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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Ausländerrecht
Zufriedene Kunden: 30063
Erfahrung:  Vertiefte Kenntnisse im Ausländerrecht
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ra-huettemann ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren. Ich habe folgendes Anliegen.

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren. Ich habe folgendes Anliegen. Der Sohn meines Onkels aus erster Ehe (Mein Cousin) ist Kasachischer Staatsbürger und ist der Letzte in KZ verbliebene Verwandtschaftsteil. Die Mutter ist nach Russland ausgewandert, der Vater ist letztes Jahr leider verstorben und seine Ehefrau wurde letztes Jahr ermordet. Da er es allein, mit seinem Kind in Kasachstan sehr schwer hat, würde die Familie ihn gerne nach Deutschland holen. Er hat an einem Sprachkurs in Kasachstan Teilgenommen, welches als Voraussetzung für die Übersiedlung nach Deutschland erforderlich ist. Allerdings fällt ihm das Erlernen der Sprache sehr schwer und er fiel durch bei der Prüfung. Wir sind der Ansicht, dass es ihm hier vor Ort einfacher fallen würde. Hätten sie Tipps für uns, wie wir es am besten bewerkstelligen.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Leider ist der Nachweis deutscher Sprachkenntnisse zwingend für die Erteilung des Nachzugsvisums bei der deutschen Auslandsvertretung und die spätere Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis.

Ausnahmen von diesem Erfordernis sind allerdings gesetzlich vorgesehen in § 30 Absatz 1 Satz 3 AufenthG:

http://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__30.html

Danach kann von dem Nachweis des A1-Zertifikats etwa abgesehen, wenn der Antragsteller wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage ist, einfache Kenntnisse der deutschen Sprache nachzuweisen, oder aber, wenn erkennbar ein geringer Integrationsbedarf besteht.

Sofern diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, wird Ihr Cousin das A1-Zertifikat beibringen müssen.

Nun zu der aktuellen Situation:

Ich rate an, dass Ihr Cousin ein normales Besuchsvisum beantragt. Sofern er dann in Besitz eines solchen dreimoantigen Besuchsvisums ist, so ist es ihm während seines Aufenthalts ohne weiteres möglich, hier in Deutschland eines der vielfältigen Angebote zu nutzen und einen Sprachkurs zu belegen. Rechtliche Hinderungsgründe bestehen insoweit nicht - insbesondere ist Ihr Cousin natürlich nicht gezwungen, den Sprachkurs in Kasachstan zu absolvieren. Die Dauer eines solchen Sprachkurses liegt im Übrigen bei etwa acht Wochen - der Kurs kann also problemlos während des dreimontaigen Besuchszeitraumes und bei entsprechender vorheriger Anmeldung Ihres Cousins ohne weiteres absolviert werden.

Sobald er das Zertifikat erlangt hat, kann er sodann unter Vorlage des Zertifikats bei der deutschen Auslandsvertretung in Kasachstan das Nachzugsvisum nach D beantragen.


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Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank für die Informationen. Wäre ihnen dankbar, wenn sie mir noch Paar Nachfrage beantworten würden. Würde Legasthenie als solch eine physische oder geistige Behinderung gelten? In welchen Fällen würde ein geringer Integrationsbedarf bestehen? Zuletzt, wäre es möglich oder sinnvoll ein Sprachkursvisum zu beantragen? Ich habe gelesen, dass dieses Visum von drei Monaten, um neun Monate verlängert werden kann. Da der Betroffene Lernschwierigkeit vorweist, kann diese Verlängerung sich als Notwendig erweisen.


Nochmals vielen Dank!


 


mit freundlichen Grüßen


Schmidt Ruslan

Vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung.

Ja, sofern Legasthenie vorliegt, so würde dies zu einer Befreiung von dem Erfordernis zum Nachweis des Zertifikats führen. Die Legasthenie müsste allerdings anhand eines entsprechenden ärztlichen und/oder logopädischen Gutachtens dokumentiert werden.

Wird dieses Gutachten sodann bei der Auslandsvertretung vorgelegt, so wird von dem Erfordernis zur Vorlage des Sprachnachweises abgesehen werden.

Geringer Intergrationsbedarf wird insbesondere bei Abschluss einer universitären Ausbildung - Hochschulstudium - des Antragstellers angenommen.

Ja, dazu würde ich in Anbetracht der Legasthenie Ihres Cousins sogar ausdrücklich anraten, und ich sehe vorliegend auch keinen Hinderungsgrund, weshlab ihm ein entsprechendes Visum zur Teilnahme am Sprachkurs nicht erteilt werden sollte.

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Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Ausländerrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Noch ein mal Danke. Wir haben nun einen Ansatz und vielleicht ist es auch die Lösung. Wünsche ihnen alles Gute!


 


Mit freundlichen Grüßen


Familie Schmidt

Sehr gern geschehen, und auch Ihnen vielen Dank.

Ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt