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Mustermann
Mustermann, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 264
Erfahrung:  1. und 2. juristisches Staatsexamen
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Mustermann ist jetzt online.

Unsere Mutter leidet seit 10 Jahren an Demenz. Im Februar 2009

Beantwortete Frage:

Unsere Mutter leidet seit 10 Jahren an Demenz. Im Februar 2009 ließ sich unser Schwager eine handschriftliche Vorsorgevollmacht unterschreiben, außerdem hat er eine Bankvollmacht. Wir sind 3 Töchter und die Jüngste und ich, die Älteste, sind nicht einverstanden mit seinem eigenmächtigen Verhalten. Trotz vieler Versuche sind keine Absprachen möglich und er hat schon viel Geld verloren. Welche Möglichkeiten dagegen vorzugehen haben wir?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Grundsätzlich haben Sie leider keine Möglichkeit, unmittelbar in den Rechtskreis Ihrer Mutter, dazu gehört auch dike Erteilung von Vollmachten, einzugreifen. Die Bevollmächtigung Ihres Schwagers ist grundsätzlich dann wirksam, wenn Ihre Mutter bei der Abgabe geschäftsfähig war. Das kann, muss aber nicht aufgrund der Demenz der Fall sein. Hier entscheiden die Gesamtumstände Ihres Einzelfalles.

Auch gegen die von Ihrem Schwager vorgenommenen Rechtsgeschäfte können Sie nicht vorgehen. Die Möglichkeit hierzu stünde nur Ihrer Mutter als Vertretene zu.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Mutter bei Erteilung der Vollmacht möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig war - dies ist im Hinblick auf sog. "lichte Momente" häufig sehr schierig nachzuweisen - können Sie versuchen, ein gerichtliches Betreuungverfahren für Ihre Mutter anzuregen. Das Betreuungsgericht - das Amtsgericht am Wohnsitz Ihrer Mutter - wird, wenn enstprechende Verdachtsmomente vorliegen, prüfen, ob Ihre Mutter ihre Rechtsgeschäfte noch allein abwickeln kann. Kommt es zu dem Ergebnis, dass Ihre Mutter hierbei Unterstützung benötigt, so wird vom Gericht ein Betreuer bestellt. Der Umfang der Betreuung variiert je nach Hilfebedürftigkeit des zu Betreuenden.

Wenn Sie ein solches Verfahren in Gang setzen, kann dies jedoch den Familienfrieden stören. Hier müssen Sie Ihre Interessen also entsprechend abwägen.

Ggf. können Sie sich auch an das zuständige Betreuungsamt der Gemeinde wenden. Wenn Sie dort genügend Tatsachen vortragen, die eine Betreuung als sinnvoll erscheinen lassen, wird ggf. das Amt das Betreuungsverfahren betreiben. Dann wären Sie zwar nicht formell an dem Verfahren beteiligt - dies kann die Störung des Familienfriedens reduzieren -, allerdings dürften Ihre Schwester und ggf. auch Ihre Mutter durchschauen, woher das Amt seine Informationen erlangt hat.

Sollten Sie Straftaten zulasten Ihrer Mutter vermuten, so können Sie deswegen auch Strafantrag bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft gegen Ihren Schwager stellen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick über die Rechtslage verschaffen.

Sollten Sie ein Nachfrage zu meiner Antwort haben, stellen Sie diese bitte. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte meine Antwort, indem Sie den grünen "Knopf" anklicken und geben bitte eine Bewertung ab.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei meinen Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Aufklärung des Sachverhalts nicht ersetzen kann oder soll. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)
Mustermann und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.