finden Sie ein anschauliches Beispiel:

https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/erbschaftsteuer-guetergemeinschaft-122-steuerliche-konsequenzen-beim-tod-eines-ehegatten_idesk_PI11525_HI2598453.html

Ja, im Fall des Verzichts würden nur die Wertpapiere angerechnet.