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diplompsychologe
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Kategorie: Beziehung
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Hallo, mein Mann hat sich nach fast 18 Jahren Ehe und insgesamt

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,

mein Mann hat sich nach fast 18 Jahren Ehe und insgesamt 23 Jahren Beziehung von mir getrennt. Ich bin totunglücklich. Wir haben 2 Kinder (Junge 14 und Mädchen 9). Ich liebe ihn noch immer und möchte gerne, daß er wieder zu uns zurück kommt. Mein Mann hat an Fasching eine Frau kennengelernt und ich bin Ihnen auf die Schliche gekommen. Daraufhin ist er sofort ausgezogen. Das ist jetzt 4 Monate her. Mein Mann sagt, daß es auf diese Frau nicht ankommen würde, er jetzt bald eine eigene Wohnung hätte, damit er die Kinder auch mal nehmen könnte. Wenn ich sage, daß er einfach wieder heim kommen soll, dann sagt er, daß er das noch nicht könnte. Mein Mann ist 46 und ich 42 Jahre. Die Frau ist fast 50 und schon 2 x geschieden. Was ich noch weiss, ist daß Sie das ganze Gegenteil von mir ist. Was soll ich nur tun ich bin sooooooo verzweifelt. Können Sie mir helfen? Grüsse


Sehr geehrte Fragestellerin,

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich
möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.



Ich verstehe Ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit und
würde Ihnen fürs erste empfehlen sich eventuell bei Ihrem Hausarzt ein
Beruhigungsmittel verschreiben zu lassen wenn
Sie feststellen dass es gar nicht mehr geht.



Bezüglich
der Reaktionen Ihres Mannes ist es häufig auf Grund der emotionalen Verarbeitung von
Kränkungen, Verletzungen und Reaktionsweisen der Umwelt (gerade auf den
Partner/ Partnerin) ganz unterschiedlich und geschieht bei Männern stets von
spontan/ reaktiven Aggressionen begleitet, das heißt mit der Tendenz
aggressives Verhalten verbal und körperlich auch auszuleben (diese zu
fantasieren) und der Akzeptanz (trotz gesellschaftlicher Missachtung) von
aggressiven Verhaltensmustern bei jedoch hoher Neigung seine Meinung
(Standpunkte) durchzusetzen, auch in Verbindung mit aggressivem Handeln oder
totalem Rückzug. Frauen hingegen neigen eher zu aggressiv gehemmten und
selbstbezogenen aggressiven Verhaltensmustern. Viele meiner Kollegen in
Fachpublikationen beschreiben dies mit den Worten der verdeckten Aggression,
wonach Männer eher zu offener Aggression neigen. Männer verarbeiten negative
Gefühle meist bzw. häufig mit aggressiven Impulsen und haben oft nicht gelernt
Probleme (diverse Gefühle) anders zu verarbeiten.



Häufig können aggressive Impulse jedoch auch eine
psychopathologischen (besser gesagt krankheitswertigen Hintergrund haben),
nämlich dann, wenn es sich hier um ein Symptom einer psychischen Erkrankung
handelt. Diese eventuellen Störungen reichen von einer dissozialen
(antisozialen) Persönlichkeitsstörung bis hin zu eine kombinierten
Persönlichkeitsstörung sowie einer depressiven Störung (hier vornehmlich bei gehemmter
Aggression die nicht ausgelebt wird) und Störung der Impulskontrolle. Sie sehen
die Verhaltensweise kann verschiedene
Hintergründe haben und dies sind nur einige der in Frage kommenden
Möglichkeiten, die auf Grundlage der Informationsdaten jedoch eher spekulativ
zu sehen sind. Wesentlich ist es aber hier für Sie beide
gemeinsam über eine Paartherapie nachzudenken, hierzu können Sie einen
Psychotherapeuten mit einem systemischen Ausbildungshintergrund kontaktieren
und einen Termin ausmachen. Denn in dieser Therapieform wird gemeinsam auf dem
"Konflikthintergrund" jedes einzelnen Beteiligten (auch Ihres Mannes) eine Lösung mit den aktuellen
Problemen erarbeitet und praktische Lösungsmöglichkeiten eruiert. Dies kann
jedoch nur auf dem Willen und der Motivation jedes Einzelnen gelingen. und Sie
und Ihr Ehemann können dort im
therapeutischen Setting an der Weiterführung (oder auch an der Trennung) der
Ehe auf der Grundlage von Respekt und Toleranz sowie Gemeinsamkeit arbeiten.
Eventuelle Adressen für eine Paartherapie/Mediator können Sie unter folgender Homepage erfahren.





http://www.netzwerk-paartherapie.de/,



http://www.paartherapeut-in.de/







Vielleicht will Ihr Mann, durch eine zeitweise
begrenzte räumliche Trennung ein Mal merken, was sie an Ihnen hat und sich auch
darüber klar werden was er eigentlich will. Jedoch möchte ich anfügen, das eine
räumliche Distanz in keiner Weise die Lösung des Problems ist, sondern
lediglich beiden „Streitparteien"
die Möglichkeit gibt sich voneinander zu erholen und eventuell einen Neuanfang
durch eine Paartherapie usw. (siehe oben) zu realisieren. Ganz wichtig ist auch
für Sie, dass Sie sich alleine Hilfe suchen und einen Psychologen in Ihrer Nähe
finden, der Sie in dieser Lebenskrise begleitet.





Eine Trennung geht für alle Beteiligten immer mit einer
hohen emotionalen Belastung einher und wird als sehr belastend empfunden und
auch gesunde und psychisch stabile Menschen können dadurch in schwere seelische
Krisenzustände geraten, die sich dann u.a auch in depressiven Symptomen
zeigen. Diese Belastung/Anpassungsstörung lassen sich gut mit psychologischer
Unterstützung bessern, jedoch sollte die Behandlung Psychotherapeuten
vorbehalten sein.



Sie befinden Sich im Moment durch die Trennung und den
Vertrauensbruch in einem Zustand ähnlich
einer Trauer um einen verstorbenen Menschen.
Eine Trauer wird von jedem Menschen unterschiedlich verarbeitet,
insofern ist es eine normale Reaktion wenn Sie sowohl auf der einen Seite die
Tränen zurückhalten, aber dann auch die Trauer zulassen und das mit all Ihren
Facetten. Trauerbewältigung bei
Verlust einer nahestehenden Person, kann man in 4 Phasen aufteilen.





1. Phase: bezeichnend ist hier der Schock zustand , das
verleugnen und nicht- wahr -haben Wollen-, der Verlust wird nicht als Realität
akzeptiert, die Symptome: Betäubung; Empfindungslosigkeit, Starre, Unglauben,
Unwirklichkeit, stilles weinen, lautes Schluchzen, (einige Stunden bis zu 3
Wochen)



2. Phase: das Aufbrechen der
Gefühle, der Trauerschmerz wird erfahren, die Symptome: Gefühlschaos von
Trauer, Angst, Wut, Hilflosigkeit, Schuldgefühle, unbegründete Heiterkeit,
Ruhelosigkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Hilfe: Erlaubnis sich selbst geben, die
Gefühle auch zuzulassen, zu wissen, dass das emotionale Chaos der „Normalität „
entspricht, problematisch wäre hier eine andauernde Gefühlslosigkeit und
Unterdrückung der Gefühle mit Gedankenstopp, die Flucht aus der Trauer durch
Überaktivität , verschweigen des Verlustes usw.-



3. Phase : sich anpassen an eine Umwelt in der die/der
Verstorbene fehlt, Symptome: die
Suche nach dem verstorbenen in Träumen, an Orten die mit Ihm/Ihr zu tun hatten,
die Erfahrung des Sich- Trennen- Müssens, Erkennen des Ausmaßes des Verlustes,
beginnende Neudefinition der Lebensziele , Problematisch: Exzessives
Suchtverhalten; Intensivierung des Suchens , Rückzug aus der Welt ,
Verweigerung des Abschieds, beharren in eigener Hilflosigkeit



4. Phase: eine neue Beziehung
zu sich selbst finden, die starken gefühlsmäßigen Bindungen zu dem Verstorbenen lösen sich und in neue
Beziehungen wird investiert, Symptome: DER Verlust wird akzeptiert, neue
Aufgaben und Rollen werden übernommen. Neues Selbstvertrauen und neue
Selbstachtung, Problematisch: neue Beziehungen und neuer Selbststand wird als
Untreue gegenüber dem Verstorbenen
empfunden und verhindert, Rückfälle werden nicht einprogrammiert und führen zu
tiefen Enttäuschungen, Vermeidung neuer Beziehungen aus Ängste vor neuen
Verlusten oder der Reaktion der Umwelt. Abwendung vom Leben , den Lebenden und
der Liebe



.



Reden Sie in Ihrem sozialen Umfeld viel über die Trennung und lassen Sie somit auch die Gefühle heraus. Auch
Entspannungsverfahren wie autogenes
Training oder progressive Muskelentspannung kann hilfreich sein. Vielleicht kann auch der
Hausarzt vorerst ein leichtes
Beruhigungsmittel verschreiben.



Eine weitere Möglichkeit ist, sich einer Selbsthilfegruppe an Ihrem
Heimatort anzuschließen und da kann ich Ihnen empfehlen sich unter



http://www.depressionen-depression.net/pages/selbsthilfegruppen.htm



zu informieren, was für Sie in Frage kommt.



Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und
alles Gute auf Ihrem weiteren Weg



Mit freundlichen Grüßen





Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine
fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern
beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei
unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.





Wenn ich Ihnen helfen konnte würde ich mich über eine positive Bewertung
sehr freuen.





diplompsychologe und weitere Experten für Beziehung sind bereit, Ihnen zu helfen.