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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 28224
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
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RASchiessl ist jetzt online.

Hallo und einen schönen Guten Tag! Meine Ehefrau (64) und

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo und einen schönen Guten Tag ! Meine Ehefrau (64) und ich (68) sind Besitzer eines Einfamilienhauses Baujahr 1976 - Wert ca. 170.000,00 €.
Wir überlegen das haus an einen unserer beiden Söhne zu überschreiben. Ein Sohn wohnt in der Dachgeschosswohnung unseres Hauses und eben diesem wollen wir es überschreiben - natürlich mit Wohnrecht auf Lebenszeit und Pflege im Alter ect. (das Übliche eben)
Wenn wir in 3 Jahren in ein Pflegeheim müssten - kann das Sozialamt bei Unterfinanzierung noch auf das Haus zugreifen ? Inwieweit muss der Sohn, der das Haus überschrieben bekommt, seinen Bruder abfinden bzw. auszahlen ? Und wenn, in welcher Höhe wäre das dann ?
Gibt es sonst noch irgend etwas zu berücksichtigen ?
In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit den besten Grüßen und sage herzlichen Dank im Voraus.
Alfred Ingrisch

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es liegt hier eine sogenannte gemischte Schenkung vor.

Das Sozialamt kann innerhalb einer Frist von 10 Jahre nach der Schenkung diese noch angreifen und zurückfordern. Wenn Sie also in 3 Jahren in ein Pflegeheim müssen, besteht die Gefahr, dass das Sozialamt die Schenkung rückabwickelt.

Ein Anspruch, dass Ihr Sohn seinen Bruder abfinden muss besteht zu Ihren Lebzeiten nicht. Eine Ausnahme besteht allerdings dann wenn Sie dies im Überlassungsvertrag an Ihren Sohn ausdrücklich so vereinbaren. Wenn Sie versterben hat Ihr anderer Sohn gegen den beschenkten Sohn noch einen Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB. Danach wird das Geschenk der Ermasse hinzugerechnet und aus diesem erhöhten Erbe wird dann der Pflichtteil errechnet.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Können Sie mir noch sagen, wie hoch der Pflichtteilergänzungsanspruch ist ?
Die Gefahr, dass das Sozialamt rückabwickelt besteht aber sicher nur, falls eine "Unterdeckung" im Pflegeheim eintritt ?

Sehr geehrter Ratsuchender,

in der Tat, das Sozialamt wird nur dann aktiv, wenn tatsächlich Sie und Ihre Frau nicht mehr in der Lage sein sollten die Pflegeheimkosten zu bezahlen und auch Ihrerseits kein vermögen vorhanden ist.

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch Errechnet sich aus der Differenz des Pflichtteilsanspruches ohne das Haus und dem Pflichtteilsanspruch mit aus:

Beispiel:

Sie haben ein Barvermögen von 100.000 EUR und ds Haus im Wert von 170.000 EUR. Das Wohnugsrecht hat einen Wert von 70.000 EUR (als Beispiel).

In diesem Falle beträgt der Wert der Schenkung 100.000 EUR.

Da Sie nur noch ein Vermögen von 100.000 EUR haben errechnet sich der Pflichtteilsanspruch den Ihr Sohn hat (25% bei 2 Kindern) aus diesem Vermögen, also 25.000 EUR).

Beim Pflichtteilsergänzungsanspruch wird der Wert der Schenkung dem Nachlass hinzugerechnet 100.000+100.000=200.000 EUR, mit der Folge dass der Sohn einen Pflichtteilsanspruch von 50.000 EUR hätte (25% aus 200.000) Die Differenz zum normalen Pflichtteil beträgt also 25.000 EUR und muss von Ihrem beschenkten Sohn ausgeglichen werden.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Hier noch meine letzte Frage :
Wie hoch wäre denn der Wert des Wohnungsrechtes in unserem Falle - nämlich bei einem Hauswert von 170.000,00 € ?

Sehr geehrter Ratsuchnder,

der Wert des Wohnungsrechtes errechnet sich grob aus der zu erzielenden Jahreskaltmiete mulipliziert mit Ihrer Restlebenserwartung laut Sterbetafel des statistischen Bundesamts

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

RASchiessl und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.