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ragrass
ragrass, Rechtsanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 8286
Erfahrung:  langjährige Erfahrung als Rechtsanwältin
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ragrass ist jetzt online.

Ich bin im oberen Führungskreis einer amerikanischen Firma,

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin im oberen Führungskreis einer amerikanischen Firma, habe aber einen deutschen AV.Vor kurzem war ich abends nach Dienstschluss (Dienstreise in USA) in einem Pub unterwegs und habe mich wie auch mit vielen anderen Leuten irgendwann mit einer Dame unterhalten und Komplimente gemacht - halt ein bisschen geflirtet. Sie hat darauf positiv reagiert und mir erzählt, dass Sie mich kennt und in meiner Firma in Kalifornien arbeitet.Zunächst war ich etwas zurückhaltender, aber irgendwie haben wir uns super verstanden, viel erzählt und dann habe ich weiter etwas geflirtet, da ich dachte ok, ist ja nicht Firma, ist öffentliches Pub, beide freiwillig hier, kein Bezug zum Arbeitsgeber. Nach ca. 2 h sind wir dann zusammen aus dem Pub (es war inzwischen schon 1 Uhr früh) und ich habe ihr vorgeschlagen Sie noch zum Ihrem Hotel zu bringen. Auf dem Weg war weiter eine positive und offene Stimmung und irgendwann habe ich Sie halt relativ locker gefragt, ob Sie noch Lust hätte mit zu mir zu kommen.
Daraufhin Sie "nein bin verheiratet" und ich "naja ich halt auch". Ich habe in dem Moment gemerkt, dass ihr das auch gar nicht recht war und bin dann ohne große weitere Worte gegangen (ohne SIe, in mein Hotel).Nochmals der ganze Abend verlief easy, ich habe Sie nicht angefasst, nicht versucht zu küssen, auch nicht sexuell berührt. Ob ich Sie mal umarmt habe (mei wie man das halt in der Bar freundschaflich macht) weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr genau.Nun kommts dicke:
Vorgestern hat mich mein Kollege (Personalchef) zu einem vertraulichen Gespräch gebeten und mir eröffnet, dass die Dame sich über mich beschwert hätte und nun die Firma die Sache untersuchen muss, was ja Standard in solchen Fällen ist. Allerdings ist mir nun ziemlich mulmig geworden, da ich zwar privat unterwegs war, aber nun als obere Führungskraft trotzdem einer Kollegin (Ich bin auch über mehrere Ebenen hinweg nicht Ihr Vorgesetzer) ein zweideutiges Angebot gemacht habe, was Sie ausgeschlagen hat.Ich war im Gespräch ziemlich durch den Wind, da Sie genaue Angaben gemacht hat, was wir alles besprochen haben, wie ich geflirtet habe (zum Beispiel hat SIe erzählt, dass ich SIe öfter gefragt habe, ob ich Sie mal umarmen darf) also ziemlich konkret. Zum Glück gabe es keine Anschuldigung zu ungewollten Berührungen oder sexuelles Begrabschen aber eben dieses "letzte Angebot" auf dem gemeinsamen Heimweg ist der Hauptbeschwerdepunkt.Mir ist es relativ schwer gefallen, den Abend zu rekonstruieren, wahrscheinlich war alles easy und belanglos war und ich niemals den Eindruck hatte, dass ich etwas Unangenehmes oder nicht Passendes sage oder mache.Ich habe ich jetzt darum gebeten das Ganze über das Wochenende nochmals Review passieren zu lassen, nur irgendwie habe ich jetzt Angst dass es doch mehr Konsequenzen hat, als ich in der Bar noch gedacht habe.Nächste Woche muss ich irgendwas anworten (bin wieder zurück in Deutschland).Mein Problem: ich kann wirklich nicht viele genaue Angaben machen.
Gleichzeitig darf niemals der Eindruck entstehen, dass ich nicht kooperativ bin und das Vertrauen des CEOs auf Spiel setze.
Dann habe ich ein ganz anderes ProblemWie soll ich mich jetzt verhalten ?

Sehr geehrter Fragesteller,

laut Ihrem Arbeitsvertrag kommt deutsches Recht zur Anwendung ?

Ist denn das Flirten eher einseitig von Ihnen ausgegangen oder kann man sagen, dass die Dame auch mit Ihnen geflirtet hat ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
ja deutsches Recht. Naja nach meinem Eindruck hat Sie positive Signale gesendet. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie irgendwann mich ablehnte. Immerhin sind wir zwei Stunden zusammen gesessen und dann ist Sie mit mir gemeinsam nach Hause gegangen. Sie hat in Ihrer Befragen bestätigt, dass sie niemals bedrangt wurde oder sogar unter Druck gesetzt wurde. Ich habe zum keinem Zeitpunkt irgendwelche Hierarchie oder Arbeitssachen (Dienstellung) gespielt - im Gegenteil für mich waren wir zwei Kollegen, die sich zufällig und unbekannterweise in eine BAr getroffen haben (hat Sie auch so bestätigt).

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nutzung von Justanswer und den Nachtrag.

Da deutsches Recht zur Anwendung kommt, wäre im Grunde genommen ein "Ausplaudern" von irgendwelchen Firmengeheimnissen oder - abläufen problematisch und natürlich auch eine sexuelle Belästigung.

Ersteres haben Sie selber ja verneint. Eine sexuelle Belästigung ist nach Ihrer Schilderung auch nicht gegeben, da es sich um einen gegenseitigen Flirt gehandelt hat. Denn nur unerwünschte Verhaltensweisen können sich als sexuelle Belästigung darstellen.

Im Grunde sollten Sie schon bei Ihren Angaben die Wahrheit beachten und den Abend letztlich so schildern, wie er verlaufen ist, nämlich, dass sich zwei Kollegen getroffen haben, man einen netten Abend verbracht und gegenseitig etwas geflirtet hat, dass aber rein gar nichts geschehen ist, was nicht gewollt, sexistisch oder diskriminierend war.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind umfänglich beantwortet. Sollte etwas übersehen worden sein oder weitere Fragen bestehen, geben Sie bitte Bescheid. Anderenfalls darf ich Sie um Bewertung der Antwort bitten.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Naja meine Befürchtung ist, dass meine Einladung ins Hotel so gewertet wird. Zwar habe ich das Nein akzeptiert, aber die Frage alleine ist ja doch eine Belästigung oder?Ich will gar nichts verheimlichen oder täuschen, das wäre eine Katastrophe, das Blöde ist ich kann nichts zugeben, woran ich mich absolut nicht erinnern kann. (z.B. Sie hat erzählt dass ich in der Bar schon sehr oft gefragt habe, ob ich Sie berühren darf - was absoluter Quatsch ist. Warum ist Sie dann solange geblieben? Echt blöde Situation. Die Firma wird natürlich versuchen sich selber zu schützen, da gerade in USA große Schadenersatzforderungen im Raum stehen.Würden Sie mir noch die o.g. Fragen beantworten.
Danke.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Wie wiegt in diesem Fall Aussage gegen Aussage bzw. Aussage gegen "kann das nicht bestätigen, weil ich mich absolut nicht daran erinnern kann" ?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich kann die Befürchtung schon nachvollziehen, aber aufgrund des gegenseitigen Flirts war ja kein Zwang bzw. keine Belästigung da. Sie konnten also durchaus davon ausgehen, dass auch die Einladung "gegenseitig" ist. Belästigung wäre es nur, wenn Sie aufgrund des Verhaltens der dame sicher von einem "nein" ausgehen konnten.

Wenn Sie sich nicht genau erinnern können, sollten Sie dies natürlich auch genauso darstellen.

Bei Aussage gegen Aussage kommt es darauf an, was glaubhafter rüberkommt. Im Grunde benötigt man im deutschen Recht Beweise für eine Santion.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

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