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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 28934
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
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RASchiessl ist jetzt online.

Die Mutter meines Lebensgefährten ist vor 2 Wochen recht

Diese Antwort wurde bewertet:

Die Mutter meines Lebensgefährten ist vor 2 Wochen recht schnell verstorben. Sie hat 2 leibliche Kinder. Beim Bestattungsunternehmen (am gleichen Tag) wurde von den beiden Kindern alles für eine Beerdigung besprochen. Das Bestattungsunternehmen bot uns hierbei Hilfe bei den Meldungen an Standesamt, Rentenversicherung, Krankenkasse und Sterbeurkunde an, welches wir gern dankend annahmen. Die Frage nach des Existenz eines Testaments wurde von der Schwester meines Lebensgefährten mit nein beantwortet.
Am daurauf folgenden Tag, bei der Sichtung der Unterlagen der Mutter und der Zusammenlistung der Vermögenswerte der Verstorbenen kam die Schwestern nun urplötzlich mit einem Testament der Mutter an (die Echtheit wurde nicht angezweifelt) worin die Schwester als Alleinerbin eingesetzt ist. Sie steht nun auf dem Standpunkt, dass sie alle Entscheidungen allein treffen darf. z.Bsp. eine Bestattung anonym ohne Grab, was aber der Rest der Familie (mein Lebensgefährte und seine Kinder) absolut nicht möchte. In dem Testament ist nichts über die Bestattungswünsche vermerkt.
Hat er hier ein Mitspracherecht?
Wie sind die Fristen in so einem Fall? Die Schwester hat das Testament nicht beim Gericht vorgelegt. Was passiert jetzt?

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie sprechen die sogenannte Totensorge an, also das Recht darüber zu bestimmen, wo und wie die Mutter bestattet werden soll.

Die Totensorge richtet sich zunächst nach dem Willen des Verstorbenen. Ist ein solcher nicht feststellbar (Beispiel Testament), so bestimmen die nächsten Angehörigen wie der Verstorbene beerdigt werde soll.

Auch wenn die Schwester Alleinerbin geworden ist, so bedeutet dies noch nicht dass sie alleine darüber bestimmen darf wie die Mutter beerdigt werden soll. Die beiden Geschwister müssen dies gemeinsam entscheiden. Die Kosten der Beerdigung trägt nach § 1968 BGB allerdings die Schwester als Erbin.

Besodere gesetzliche Fristen existieren hier nicht. Allerdings ist die Schwester verpflichtet das nunmehr aufgefundene Testament unverzüglich dem Nachlassgericht vorzulegen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
Sehr geehrter Herr RA Schiessl
Vielen Dank für Ihre rasche Antwort, welche uns erst einmal in der Bestattungsfrage weiter hilft.
Was passiert aber, wenn die Schwester das Testament nicht vorlegt?
Und hat der Bruder nicht auch einen Anspruch auf den Pflichtteil?
Er möchte gern für seine Kinder das Andenken an die Oma bewahren. Die Familie hat eine lange Tradition mit Adelstitel und Familienwappen, welches in der Familie weiter getragen werden sollte. Dies war der ausdrückliche Wunsch der Verstorbenen. Da die Schwestern kinderlos ist sollten die Kinder meines Lebensgefährten einige, von der Verstorbenen mündlich benannte Objekte bekommen. Leider konnte sie es nicht mehr schriftlich festlegen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
Leider kann ich gerade nicht telefonieren (geschäftlich). Bitte teilen sie mir die Antwort per Nachricht mit.
Ich werde dann meine Bewertung abgeben.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn die Schwester das Testament nicht vorlegt, dann geht das Nachlassgericht von der gesetzlichen Erbfolge aus, nämlich dass Bruder und Schwester je zur Hälfet erben.

Natürlich hat der Bruder einen Anspruch auf den Pflichtteil wenn er durch Testament enterbt wurde. Der Pflichtteil nach § 2303 BGB beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbanspruches also bei zwei Geschwistern 25% des gesamten Nachlasses. Wenn die Mutter die Kinder Ihres Partners nur mündlich bedacht hat, dann ist dies leider ohne Bedeutung soweut dies nicht im Testament seinen Niederschlag gefunden hat.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

RASchiessl und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.