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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 31244
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit im Zivilrecht
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RASchiessl ist jetzt online.

Ich bin seit 2,5 Jahren für die KPMG AG tätig. Ich habe in

Diese Antwort wurde bewertet:

ich bin seit 2,5 Jahren für die KPMG AG tätig. Ich habe in der Zeit ein Team von 30 Mitarbeitern/innen (festangestellt, hinzu kommen ca. 10 Praktikanten) und ein sehr profitables Beratungsgeschäft bei 6 Mandanten.
Konsequenterweise durchlief ich im letzten Jahr Assessments und meine Beförderung zum Associate Partner zum 1.10.2019 wurde im internen Intranet kommuniziert.
Danach kam es zu einem Compliance-Verstoß. Einer meiner Senior Manager hat nicht geleistete Stunden ggü. einem Mandanten abgerechnet. Ich habe mehrere Rechnungen mit entsprechenden Zeitaufschreibungsnachweisen (im Anhang) systemisch freigegeben. Mir war dies nicht bewusst. Aufgrund des massiv wachsenden Geschäftes habe ich mir nicht ausreichend Zeit genommen die Rechnungen tiefgehend zu checken.
Ich bekam einen Anruf vom Consulting CFO und er fragte ob ich mich kurzfristig in München mit ihm treffen könnte. Ich bejahte, reiste in unsere Münchner Niederlassung und fand mich in einem Raum mit ihm und unseren Risikomanagement-Leiter wieder. Man fragte mich nach meinem Thüringer projekt und bat mich von diesem zu erzählen. Dies tat ich "frei von der Leber". Dabei berichtete ich dass im Teamstaffing zunächst ein Assistant Manager und eine Senior Manager aus dem Prüfungsbereich beteiligt waren. Allerdings nur zu Beginn. Später, da wir uns nicht über den Umsatzsplit einigen konnten, waren sie nicht mehr teil des Projektteams. Daraufhin legte der Compliance-Leiter mir eine Rechnung aus April vor (Projektstart August) auf der die besagten Mitarbeiter abgerechnet waren. Ich zeigte mich irritiert und signalisierte umfassende Aufklärung. Ich zog vor Ort Rechnungsstichproben und die Kollegen fanden sich auf vielen Rechnungen wieder. Ich sprach aus, dass das nicht sein dürfe, mir durchgerutscht sein müsse. Im nachhinein hörte ich man fand diesen Termin gut.
Nicht gut fand man den Folgetermin am nächsten Tag. Ich rief meinen Projektleiter (Engagement Manager) auf dem Projekt an und fragte ihn nach dem Zeitaufschrieb Er gab zu die Personen abgerechnet zu haben. Ich sagte ihm im Folgetermin mit ihm, dem Compliance Leiter und mir "alles auf den Tisch zu packen". Fragte ob ich noch etwas wissen müsse. Er verneinte. Am nächsten Tag beantwortete er vieles mit Umschweifen, wenig klar und versucht auf einen Mitarbeiter abzuschieben. Außerdem (dass ärgerte mich sehr) kam raus, dass der betroffene Mitarbeiter ihn mehrfach vor zwei Wochen kontaktiert hatte! Er ihn aber nicht anhörte. Daraufhin ging zur Complianceabteilung.
Insgesamt zahlte der Kunde für einen Bericht und wollte das Projekt als Festpreisprojekt abhandeln. Da es ein Neukunde war beharrte ich darauf in der Angebotsannahme den Satz bzgl. Abrechnung anhand personengebundener Zeitaufschreibung aufzunehmen.
Der Engegament Manager wurde nun fristlos entlassen. Mir ggü. wurden (bisher mdl.) drei Maßnahmen ausgesprichen:
1. Beförderung für dieses Jahr ausgesetzt
2. Abmahnung
3. roter Eintrag in Riskmatrix (kein Bonus, trotz Bomben Jahr)
Kann ich insbesondere gegen die Beförderungsaussetzung etwas tun?

Beste Grüße
***

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Gegen die Beförderungsaussetzung und die Aussetzung des Bonus können Sie dann etwas unternehmen, wenn Sie rechtlich gesehen einen Anspruch auf Beförderung und Bonus haben.

Dieser Anspruch muss entweder im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung niedergelegt werden. Ist dies der Fall und sind keine Ausnahmen im Arbeitsvertrag genannt und stehen Bonus und Beförderung nicht unter Freiwilligkeitsvorbehalt, so können Sie die Beförderung und den Bonus vor dem Arbeitsgericht einklagen.

Bezüglich der Abmahnung haben Sie grundsätzlich dann einen Anspruch auf Entfernung der Abmahnung aus der Persönalakte wennn Sie keine nachweisbare Pflichtverletzung begangen haben. Diese Pflichtverletzung (Sorgfaltspflicht, arbeitsvertragliche Verpflichtung die Mitarbeiter zu kontrollieren und so weiter) müsste Ihnen der Arbeitgeber in Nachweis bringen. Kann er den Nachweis nicht führen, so müsste der die Abmahnung aus Ihrer Personalakte entfernen (ebenso diesen roten Eintrag).

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Darf ich Ihnen noch weiter helfen?

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Kunde: hat geantwortet vor 5 Tagen.
Würde es etwas ändern wenn ich ein Organisationsversagen nachweise?

Sehr geehrter Ratsuchender,

ein Organisationsverschulden ist sicher geeignet das Verschulden von Ihnen weg hin zum Arbeitgeber oder einem Vorgesetzten zu lenken. Es hat also Auswirkungen auf die Schwere der Pflichtverletzung und damit durchaus auf die Frage ob nun eine Abmahnung beziehungsweise die Aussetzung von Beförderung und Bonus gerechtfertigt ist oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt