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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
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Wir führen seit 1 Jahr eine Beziehung /getrennte Wohnungen.(

Diese Antwort wurde bewertet:

Wir führen seit 1 Jahr eine Beziehung /getrennte Wohnungen.( beide über 40) Jetzt hat mir mein Partner eröffnet- er ist nicht 100 % verliebt ihn mich. Ich bin zwar seine Traumfrau - aber die "Schmetterlinge im Bauch fehlen. Mein Partner hat eine 11 jährige Beziehung hinter sich- seine EX hat ihn ständig kritisiert und gesagt er sei kein richtiger Mann und könne keine Frau glücklich machen. Die Trennung ( vor 5 Jahren)) war dramatisch- er hat einiges an Geld verloren und die Ex machte Telefonterror. >(Sie war seine Jugendliebe- und es brauchte 3 Jahre um sie zu erobern)
Was ist da los?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine frustrierende Situation. Mein Eindruck ist, dass Sie beide in der naechsten Phase der normalen Entwicklung einer Beziehung angekommen sind, wo das "Verliebtsein" nicht mehr im Mittelpunkt steht und die Liebe oft eher eine Entscheidung als ein Gefuehl ist und das "Verliebtsein" kommt und geht. Da Ihr Partner anscheinend keine "normale" Beziehung erlebt hat, kann es sein, dass er nicht weiss, dass dies Phasen "normal" sind und dass das keinesfalls das Ende Ihrer Beziehung bedeuten muss. Es bedeutet nur, dass Sie jetzt in der naechsten Phase gemeinsam an seinen Selbstzweifeln arbeiten koennen und herausfinden duerfen, ob Ihre Beziehung langfristig fuer Sie beide die richtige ist.


 

Langfristige Beziehungen durchlaufen in der Regel die folgenden Phasen.

1. Die „Verliebtheitsphase“

Das ist die Zeit, in der sich zwei Menschen kennen lernen und ein Paar bilden. Dabei kann es sich um Liebe auf den ersten Blick ist oder auch um sexuelle Anziehungskraft handeln, die diese Menschen zueinander hinzieht. Meist mit Liebe gleichgesetzt wird. Man hat “Schmetterlinge im Bauch”, man mag kaum essen, man sehnt sich nach dem anderen, man mag einander kaum loslassen. Man ist “verrueckt” nach dem Anderen, kann sich eine Zukunft ohne diese Person kaum vorstellen und ist bereit auch Dinge zu tun, die einen eigentlich gar nicht interessieren. Es ist die wunderschöne Zeit, aus der sich – hoffentlich – alles andere entwickelt.

2. “Wir sind fuereinander gemacht”

Nach etwa 3-6 Monaten werden die “Schmetterlinge” durch ein sattes Gluecksgefuehl ersetzt. Man macht Plaene fuer die gemeinsame Zukunft und denkt immer wieder, dass die/der Andere die Person ist, auf die man sein ganzes Leben gewartet hat.

3. Alltag

Hier kommt das Paar auf den Boden der Realität zurueck. Man lernt den Partner / die Partnerin im Alltag kennen. Anfangs zeigt man sich in einer Beziehung oft “von seiner besten Seite”; jetzt zeigt man immer mehr seine Alltagsgewohnheiten und moechte zu einer gewohnten Routine zurueckkehren. Oft faengt man auch an, sich zu fragen, ob man wirklich damit leben kann, dass der Partner jedes Wochenende Fussball schaut oder die Partnerin die Zahnpasta von vorne ausdrueckt. Es ist die sensibelste Phase einer Beziehung, wenn wir lernen, wie und wer unser Partner wirklich ist.

4. Konflikt

Die vierte Phase ist die Stress- und Streitphase, in der man - berechtigt oder unberechtigt – vielerlei Kritik am Partner übt – von der Zahnpasta ueber die Socken auf dem Boden ueber die Wochenendgewohnheiten bis hin zu der Beziehung zu den Eltern. Diese Phase ist in jeder Beziehung die schwierigste Phase. Wenn die Konflikte beginnen, ist es wichtig genau zu müssen wir sehr genau beobachten, ob der / die andere uns ernst nimmt und unsere Wünsche respektiert. Richtig schwierig wird es am Ende der vierten Phase: Jetzt wird klar, ob sich ein Paar trennt oder womöglich für immer zusammenbleibt. Die vierte Phase ist der Zeitraum, der am zermürbendsten ist – und dennoch halten Paare gerade diese Phase am längsten aus. Vermutlich, weil es eine schwierige Frage ist, ob wir unser Leben mit der / dem anderen wirklich teilen wollen oder doch besser auseinander gehen sollten.

5. Entweder Trennung oder “Liebe”

Die fünfte Phase ist entweder die Trennungs- oder die Ruhephase. Entschliessen wir uns innerlich dazu, ein gemeinsames Leben zu versuchen, wird es in der Beziehung ruhiger. In dieser Phase finden wir als "Partner" wieder zu uns selbst. Dem / der Anderen werden jeweils weitere Freiräume gestattet, in der Beziehung bildet sich ein Kernleben. Langsam aber sicher festigen sich die Voraussetzungen für die letzte, die sechste Phase der Partnerschaft.

6. Respekt

Die letzte Phase ist hoffentlich die längste: Sie ist die Zeit des satten Glücks, in der sich so viel Sicherheit in der Beziehung gebildet hat, dass nun eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Zwischen den Partnern herrscht unbedingtes Vertrauen, die vielen Stürme sind vorbei. Gefühle des sich Liebens, der Toleranz, des Respekts stellen sich ein. efuehle von "Verliebtheit" kommen immer mal wieder, sind aber eher selten. Die Liebe ist eher ruhig und gelassen.

Jede Liebesbeziehung lebt von der Erfüllung der Bedürfnisse des anderen - also von gegenseitigem Respekt und liebevollen Kompromissen. Es geht darum, gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Beduerfnisse beider Partner erfuellt sind. Es waere wahrscheinlich wichtig, dass Sie jetzt darueber sprechen, welche Beduerfnisse Sie in dieser Beziehung haben und wie diese erfuellt werden koennen - denn wenn man verliebt ist, dann stellt man oft alle anderen Beduerfnisse in den Hintergrund, man zeigt sich "von seiner besten Seite" und tut oft Dinge, die man gar nicht wirklich mag. Wenn diese Phase vorbei ist, geht es darum, ganz ehrlich darueber zu sprechen wie es weitergeht - und Ihr Partner hat da wenige hilfreiche Richtlinien von seiner letzten Beziehung. Darum ist es wahrscheinlich wichtig, dass Sie offen ueber Erwartungen, Hoffnungen, Gefuehle und Erfahrungen sprechen. Wenn das alleine zu oft zu Streit fuehrt, waere es wahrscheinlich sinnvoll, eine Paartherapie in Erwaegung zu ziehen, damit ein "neutraler dritter" Ihnen beistehen kann, waehrend Sie die "Spielregeln" fuer Ihre Beziehung ausarbeiten (die hoffentlich wenig Kritik, Manipulation und gegenseitiges "Fertigmachen" beinhalten).

 



Paartherapeuten finden Sie z.B. hier:

http://www.netzwerk-paartherapie.de/http://www.selbsthilfenetz.de

www.paartherapie.de



 



Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne weitere Anschlussfragen bis Sie mit der Antwort zufrieden sind. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze. Vielen Dank.

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