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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
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Ich habe eine Frage bezüglich der midlife-crises von Männern.

Beantwortete Frage:

Ich habe eine Frage bezüglich der midlife-crises von Männern. mein Mann ist auch betroffen, denke ich zumindest. Unzufreiden mit sich und seinem Job. kein weiter kommen und die Verantwortung der Familie gegenüber. aber er sagt, dass er uns liebt und eratmal Zeit für sich braucht. Er hat sich ein paar Sachen geschnappt und wohnt erstmal bei einem Freund. Will sich allerdings eine eigene Wohnung suchen. Wenn wir uns in den letzten 2 Wochen getroffen haben, ging es vor allem um alltägliche Sachen. Wir wollen erstmal eine Eheberatung aufsuchen, von daher ist da Interesse die beziehung fortzuführen auf beiden Seiten vorhanden. Ich sehe aber nicht ein, dass er seine Probleme auf uns projeziert. Mit Mitte 40 muss Mann doch wissen, was man will. Seit 1 Woche habe ich den kontakt abgebrochen, da ich mit dem ewigen auf und ab überhaupt nicjt zurecht komme. Sollte ich um eine Entscheidung bitten, damit ich mein Leben wieder in den Griff bekomme? Oder verliere ich ihn ganz? Aber so kann es nicht weitergehen. Es macht mich kaputt.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Beziehung
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige und frustrierende Situation. Die allgemeine Unzufriedenheit und die Suche nach "etwas anderem", nach Risiko, Unabhaengigkeit und etwas exotischem passt in das Konzept der "midlife crisis." Auch wenn die midlife crisis nicht immer ernst genommen wird, gibt es mittlerweile genug Forschung, die zeigt, dass es sich dabei um eine durchaus ernstzunehmende Lebenskrise handelt. Man stellt sich zu diesem Zeitpunkt oft die Frage nach dem Sinn des Lebens, hinterfragt Lebensentscheidungen (Was waere gewesen, wenn ich jemand anderen geheiratet haette? Wenn ich einen anderen Beruf ergriffen haette? Wenn ich (keine) Kinder haette? ....), und setzt sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Die Realisierung, dass man weniger Zeit vor sich als hinter sich hat, fuehrt oft dazu, dass man mit allen moeglichen Mitteln versucht, seine Jugend noch einmal zu erleben. Das fuehrt dann oft zu einem grossem Drang nach Freiheit, Unabhaengigkeit und Risiko. All das ist Teil des Wunsches nochmal jung zu sein (denn mit 20 stand das Leben noch offen, man konnte noch alle Traeume verwirklichen).
Dieser Wunsch nach einer zweiten Jugend hat wahrscheinlich nur bedingt mit Ihnen und Ihrer beruflichen Situation zu tun. Sein Verhalten ist nicht unbedingt wirklich von dem Wunsch, Sie zu verlassen, motiviert, sondern von dem Wunsch noch einmal jung zu sein. Der Alltag mit Ihnen zeigt ihm ganz deutlich, dass er nicht 20 ist (die Kinder sind zu alt, die Routinen gut eingespielt, es gibt wenig ueberraschendes und aufregendes, man kennt einander sehr gut - und damit auch die Eigenheiten des anderen (wie man den Kaffee trinkt, was man gerne am Sonntag macht...)), was fuer ihn gerade sehr angsterregend ist.

Was als naechstes passiert ist sehr schwer vorauszusagen. Manche Maenner finden einen Weg, den Sinn des Lebens im Rahmen Ihrer Familie zu finden und Ihre Angst vor der eigenen Sterblichkeit zu ueberwinden. Sie tun dann oft Dinge, um ihr Leben zu bereichern (wie eine Pilotenlizenz machen, mit dem Fahrrad durch die Mongolei fahren, eine Zeit im Ausland arbeiten, ein schnelles Auto kaufen usw.) um fuer diesen Drang nach Freiheit und Risiko im Rahmen ihres jetzigen Lebens Raum zu schaffen. Andere verlassen Ihre Familien oder fangen mit einer jungen Frau eine neue Familie an. Wenn sie dann nach ein paar Jahren realisieren, was sie aufgegeben haben, ist es leider in der Regel zu spaet, um zurueckzukehren, denn vielen Frauen geht es wie Ihnen, sie sehen nicht ein, warum sie geduldig warten sollten bis der Mann seine Krise ueberwunden hat (auch wenn er keine neue Beziehung eingeht - und nicht alle Maenner tun das).


Wuerde Ihr Mann etwas zur midlife crisis lesen? Vielleicht gibt es gemeinsame Freunde, die mit ihm darueber reden koennen? Gibt es vielleicht einen Mann, den er respektiert, der eine aehnliche Lebenskrise durchgemacht hat, der mit ihm sprechen koennte? Koennten Sie sich gemeinsame Abenteuer vorstellen? Oder koennten Sie sich vorstellen, ihm tatsaechlich eine gewisse Zeit zu geben, um zurueck zu sich selbst zu finden?

Ich empfehle Ihnen ausserdem, sich unabhaengig vom Verhalten Ihres Mannes, gut um sich selbst zu kuemmern. Tun Sie sich selbst etwas gutes, etwas, das Ihnen hilft, sich besser, staerker, unabhaengiger und weniger frustriert oder aengstlich zu fuehlen.
Frauen scheinen sich insgesamt einfacher mit dem Aelterwerden abzufinden und brauchen diese "zweite Jugend" nur selten, darum ist es oft unverstaendlich, warum Maenner diese Dinge tun. Aber letztendlich hat die momentane Trennung wahrscheinlich ganz viel mit den Aengsten Ihres Mannes zu tun und recht wenig mit Ihnen. Das hilft Ihnen wahrscheinlich wenig, um sich weniger verletzt zu fuehlen, aber vielleicht gibt Ihnen dieses Wissen den Mut, weniger darueber zu gruebeln, was Sie falsch gemacht haben (wahrscheinlich wenig) und sich auf Ihr Leben zu konzentrieren und Wege zu finden, gluecklich zu sein. Je gluecklicher und zufriedener Sie mit sich und Ihrem Leben sind, desto attraktiver wirken Sie - auch auf Ihren Partner.

Ich finde die Idee der gemeinsamen Therapie wichtig und wuerde Ihnen empfehlen, diese wahrzunehmen. Auch wenn es zur Trennung kommen sollte, ist eine Therapie oft hilfreich, damit man grosse und unnoetige Verletzungen vermeiden kann.

 



Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze. Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Alles was Sie mir empfohlen haben, habe ich schon in Foren nachlesen können. Mich interessiert eher was passiert, wenn ich nicht die Zeit und Mühe opfern möchte auf meinen Mann und seine Entscheidungen zu warten. Ich möchte nicht die nächsten Wochen ihn über mein Gefühlsleben bestimmen lassen. In diese Abhängigkeit will ich mich nicht begeben. Soll ich mich melden und einen endgültigen Schlussstrich ziehen, damit es voran geht?
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
leider kann Ihnen diese Entscheidung niemand abnehmen. Es gibt keine "richtige" Entscheidung, nur "Ihre" Entscheidung, die Entscheidung, mit der Sie langfristig leben koennen und wollen. (Manchmal hilft es, sich vorzustellen, wie man sich fuehlen wird, wenn man in 5 Jahren auf diese Entscheidung zuruckblickt).


Es ist durchaus okay, einen Schlussstrich zu setzen und sich dann auf Ihr Leben zu konzentrieren. Was ich manchmal empfehle ist, dass man einen Zeitrahmen setzt - wie z.B. 2 Wochen oder 4 Wochen oder 6 Wochen (das ist absolut Ihnen ueberlassen, wie lange Sie da bereit sind zu warten) und sagt, dass man innerhalb dieses Zeitrahmens um eine klare Antwort seitens der anderen Person bittet und wenn diese nicht kommt, dass man dann eine eigene Entscheidung trifft - in Ihrem Fall dann eine komplette Trennung. Das hilft oft auch mit der gefuehlten Hilflosigkeit, dass er Ihr Gefuehlsleben bestimmt, denn jetzt sind es ja Sie, die die Grenzen setzt, nicht er. Sie entscheiden, dass Sie ihm so und so viele Wochen geben - und in diesen Wochen tun Sie ganz viel fuer sich selbst, unabhaengig davon, was er tut oder entscheidet.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze. Vielen Dank.

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