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Kategorie: Einkommensteuer
Zufriedene Kunden: 2092
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Ich überlege generell eine vermögensverwaltende GmbH

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich überlege generell eine vermögensverwaltende GmbH (sogenannte Spardosen-GmbH) zu gründen, und frage mich insbesondere, ob ich damit auch meine privaten Verlustvorträge nutzen kann z.B. durch eine GmbH-Gewinnausschüttung?
Ich habe nämlich noch folgende Verlustvorträge nach§ 10 d Abs. 4 EstG:
- aus Gewerbebetrieb 25.000 EUR - direkte, horizontale Verrechnung der Verluste möglich?
- Altverluste aus der Zeit vor 2009 (Verluste aus Wertpapiergeschäften) 80.000 EUR - Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG?Derzeit habe ich außer Kapitalerträgen kein weiteres Einkommen. Angenommen mein Einkommen im Jahr 2021 besteht aus privaten Kapitalerträgen in Höhe von 15.000 EUR und einer Gewinnausschüttung aus der GmbH in Höhe von 60.000 EUR.
1. Wie hoch ist das zu versteuernde Einkommen unter Berücksichtigung der oben genannten Verlustvorträge?
2. Wie hoch wären die verbleibenden Verlustvorträge?
Zusatzinformationen:
- die vermögensverwaltende GmbH gehört zu 100 % mir
- die GmbH ist gewerbesteuerpflichtig
- Kirchensteuer fällt keine an
- die steuerliche Situation in der GmbH (95% sind von der Körperschaftsteuer befreit) soll nicht untersucht werdenBevor Sie tätigen werden, bitte ich noch um eine Mitteilung über die Kosten, die auf mich zukommen. Besten Dank.
R. Gilbert

Guten Tag, ich bereite heute eine Antwort für Sie vor.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Danke für das prompte Feedback!

Halten Sie die GmbH Anteile (in welcher Höhe sind Sie daran beteiligt?) im Privatvermögen? Wann haben Sie Verluste in Höhe von 80.000 EUR realisiert?

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
die GmbH-Anteile sind zu 100% im meinem Privatbesitz
- die Verluste in Höhe von 80.000 EUR wurden vor dem 01.01.2009 realisiert - sogenannte Altverluste

Die Verluste aus Gewerbebetrieb können Sie mit der Gewinnausschüttung aus der GmbH verrechnen. Allerdings ist der Altverlust aus der Zeit vor 2009 nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23 EStG verrechenbar und nicht mit positiven anderen Einkunftsarten z.B. aus Kapitalvermögen.

Haben Sie noch Rückfragen, die ich beantworten darf? Die Kosten sind Ihr Einsatz bei justanswer mehr kommt nicht auf Sie zu.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Bezüglich der Altverluste gibt es die Möglichkeit der Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG - kommt dies hier nicht zum Tragen?

N

Nein die Günstigerprüfung bezieht sich nicht auf Altverluste

diese bedeutet, dass Sie Kapitalerträge nach dem neuen Abgeltungssteuerregime davon ausnehmen können und Kapitalerträge mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern dürfen, wenn das für Sie günstiger ist.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
hier eine Anlage zur Günstigerprüfung bei Altverlusten nach § 32 d Abs. 6 EstG
Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Seite 1, gelbe Markierung, Verrechnung mit den gesamten Einkünften

diese bezieht sich aber auf die alte Rechtslage vor der Abgeltungssteuer

Streitjahr 2009.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
ja darum geht es doch - um die Altverluste, wie meine 80.000 EUR

Ja aber Sie müssen auch sehen, dass die Regelung nur bis zum 31.12.13 gegolten hat. Die Klage ist daher abgewiesen worden.

auf der Seite 2 Ihres Beitrags.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
die Kläger wollten eine horizontale Verlustverrechnung und nicht die Günstigerprüfung, die das Finanzamt vorgenommen hat. Ich möchte ja gerne wissen, was die Günstigerprüfung in meinem Fall bedeutet.
Könnten Sie mir bitte meine erste Frage beantworten: 1. Wie hoch ist das zu versteuernde Einkommen unter Berücksichtigung der oben genannten Verlustvorträge?

Kann ich Ihnen heute später noch antworten?

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
ja, gerne

Ich komme nach Verlustverrechnung auf ein steuerpflichtiges Einkommen von 26.000 Euro. Die Günstigerprüfung bedeutet dass Ihr persönlicher Einlommensteuersatz mit dem Abgeltungssteuersatz von 25% verglichen wird, um festzustellen, ob eine Versteuerung mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz niedriger als 25% ist

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Könnten Sie mir bitte den Rechenweg aufzeigen, wie Sie auf die 26.000 EUR gekommen sind?

Natürlich 60% von 60.000 EUR (36.000 EUR) plus 15.000 EUR minus 25.000 Verlustvortrag

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Woher stammen die 60% (auf die 60.000 EUR)? Kann ich leider nicht nachvollziehen

Das resultiert aus dem sogenannte Teileinkünfteverfahren siehe §§ 3 Nr. 40 EStG, 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG, welches Sie beantragen können.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Wurden dabei meine Altverluste in Höhe von 80.000 EUR berücksichtigt - im Rahmen einer Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG?

Nein weil das nicht möglich ist.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Macht es bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens einen Unterschied, ob eine GmbH-Gewinnausschüttung erfolgt oder ein GmbH-Geschäftsführergehalt in Höhe von 60.000 EUR bezahlt wird?

Ja das Gehalt unterliegt nicht dem Teileinkünfteverfahren und ist zu 100% anzusetzen. Es ist allerdings bei der GmbH eine Betriebsausgabe und mindert den Gewinn auf GmbH Ebene.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Dann müsste aber eine Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG möglich sein oder?

Die Günstigerprüfung ist immer möglich

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
In dem Beispiel, das ich Ihnen gestern in Anlage geschickt habe, hat das Finanzamt sämtliche Einkommen der Kläger aufaddiert und davon die Altverluste im Rahmen einer Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG abgezogen (anstelle einer direkten Verlustverrechnung wie es die Kläger wollten) – das müsste doch bei mir genauso gehen, oder? Wie ist bitte in diesem Fall, bei Zahlung eines Gehaltes von 60.000 EUR, mein zu versteuerndes Einkommen?

Nein das sehe ich in Ihrem Fall wie erläutert nicht so, das zu versteuernde Einkommen ist dann 60.000 minus 25.000 EUR = 35.000 EUR plus 15.000 EUR. = 50.000

Hier dazu ein erhellender Beitrag von Rödl und Partner:

Durch die Finanzkrise 2008 erlitten zahlreiche private Anleger Verluste in diversen Wertpapieren. Die steuerliche Geltendmachung dieser Verluste steht seit 2014 faktisch auf der Kippe. Mit Urteil vom 06. Dezember 2016 hat der Bundesfinanzhof die auf 5 Jahre befristete Übergangsregelung zur Verrechnung von sogenannten Altverlusten als verfassungsmäßig eingestuft. Die zeitliche Beschränkung verstoße weder gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG noch werde verfassungsrechtlich geschütztes Vertrauen verletzt.

Hintergrund

Mit Einführung der Abgeltungsteuer durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 hat der Gesetzgeber die Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Aktien und anderen Wertpapieren ohne Berücksichtigung einer bestimmten Haltefrist den Einkünften aus Kapitalvermögen zugewiesen (Neugewinne). Maßgeblicher Stichtag für den Systemwechsel war der 1. Januar 2009. Veräußerungsverluste aus Wertpapieren, die noch nach dem alten Besteuerungssystem innerhalb einer Haltedauer von einem Jahr als private Veräußerungsgeschäfte im Rahmen des § 23 EStG entstanden sind, konnten übergangsweise bis einschließlich 2013 nicht nur mit nachfolgenden Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden, sondern auch mit Gewinnen aus Kapitalvermögen im Rahmen des § 20 EStG. Maßgebend für die Zuordnung von Verlusten zum alten Recht ist der Zeitpunkt des Erwerbs der Wertpapiere.

Nach Ablauf von 2013 wurden diese Altverluste, soweit sie noch nicht verrechnet waren, in Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften nach neuem Recht umqualifiziert und können damit ab 2014 nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften wie z. B. Immobiliengewinnen oder Gewinnen aus Edelmetallgeschäften oder Fremdwährungsgewinne verrechnet werden. Mit Einführung der Abgeltungsteuer hat der Gesetzgeber bei den Einkünften aus Kapitalvermögen einen grundlegenden Systemwechsel vollzogen. Der Ausschluss der Verrechenbarkeit ist dem zulässigen Systemwechsel geschuldet.

Der BFH urteilt, dass aus diesem Blickwinkel der Gesetzgeber Altverluste für eine gewisse Dauer privilegiert habe, indem er zusätzlich die Verrechnung mit Neugewinnen zugelassen hat. Eine belastende Wirkung entfalte die Vorschrift allenfalls im Hinblick auf ihre zeitliche Begrenzung. Es verbliebe jedoch die nicht bloß theoretische Möglichkeit der Verrechnung mit steuerbaren Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften mit anderen Wirtschaftsgütern. In diesem Zusammenhang haben die Kläger nicht vorgetragen und hat das FG auch nicht festgestellt, dass oder weshalb die Kläger Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften in Zukunft nicht mehr erzielen können.

Die Frage, ob auch eine faktische Verlustvernichtung („Definitiveffekt”) rechtlich beachtlich sein kann, wurde vom BFH angesprochen, jedoch nicht geklärt, weil die Kläger dies nicht vorbrachten. Dabei weist der BFH zudem auf eine gewisse wirtschaftliche Entwertung der Verluste durch den Wegfall der Verrechnung der Altverluste mit Neugewinnen, gesteht dem Gesetzgeber jedoch aufgrund des Systemwechsels eine zeitnahe Übergangsregelung zu. Der BFH bekommt in einem weiteren, anhängigen Verfahren VIII R 5/15 die erneute Möglichkeit, die Frage der Verrechnung von Alt-Verlusten zu prüfen.

Mit Urteil vom 03. November 2015, Az. VIII R 51/13, bestätigte der BFH, dass zudem die nach altem Recht festgestellten Verluste aus Aktien, die nach dem Halbeinkünfteverfahren zu ermitteln waren, im Rahmen der Verrechnung mit Neugewinnen nicht in doppelter Höhe anzusetzen sind, sondern weiterhin nur mit dem hälftigen Verlust wie nach altem Recht festgestellt.

Fazit

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass zum Einen die Spekulationsfrist von einem Jahr bei der Ermittlung von Gewinnen und Verlust abgeschafft wurde, zum Anderen jedoch eine Verrechenbarkeit von Altverlusten faktisch nach 2013 abgeschafft wurde. Es tröstet den Anleger wohl nur wenig, dass er die theoretische Möglichkeit hat, diese Altverluste mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften weiterhin zu verrechnen. Gerade solche Anleger, die regelmäßig in Wertpapieren anlegen, um eine flexible Altersvorsorge privat zu betreiben, wären nun aus steuerlichen Gründen gezwungen, in hoch riskante Fremdwährungsgeschäfte, in ertraglose Edelmetallanlagen oder in Immobilien zu investieren. Es wäre sinnvoll gewesen, diese faktische Verlustvernichtung nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen. Das bedeutet jedoch für die Anleger einen langen Atem zu haben und prognostizieren zu können, dass sie künftig keine Gewinne im Rahmen der privaten Veräußerungsgeschäfte machen.

Die Altverluste können Sie nicht mit den positiven Kapitaleinkünften im Jahr 2021 verrechnen.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Schauen Sie sich bitte diese Anlage einmal an (gelbe Markierung). Auch hier heißt es: "Das FA verrechnete diese Verluste im Rahmen der Günstigerprüfung mit dem positiven Gesamtbetrag dr Einkünfte". Ich frage mich, weshalb bei mir nicht die gleiche Günstigerprüfung möglich ist und die Altverluste nicht genutzt werden können?
Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
was Sie mir geschickt haben ist mir bekannt - genau darum geht es aber nicht! Sondern es gibt eben die Möglichkeit der Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG - was später gerichtlich entschieden wurde! Siehe die Anlagen, die ich Ihnen geschickt habe! Wenn Sie das bitte einmal berücksichtigen würden!

Nochmal es ging doch in dem beschriebenen Fall um eine Verrechnung für die Veranlagung im Jahr 2009. Die Verrechnung mit Altverlusten geht nicht für die Veranlagung im Jahr 2021. Auch im Rahmen der Günstigerprüfung ist das nicht möglich.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Sie sagen also, mein Verlustvortrag (resultierend aus Altverlusten) in Höhe von 80.000 EUR hätte ich bei der Steuererklärung im Jahr 2009 nutzen können, heute aber nicht mehr. Danach ist der Verlustvortrag im Rahmen der Günstigerprüfung nach § 32 d Abs. 6 EstG nicht mehr nutzbar! Auf welcher getzlichen Grundlage beruht das? Kann ich irgendwo nachlesen, dass der Verlustvortrag nur ein Jahr Gültigkeit hat?

Eine Verrechnung ist bis einschließlich 2013 möglich gewesen.

jetzt können Sie den Verlust nutzen mit positiven Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften i.S.d. § 23 EStG.

siehe § 52 Abs. 31 EStG.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
habe jetzt einen Termin, melde mich später nochmal - danke soweit

gern

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
ist es erforderlich, dass die GmbH Gewebesteuer zahlt, um meinen Verlustvortrag aus Gewerbebetrieb von 25.000 EUR nutzen zu können? Oder anders ausgedrückt: wäre die GmbH nicht gewerbesteuerpflichtig, könnte ich diesen Verlustvortrag nicht nutzen – ist das richtig?

Nein ist es nicht

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Die Altverluste können ja heute nicht mehr mit Kapitalgewinnen verrechnet werden, sondern nur noch mit steuerpflichtigen Gewinnen aus vermieteten Immobilien, Edelmetallen wie (Gold) oder Antiquitäten. Dies ist allerdings sehr schwer. Gibt es Ihrer Meinung nach noch eine andere Möglichkeit die Altverluste zu nutzen?

Leider nicht wie Sie schon beschrieben haben, ist die Verlustnutzung nur noch eingeschränkt möglich.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Danke für Ihre Mühe! Ich habe keine weiteren Fragen mehr

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