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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 28228
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Auf einer Immobilie lastet eine Grundschuld zu meinen

Kundenfrage

Auf einer Immobilie lastet eine Grundschuld zu meinen Gunsten, eingetragen im Grundbuch an 1. Rangstelle, darüber existiert ebenfalls ein Grundschuldbrief. Der Eigentümer ist verstorben, Erbe ist das Land Thüringen. Im Grundbuch und Grundschuldbrief zusätzlich eingetragen sind Zinsen ab Eintragung, die nie bezahlt wurden. Ich möchte das Haus nicht. Das Land Thüringen gibt vor, es zu verkaufen.Frage: Was ist, wenn ein Verkaufs- Versteigerungserlös die eingetragene Grundschuldshöhe einschl. der bisher nicht ausgekehrten Zinsen nicht erreicht?Haftet dafür das Land Thüringen?Falls ich das Objekt doch übernehme, wie würde das Proceedere dann sein und kann ich mit Restschulden des Erblassers belastet werden?
Gepostet: vor 8 Monaten.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 8 Monaten.

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Darf ich Sie fragen: Sind denn neben Ihrer Grundschuld noch weitere Verbindlichkeiten in das Grundbuch eingetragen?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
Das weiß ich aktuell nicht, es bestand aber 2003 noch eine Eintragung an 2. Rangstelle für die Raiffeisenbank, ich vermute, diese ist zurückbezahlt.
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 8 Monaten.

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank.

Wenn das Land Erbe geworden ist, dann haftet es nach § 1922 BGB grundsätzlich für alle Nachlassverbindlichkeiten. Diese Haftung kann das Land aber auch den tatsächlichen Nachlass / Wert des Nachlasses beschränken, § 1990 BGB (MüKoBGB/Leipold, 7. Aufl. 2017, BGB § 1936 Rn. 24).

Das bedeutet, Ihr Anspruch (Hauptforderung und Zinsen) wird begrenzt durch den Wert des vorhandenen Nachlasses. Das bedeutet, wenn der Erlös aus dem Nachlass nicht ausreicht, dann werden Sie (sofern die Dürftigkeitseinrede durch das Land erhoben wird, wovon aus zugehen ist), dann werden Sie Ihren Anspruch nicht voll realisieren können.

Wenn Sie das Objekt übernehmen, dann könnn Sie mit den Restschulden ds Erblassers nur dann belastet werden, wenn diese Schulden im Grundbuch besichert sind und der Kaufpreis nicht ausreicht Ihre grundbuchrechtlich besicherte Forderung und die (eventuell) weitere Grundschuld zu tilgen. Bevor Sie also an einen Kauf denken, sollten Sie Einsicht in das Grundbuch nehmen ob noch weitere Grundschulden eingetragen wurden.

Das Prozedere bei einer Übernahme des Objektes wäre dasselbe wie bei einem normalen Kaufvertrag, nur dass Sie aufgrund Ihrer Forderung gegen den Erben den Kaufpreis nicht zahlen werden sondern eine Verrechnung mit Ihrer Forderung erfolgen wird. Üblich wird aber auch sein, dass die Gewährleistung im Kaufvertrag ausgeschlossen sein wird, also Sie das Risiko der Mangelhaftigkeit tragen. Insoweit wird es empfehlenswert sein, das Haus zusammen mit einem Gutachter ausgibig zu besichtigen.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 8 Monaten.

Darf ich Ihnen noch weiter helfen?