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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
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Guten Tag,

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag, ich bin 22 Jahre alt und eigendlich in einer festen Beziehung (er 38ig), die bisher hervorragend funktioniert hat. Seit einem Jahr sehen wir uns jedes Wochenende und unter der Woche und Ende Januar 2013 haben wir uns ausgesprochen, dass wir eine feste Beziehung haben. Das Thema Kinder kriegen hatten wir sehr oft (natürlich noch nicht zu diesem Zeipunkt, vielleicht in so 4-6 Jahren) und wir waren beide der Meinung, dass wir in 20 Jahren noch ein Paar sind. Kaum waren wir zusammen hatte er den Wunsch geäussert meine Familie kennen zu lernen, auf den Wunsch ging ich gerne ein. Vor zwei Wochen fragte er mich spontan, ob ich Interesse hätte auch seine Familie kennen zu lernen, dies geschah dann auch am Sonntag vor zwei Wochen. Wir verstanden uns alle super. Dann eine Woche darauf, sprich Samstag vor einer Woche lernte er auch meine Familie kennen und alles klappte hervorragend. Dann am Sonntag hatten wir unseren ersten Streit (wir waren sauer aufeinander, keine richtige Diskussion). Am Montag (heute vor einer Woche) fand er dann plötzlich, dass wir nicht optimal zusammen passen, dass wir uns in Zukunft noch öfter streiten werden und er daher keine Zukunft für uns sähe. Für mich kam das wie aus heitem Himmel. Er erklärte mir, dass er ebenfalls leide weil er auch dachte alles sei super aber seit der "Auseinandersetzung" hätte er ein komisches Gefühl im Bauch (er wisse selbst nicht, ob das aus schlechten Erfahrungen käme). Auf jedenfall ist es jetzt ein grosses Hin und Her und ich glaube, dass er die Beziehung definitiv beenden wird. Nun weiss ich nicht wie ich mich verhalten soll. Ich würde ihm so gerne helfen dieses Problem loszuwerden aber ich weiss nicht wie. Soll ich auf Abstand gehen? Ich habe ihm nun mehrfach gesagt, dass ich ihn unterstütze so gut ich kann. (dazu muss ich noch erwähnen, dass er evtl. die Chance erhält in New York für zwei Jahre zu arbeiten - dies sei für ihn aber kein Problem, resp. er mache sich noch keine grossen Gedanken, da er selbst nicht ganz überzogen sei). Was schlagen Sie mir vor? Wie soll ich mich verhalten? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir hier weiterhelfen könnten oder einfach einen Tipp geben könnten. Vielen Dank XXXXX XXXXX Grüsse Mina


ps. ich muss vielleicht noch anfügen, dass er sich derzeit (seit ein bis zwei Jahren) extrem in den Sport stürzt..

Liebe Mina,
es erstaunt mich ein bisschen, dass ein Streit oder Auseinandersetzungen so bedrohlich fuer Ihren Partner wirken. Auseinandersetzungen sind ein "normaler Teil" von Beziehungen. Auch schlechte Laune ist etwas normales. Damit lernt man zu leben, das macht die Beziehung eigentlich nicht kaputt.
Ich vermute, dass Sie moeglicherweise auch an einem Punkt in Ihrer Beziehung angekommen sind, wo es wichtig ist, "sich zusammenzuraufen", denn es gibt keine zwei Menschen, die sich in allem einig sind.

Langfristige Beziehungen durchlaufen verschiedene Phasen.

1. Die „Verliebtheitsphase“

Das ist die Zeit, in der sich zwei Menschen kennen lernen und ein Paar bilden. Dabei kann es sich um Liebe auf den ersten Blick ist oder auch um sexuelle Anziehungskraft handeln, die diese Menschen zueinander hinzieht. Meist mit Liebe gleichgesetzt wird. Man hat “Schmetterlinge im Bauch”, man mag kaum essen, man sehnt sich nach dem anderen, man mag einander kaum loslassen. Man ist “verrueckt” nach dem Anderen, kann sich eine Zukunft ohne diese Person kaum vorstellen und ist bereit auch Dinge zu tun, die einen eigentlich gar nicht interessieren. Es ist die wunderschöne Zeit, aus der sich – hoffentlich – alles andere entwickelt.

2. “Wir sind fuereinander gemacht”

Nach etwa 3-6 Monaten werden die “Schmetterlinge” durch ein sattes Gluecksgefuehl ersetzt. Man macht Plaene fuer die gemeinsame Zukunft und denkt immer wieder, dass die/der Andere die Person ist, auf die man sein ganzes Leben gewartet hat.

3. Alltag

Hier kommt das Paar auf den Boden der Realität zurueck. Man lernt den Partner / die Partnerin im Alltag kennen. Anfangs zeigt man sich in einer Beziehung oft “von seiner besten Seite”; jetzt zeigt man immer mehr seine Alltagsgewohnheiten und moechte zu einer gewohnten Routine zurueckkehren. Oft faengt man auch an, sich zu fragen, ob man wirklich damit leben kann, dass der Partner jedes Wochenende Fussball schaut oder die Partnerin die Zahnpasta von vorne ausdrueckt. Es ist die sensibelste Phase einer Beziehung, wenn wir lernen, wie und wer unser Partner wirklich ist.Durch eine Fern- oder Wochenendsbeziehung werden die einzelnen Phasen meist langgezogen (also 6-12 Monate anstatt z.B. 3-6 Monate). Damit waeren sie jetzt in dieser Phase und es waere "normal", dass Sie ein paar Auseinandersetzungen haben.

4. Konflikt

Die vierte Phase ist die Stress- und Streitphase, in der man - berechtigt oder unberechtigt – vielerlei Kritik am Partner übt – von der Zahnpasta ueber die Socken auf dem Boden ueber die Wochenendgewohnheiten bis hin zu der Beziehung zu den Eltern. Diese Phase ist in jeder Beziehung die schwierigste Phase. Wenn die Konflikte beginnen, ist es wichtig genau zu müssen wir sehr genau beobachten, ob der / die andere uns ernst nimmt und unsere Wünsche respektiert. Richtig schwierig wird es am Ende der vierten Phase: Jetzt wird klar, ob sich ein Paar trennt oder womöglich für immer zusammenbleibt. Die vierte Phase ist der Zeitraum, der am zermürbendsten ist – und dennoch halten Paare gerade diese Phase am längsten aus. Vermutlich, weil es eine schwierige Frage ist, ob wir unser Leben mit der / dem anderen wirklich teilen wollen oder doch besser auseinander gehen sollten.

5. Entweder Trennung oder “Liebe”

Die fünfte Phase ist entweder die Trennungs- oder die Ruhephase. Entschliessen wir uns innerlich dazu, ein gemeinsames Leben zu versuchen, wird es in der Beziehung ruhiger. In dieser Phase finden wir als "Partner" wieder zu uns selbst. Dem / der Anderen werden jeweils weitere Freiräume gestattet, in der Beziehung bildet sich ein Kernleben. Langsam aber sicher festigen sich die Voraussetzungen für die letzte, die sechste Phase der Partnerschaft.

6. Respekt

Die letzte Phase ist hoffentlich die längste: Sie ist die Zeit des satten Glücks, in der sich so viel Sicherheit in der Beziehung gebildet hat, dass nun eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Zwischen den Partnern herrscht unbedingtes Vertrauen, die vielen Stürme sind vorbei. Gefühle des sich Liebens, der Toleranz, des Respekts stellen sich ein. Und dennoch sind wir auch in dieser letzten Phase als Paar ständig in Bewegung – alles andere wäre ja auch langweilig.

Jede Liebesbeziehung lebt von der Erfüllung der Bedürfnisse des anderen - also von gegenseitigem Respekt und liebevollen Kompromissen. Es geht darum, gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Beduerfnisse beider Partner erfuellt sind. Dann kann die Partnerschaft funktionieren.



Koennten Sie moeglicherweise diese Tabelle ausdrucken und mit Ihrem Partner daruber reden? Damit koennten Sie vielleicht "normalisieren", was Sie hier erleben und er muesste es nicht als etwas "schlimmes" sehen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort und die Auflistung.


 


Ich bin auch der Meinung, dass solche "Auseinandersetzungen" (dies war ja das allererste mal und keine Auseinandersetzung sondern ein gegenseitiges "nerven") ab einer gewissen Phase dazugehören und die Beziehung eigentlich stärken sollte. Daher war ich völlig überrascht, als er mir mitteilte, dass er glaube unsere Beziehung würde längerfristig nicht funktionieren (und dazu gleich die Flinte ins Korn zu schmeissen war für mich der absolute Hammer).


 


Er gab mir in all meinen Argumenten recht, nur ist er von diesem Gefühl blockiert und völlig überzeugt. Er lässt mich nicht ran und verlässt diesen Standpunkt auch nicht. Er meint mit seinen 38 Jahren hätte er genügend Erfahrungen gemacht und wisse, dass er sich auf sein Bauchgefühl verlassen kann. Wir hatten es super zusammen und waren ein eingespieltes Team und da soll plötzlich eine Stresssituation alles ändern? - kann ich nicht verstehen. Ich habe ihn gefragt, ob er mich nicht mehr mag - dies sei aber nicht der Fall. Ihm täte es auch sehr weh, da er sich auch eine langfristige Beziehung mit mir vorgestellt habe. Ich habe ihn auch gefragt, ob vorher schon etwas nicht gestimmt hätte (etwas das ich vielleicht einfach nicht gesehen habe) - auch da meinte er nein, es hätte alles super gepasst. Ich weiss, dass er zurzeit öfter unter Stress leidet (Job, Prüfungen, kaum zu hause) aber ich dachte durch seinen intensiven Sport gleicht sich dieser Stress wieder aus - könnte das auch ein Zeichen sein? Ich habe ihm immer alle Freiheiten gelassen, hatte ihn nie eingeschränkt - das würde mir nie in den Sinn kommen - es hat alles wunderbar harmoniert, daher kann ich es einfach nicht verstehen. Ich weiss nicht wie ich an ihn herankommen soll.. Soll ich ihn im Moment in Ruhe lassen (obwohl er sich in den letzten Tagen immer gemeldet hat und gefragt hat wie es mir geht) oder soll ich erneut das Gespräch suchen? Ich komme einfach nicht weiter. Ich könnte es ja verstehen, wenn wir permantent oder schon vor den Besuchen bei den Familien stress gehabt hätten aber so aus dem Nichts? Wie kann ich an ihn herankommen? Und wie kann ich sein Gefühl sänftigen? Oder bin ich einfach blind?


 


Ich danke XXXXX XXXXX


 


 

Liebe Mina,
um ganz ehrlich zu sein, vermute ich - genau wie Sie auch - dass hier noch etwas anderes los ist. Was genau das ist, kann ich natuerlich auch nicht sagen. Koennte er jemand anderen haben? Ich weiss es nicht. Es ist nur seltsam, wie diese komplette Wandlung vorgeht. Eine Frage, die mir durch den Kopf geht: Hat irgendjemand in der Familie wegen Ihres Altersunterschiedes Kommentare abgegeben? Wie alt sind Ihre Eltern? Hat das ein ungutes Gefuehl in ihm geschaffen?


Wie dem auch sei. Hier ist mein Vorschlag: Lassen Sie uns die Situation so angehen, wie ich das jemandem empfehlen wuerde, der einen Partner "zurueckerobern" moechte - denn letztendlich ist das ja das Ziel.
Dazu wuerde gehoeren, dass Sie sich ein bisschen "rar" machen. Also mal einen Tag nicht antworten, wenn er sich meldet. Wenig von sich aus die Initiative ergreifen, um Kontakt herzustellen.
Das fuehrt meist dazu, dass der Partner einen "vermisst". Er ist es ja gewohnt, dass Sie antworten, wenn er es moechte. Wenn Sie das nicht immer tun, dann entsteht in ihm vermutlich ein Gefuehl von "Leere" (irgendetwas fehlt). Und wenn man diese Leere fuehlt, dann wird man sich bewusst, was man da moeglicherweise aufgibt. Geben Sie ihm die Gelegenheit, Sie zu vermissen. Das geht natuerlich nur, wenn Sie nicht immer da sind..
Sie machen ja sicherlich ohnehin vieles alleine, denn Sie sehen sich ja nicht jeden Tag. Bauen Sie das aus. Natuerlich sollten Sie nicht mit anderen Maennern flirten, aber es tut ihm vielleicht gut zu sehen, dass Sie attraktiv sind, mitten im Leben stehen und mit sich selbst im Reinen sind. Sie koennen in Gespraechen gerne sagen, dass Sie ihn vermissen und dass er Ihnen wichtig ist. Trotzdem leben Sie bitte "fuer sich." Warten Sie nicht auf seine Anrufe oder seine SMS. Tun Sie Dinge, die Ihnen gut tun. Unsere Hoffnung ist, dass er sich dann v.a. an die Dinge erinnert, die er aufgeben wuerde, wenn er Sie verlaesst und dass er es dann doch noch einmal ueberdenkt.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.





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