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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 6996
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Ich möchte einen polnischen Kleinunternehmer bei

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich möchte einen polnischen Kleinunternehmer bei mir in Deutschland für Renovierungsarbeiten in Mietwohnungen für einige Wochen beschäftigen. Was muss ich bezüglich der USt beachten? Ist diese überhaupt irgendwo fällig? Mit bestem Dank, ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

es freut mich, dass Sie sich für die Nutzung von JustAnswer entschieden haben.

Ich bin Rechtsanwalt Dr. Traub und würde Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiter helfen.

Habe ich es richtig verstanden, dass es sich um die Renovierung von vermieteten Wohnungen handelt, über welche Sie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen.

Haben Sie bzgl. der Vermieteten Immobilien ggü. dem FA schon einmal eine Umsatzsteuererstattung geltend gemacht?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Nein, keine Umsatzsteuer gezahlt, noch erstattet bekommen. Aus der Wohnung resultieren Einkünfte aus Vermietung. Darüber hinaus ist auch angedacht kleinere Umbauten in meiner Zahnarztpraxis durchzuführen. Mit freundlichen Grüßen ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Da Sie hier auch als Unternehmer (Zahnarzt) agieren, geht die Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG auf Sie über.

D. h. Bauleistungen und Werklieferungen aus dem Ausland sollten zur Vermeidung von rechtlichen Nachteilen umsatzsteuertechnisch von Ihnen abgeführt werden.

Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass der Fiskus von Ihnen die Umsatzsteuer einfordert.

Eine "vereinfachte" Darstellung finden Sie vertiefend unter https://www.wirtschaftswissen.de/finanzen-steuern/steuerrecht/umsatzsteuer/5-faelle-in-denen-sie-als-leistungsempfaenger-umsatzsteuer-zahlen/

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Der polnische Kleinunternehmer (steuerlich) gibt mir gegenüber jedoch an, sein polnischer Steuerberater habe ihm gesagt er müsse in Polen seine Einkommensteuer abführen, jedoch falle keine USt. an. Auch nicht in Deutschland.Als Arzt bin ich ja auch nicht USt. pflichtig. Besten Dank, ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

wenn der Steuerberater des polnischen Unternehmers ausführt, dass der Unternehmer keine Umsatzsteuer abführen muss, bleibt die Umsatzsteuer zwangsläufig an Ihnen hängen.

Denn ein Steuerobjekt bezahlt die Umsatzsteuer. Ansonsten bestünde eine Steuerlücke.

Zwar führen Sie als Arzt steuerfreie Umsätze aus. Dies betrifft jedoch nicht die von Ihnen empfangenen Leistungen. Auf diese haben auch Sie Umsatzsteuer zu bezahlen.

Nur Ihre Ausgangsrechnungen erstellen Sie ohne Umsatzsteuer.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ein Kleinunternehmer ist aber doch nicht USt.-pflichtig?!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

bei den Ausgangsrechnungen nicht. Bei den Eingangsrechnungen hat er wie eine Privatperson die Umsatzsteuer mitzubezahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Die Rechnung die vom Kleinunternehmer erhalte ist demnach eine Ausgangsrechnung OHNE USt.? Um meine Ausgangsfrage noch einmal zu wiederholen: Fällt die USt. für die geplanten Leistungen dann weder in Polen, noch in Deutschland an? Ist dann die steuerlich Grenze eines Kleinunternehmers in Polen oder Deutschland massgebend? Mit freundlichen Grüßen, ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

der deutsche Staat lässt nicht zu, dass die Umsatzsteuer nicht anfällt bzw. diese bei einer Leistungserbringung in Deutschland nicht abgeführt wird.

Dies gilt auch für Kleinunternehmer aus dem Ausland.

Erbringen in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässige Unternehmen Leistungen an ein Unternehmen/Freiberufler in Deutschland, übernimmt der deutsche Leistungsempfänger die Umsatzsteuerschuld des Leistenden in seiner Umsatzsteuervoranmeldung bzw. Umsatzsteuererklärung (sog. reverse charge nach § 13b UStG). Der ausländische Unternehmer erteilt eine Netto-Rechnung und die Umsatzsteuer wird vom Leistungsempfänger (hier Ihnen) im gemeldet und abgeführt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

"...der deutsche Staat lässt nicht zu, dass die Umsatzsteuer nicht anfällt bzw. diese bei einer Leistungserbringung in Deutschland nicht abgeführt wird." => Dies tut der Staat doch bei einem steuerlichen Kleinunternehmer (=> § 19 UStG - Besteuerung der Kleinunternehmer) Mit freundlichen Grüßen, ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ja, das ist korrekt.

Für die Leistungen nach § 13b UStG gilt jedoch eine Ausnahme. Und hierzu zählen auch Bauleistungen.

§ 13b UStG ist hier eine Spezialvorschrift, welche § 19 UStG vorgeht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Besten Dnk! ***

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.

Guten Tag Herr Dr. Traub, Ich habe noch einen Nachtrag: Die wichtigste Frage habe ich gar nicht gestellt: Ich bin als ZA selbstständig, die Umbauarbeiten geschehen jedoch im 'privaten'. Bin ich überhaupt verpflichtet diese 15% Steuer zu zahlen? (Bin ich eine juristische Person des öffentl. Rechts? Unternehmer?) Besten Dank, ***

(Kann das auf diesem Wege abgewickelt werden? Sonst schlagen Sie mir bitte eine passende Vorgehensweise vor.)

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

aufgrund Ihrer freiberuflichen Tätigkeit wären Sie in diesem Zusammenhang als Unternehmer anzusehen, auch wenn Sie die Leistungen dem "privaten" Bereich zuordnen.

Wenn Sie für Ihren Fall eine rechtsverbindliche eindeutige Auskunft wünschen, besteht die Möglichkeit, bei dem zuständigen Finanzamt eine sog. verbindliche Auskunft einzuholen.

In einer solchen ist genau zu beschreiben, was für Arbeiten für wen, durch wen und an welchem Objekt erfolgen sollen.

Das FA prüft dann den Fall und gibt Ihnen eine verbindliche Auskunft, an die das FA auch gebunden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Besten Dank! Das hilft mir bei der weiteren Planung.Mit freundlichen Grüßen
Heiner Roeb