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Kategorie: Einkommensteuer
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Sehr geehrte Damen und Herren, ich schildere Ihnen folgenden

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich schildere Ihnen folgenden Fall: Meine Frau und ich beziehen beide Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Meine Frau gibt darüber hinaus seit 2014 Jogakurse bei uns zu Hause in einem dafür hergerichteten Kellerraum. Seit Beginn der Kurse haben wir durch einige Fortbildungen meiner Frau, aber vor allen Dingen durch die Kosten des zu Hause genutzten Kellerraums Verluste von insgesamt ca. 10.000 Euro gemacht. Die Steuerbescheide des Finanzamts waren dementsprechend in dieser Angelegenheit immer als „vorläufig“ deklariert. Der Gedanke ***** *****ürlich schon, dass die Einnahmen irgendwann die Ausgaben übersteigen. Zum einen lief es jedoch mit den Einnahmen aus den Kursen nicht so wie geplant, zum anderen wurden bei meiner Frau im letzten Jahr mehrere Bandscheibenvorfälle diagnostiziert, die nun ein Weiterführen der Kurse unmöglich machen. Eine Bescheinigung des Orthopäden darüber (mit aktuellem Datum) liegt uns vor. Wie sollen wir in diesem Fall vorgehen, damit das Finanzamt die Verluste aus den vergangenen Jahren abschließend anerkennt, obwohl meine Frau jetzt keine Kurse mehr durchführen, also auch keine Gewinne mehr erzielen kann? Wir haben die Steuererklärung für 2018 noch nicht abgegeben, hätten also auch noch für das erste Halbjahr 2018 Verluste, danach hat meine Frau aus besagten gesundheitlichen Gründen keine Kurse mehr abgehalten. Wird sich das Finanzamt mit der Bescheinigung zufriedengeben oder raten Sie mir zu etwas anderem? Mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrter Fragesteller,

es freut mich, dass Sie sich für die Nutzung von JustAnswer entschieden haben.

Ich bin Steuerberater Knut Christiansen und würde Ihnengerne bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Bitte haben Sie ein wenig Geduld, während ich mich mit Ihrer Fragestellung befasse. Ich werde diese gegen späten Vormittag beantwortet haben.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

Hallo!

Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des BFH (Bundesfinanzhof), dass bei Tätigkeiten, die nicht typischerweise in der Nähe des Hobbybereichs anzusiedeln ist, allein das Erzielen langjähriger Verluste noch keinen zwingenden Schluss auf das Nichtvorliegen der Gewinnerzielungsabsicht zulässt.

Vielmehr muss bei längeren Verlustperioden aus weiteren Beweisanzeichen die Feststellung möglich sein, dass der Steuerpflichtige die verlustbringende Tätigkeit nur aus im Bereich seiner Lebensführung liegenden persönlichen Gründen oder Neigungen ausübt.

Der BFH hat deshalb bisher die Gewinnerzielungsabsicht in keinem Fall verneint, wenn Steuerpflichtige eine gewerbliche (oder freiberufliche) Tätigkeit ausübten, die nicht in der Nähe des Hobbybereichs angesiedelt war. Das heißt, allein der Umstand, dass ein Verlust zur Steuerminderung führt, genügt also ebenso wenig wie Unvermögen oder Krankheit (z.B. BFH X R 33/03 BStBl II 04).

Im Lebensführungsbereich liegende persönliche Gründe für die Fortführung einer verlustbringenden Tätigkeit
können sich aus der Befriedigung persönlicher Neigungen oder der Erlangung wirtschaftlicher Vorteile außerhalb der Einkommenssphäre ergeben. Oder
sie liegen vor, wenn die Fortführung der verlustbringenden Tätigkeit den Abzug von Gehaltszahlungen an nahe Angehörige ermöglichen soll oder
können wegen des mit dem ausgeübten Beruf verbundenen Sozialprestiges vorliegen. Die Beweislast trägt im Verlustfall aber grundsätzlich der Steuerpflichtige.

Sie müssten also objektiv nachweisbar darlegen, dass die Einkunftserzielungsabsicht bestand und diese nur durch die Krankheit "durchkreuzt" wurde. Gut wäre in dem Zusammenhang, wenn Sie darlegen könnten, welche konkreten Maßnahmen zur Kundengewinnung ergriffen wurden. Weiterhin würde ich dazu raten, die Tätigkeit kurzfristig abzumelden und darzulegen, dass die Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wirtschaftlich ausgeübt werden kann. Ansonsten bestünde der Verdacht, dass die Tätigkeit trotz fehlender Gewinnaussichten weiter betrieben wird und gerade daher ein Bezug zur privaten Lebensführung und eine Vermengung mit privaten Interessen erfolgt.

Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben, sonst stellen Sie gerne kostenfreie Rückfragen ein.

Abschließend bedanke ***** ***** für eine positive Bewertung, damit justanswer meine Arbeit vergütet. Dazu klicken Sie bitte 3-5 Sterne im Kommentarfeld an. Herzlichen Dank vorab!

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche steuerliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste steuerliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Knut Christiansen
Steuerberater

Christiansen-St und weitere Experten für Einkommensteuer sind bereit, Ihnen zu helfen.