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rafozouni
rafozouni, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 609
Erfahrung:  Fachanwalt für Arbeitrecht
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rafozouni ist jetzt online.

Ich habe bei meinem Arbeitgeber Krankmeldungen (AU-Scheine)

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe bei meinem Arbeitgeber Krankmeldungen (AU-Scheine) nicht nur über meinen Hausarzt regulär bezogen, sondern seit ca Mitte 2019 auch über AU-SCHEIN.DE welches Krankmeldungen über Telemedizin anbietet. Da wohl nun auch andere Mitarbeiter über diese Platform eine Krankmeldung einreichten, viel dies nun meinem Arbeitgeber (Ein Krankenhaus) auf, da immer der gleiche Arzt auf dem Stempel stand. (wohl eine Gynäkologin, das war mir nicht bekannt und ich bin ein Mann) und diese AU-Scheine über AU-SCHEIN.DE werden wohl nun rechtlich geprüft. Ich habe bereits kommende Woche dazu ein Personalgespräch. Mein Hausarzt wohnt 60 km entfernt und habe mir die Fahrt bis dahin ersparen wollen und deshalb auch diese Dienstleistung genutzt, ich hatte mich vorab belesen und die Webseite welche wohl auch bei Pro7 bereits war suggeriert mir eine legale Vorgehensweise, gerade in der aktuellen CoronaZeit der telefonischen Krankschreibung. Die Frage ist kann mir dienstrechtlich nun etwas passieren? Sogar eine Kündigung? Ich war in den letzten Jahren im Durchschnitt ca 27 Tage/Jahr krank. Mein Arbeitsgeber hat wohl bereits bei meiner KRankenkasse angerufen, jedoch habe ich meine AUs nicht an die Krankenkasse weitergeleitet sondern abgeheftet da ich dachte das des nur bei längerer Erkrankung über 6 Wochen hinaus erforderlich ist. Ich habe nachgesehen und die ICD sind immer anders, bzw die Grunderkrankung nie länger als 1 Woche am Stück und in der Menge nie länger als 6 Wochen innerhalb eines halben Jahres. Was kann mir Arbeitsrechtlich nun passieren? Es war mir nicht bewusst das Krankschreibungen aus der Ferne durch die diversen Dienstleister nicht anerkannt oder sogar illegal sind. Ich bin dem BAT-KF zugehörig. Ich bitte um dringende Hilfe. vielen Dank.

Sehr geehrter Kunde,

unter Zugrundelegung Ihrer Schilderung dürfte beim Arbeitgeber der Verdacht des Vortäuschens einer Arbeitsunfähigkeit vorliegen und in dem Personalgespräch wird man Sie mit diesem Verdacht konfrontieren; Ihnen aber eben auch die Möglichkeit zur Stellungnahme geben.

Dabei sollten Sie die Sache aus Ihrer Sicht schildern und dabei insbesondere aber auch sagen, aus welchem Grunde Sie arbeitsunfähig gewesen sind. Es bleibt dann abzuwarten wie der Arbeitgeber reagiert.

Sollte er Ihrer Schilderung Glauben schenken, wird gar nichts passieren.

Wenn der Arbeitgeber aber den genannten Verdacht weiterhin hat, kann es zu einer Abmahnung oder sogar zu einer Kündigung kommen. In beiden Fällen würde ich Ihnen anraten, vor Ort einen Anwalt zu beauftragen, der gegen die Abmahnung/Kündigung vorgehen kann. Insbesondere bei einer Kündigung ist darauf zu achten, dass gegen diese innerhalb von drei Wochen nach Erhalt eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden muss; andernfalls würde die Kündigung wirksam werden.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weiter geholfen zu haben und wäre für eine positive Bewertung (3-5 Sterne anklicken) dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

RA Fozouni

Kunde: hat geantwortet vor 19 Tagen.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, aber ich habe meine Erkrankungen ja nicht vorgetäuscht. Und ich bin von dem Wissen ausgegangen das eine Krankschreibung über Telemedizin im Gesetztestext vor einiger Zeit gelockert wurde sodass Ärzte auch aus der Ferne u.a eine AU ausstellen dürfen, so zumindest suggeriert mir die Seite das ,welche auch durch einen Juristen vertreten und auch bei Pro7 oder dem Spiegel bereits aufgeführt wurde. Weiterhin dachte ich das die noch aktuelle Krankschreibung via Telefon in coronazeiten ebenfalls gültig ist. Dann wären ja alle Onlinearzttermine ungültig bzw deren Bescheinigung. Beispielsweise telemedic, KRY, und alle Institutionen die solche eine Dienstleitung anbieten. Kann ich dann dennoch arbeitsrechtlich belangt werden? Gibt es für die "Nichtanerkennung" einer abgegebenen AU eine Frist? Beispielsw. aus 2019 oder 20? Ich bin in dem Betrieb über 20 Jahre beschäftigt und habe mir nie etwas zu schulden kommen lassen, wird man dann hier direkt kündigen? Falls dies tatsächlich illegal war wurde ich ja in dem Wissen getäuscht und nicht nur ich sondern tausende anderer Arbeitnehmer die sich in Coronazeiten über die Möglichkeit der Ferndiagnostig und Bescheinigung hilfe holen möchten.

Eine Täuschung läge nur dann vor, wenn Sie sich auf welchem Wege auch immer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen "besorgt" hätten, ohne tatsächlich arbeistunfähig gewesen zu sein. So wie Sie es schildern, haben Sie insgesamt mit reinem Gewissen gehandelt und sind davon ausgegangen, dass das alles so Okay ist. Dies müssen Sie Ihrem Arbeitgeber mitteilen!!!

Eine wie von Ihnen erfragte Frist gibt es nicht, doch wenn der Arbeitgeber von Umständen erfährt, die den Verdacht einer vorgetäuschten Arbeitsunfähigkeit begründen, muss der Arbeitgeber Gelegenheit geben, sich zu diesem Verdacht zu äußern.

Da Sie schon so lange dort tätig sind, gehe ich nicht davon aus , dass gleich eine Kündigung erfolgt. Falls doch, sollten Sie wie gesagt, eine Kündigungsschutzklage einreichen!

rafozouni und 4 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.