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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 30384
Erfahrung:  Erfahrung in der Bearbeitung arbeitsrechtlicher Mandate
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Tag, es geht um folgenden Fall. Ich arbeite

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
es geht um folgenden Fall. Ich arbeite ausschließlich in der Nachtschicht und habe mir am 30.11.2018 (vor knapp 6 Wochen) das Fußgelenk auf der Arbeit gebrochen (Arbeitsunfall).
Ich erhalte eine Bruttovergütung von 1800 Euro zzgl. eine steuerfreie Zulage von 25% und eine steuerpflichtige Zulage von 5% (insgesamt 30%, Nachtzuschag). Jetzt ist es so, dass Ich für den Monat Dezember lediglich mein Bruttolohn von 1800 Euro erhalten habe, die Nachtzulage hat mein Arbeitgeber weggelassen und beruft sich dabei auf den Arbeitsvertrag, wo unter Paragraph 4 folgendes steht:
(1) Der Arbeitnehmer erhält eine Bruttovergütung i. H.v. 1800 Euro.
Für nachweislich geleistete Nachtarbeitsstunden wird seitens des Arbeitgebers eine steuerfreie Zulage in Höhe von 25-Prozent und eine steuerpflichtige Zulage von 5-Prozent (insgesamt 30%) auf die Bruttostundenvergütung an den Arbeitnehmer gezahlt. Dieser Zuschlag steht unter Bedingung, dass der Arbeitnehmer täglich seinen ordnungsgemäß ausgefüllten und unterschriebenen Stundenzettel beim Geschäftsführer und einer vom Geschäftsführer bestimmten Person abgibt.
Es ist so, dass wenn Ich einen vollen Monat ganz normal arbeite, Ich einen Nettolohn von 1830 Euro erhalte, dadurch das Ich nun Arbeitsunfähig war im Dezember, habe Ich lediglich einen Nettolohn von 1290 Euro erhalten, ganze 540 Euro weniger.
Ich habe meinen Arbeitgeber auf §§ 3, 4 des EntgFG angesprochen und das Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall auch den Nachtzuschlag beinhaltet. Dieser hat dies jedoch verneint und gesagt, dass im Krankheitsfall, Urlaub etc., also wenn man nicht auf der Arbeit ist, aus welchem Grund auch immer, der Nachtzuschlag entfällt.
Daher benötige Ich nun juristischen Rat, ob Ich im Recht bin und wie Ich da weiter vorgehen kann.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
S. Lujic

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Sie haben vollkommen Recht, und Ihr AG ist verpflichtet, Ihnen im Rahmen der zu leistenden Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall auch den Nachtzuschlag zu zahlen!

Die Höhe des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung bestimmt § 4 Absatz 1 EFZG. Nach dem geltenden Entgeltausfallprinzip ist der AG verpflichtet, dem Beschäftigten die individuelle regelmäßige Arbeitszeit, die durch die Krankheit tatsächlich ausgefallen ist, zu vergüten.

Das bedeutet, dass ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer Anspruch hat auf diejenige Vergütung, die er bezogen hätte, wenn er nicht erkrankt wäre.

Ihnen steht somit auch die Zahlung des Nachtzuschlages zu!

Von diesen Grundsätzen kann auch nur im Rahmen eines Tarifvertrages abgewichen werden - § 4 Absatz 4 EFZG, nicht aber - wie in Ihrem Fall - durch eine arbeitsvertragliche Ausschlussregelung.

Fordern Sie Ihren AG daher unter ausdrücklicher Berufung auf die hier dargestellte und klare Rechtslage zu umgehender Nachzahlung der Ihnen zustehenden Zuschläge auf.

Kündigen Sie ihm zugleich an, dass Sie bei ausbleibender Nachzahlung Ihre Ansprüche auf dem Rechtsweg durchsetzen werden, indem Sie Klage zum Arbeitsgericht erheben. Ihr AG würde dann verurteilt werden, die Zuschläge an Sie nachzuzahlen!

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Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.