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Roland Hoheisel-Gruler
Roland Hoheisel-Gruler, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 905
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Systemischer Berater Fachanwalt für Familienrecht
98035192
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Roland Hoheisel-Gruler ist jetzt online.

Ich bin 22 Jahre alt und Auszubildende für Mediengestaltung

Kundenfrage

ich bin 22 Jahre alt und Auszubildende für Mediengestaltung Digital und Print und arbeite seit September 2016 in meinem Betrieb, einer kleinen Webagentur. Ich fühle mich seit langer Zeit dort nicht wohl, mache immer wieder Überstunden, werde häufiger aus der Schule genommen, weil viel zu tun ist im Betrieb und komme mit der Schule kaum hinterher, obwohl es für mich wichtig ist, einen guten Abschluss zu absolvieren. Die Kommunikation und Arbeitsweise läuft ziemlich schlecht und ich und meine Kollegen müssen einiges schlucken, mache machen auch noch was am Wochenende - das ist natürlich ihre Sache. Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, mir immer gesagt, das schaffst du schon, aber jetzt wird es mir eindeutig zu viel. Außerdem macht mich der Stress öfter krank. Ich habe nächste Woche schon ein Vorstellungsgespräch mit 4-5 Stunden Probearbeit in einem anderen Betrieb, da ich vorhabe meinen Betrieb nun zu wechseln. Momentan weiß mein Arbeitgeber davon noch nichts. Wenn ich etwas neues festes gefunden habe, dann möchte ich meinen Chef (meinen Ausbilder) darum bitten, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen.

Ich habe folgenden Abschnitt im Web entdeckt:
Mit einem Aufhebungsvertrag kann ein Lehrling diese auch im Ausbildungsvertrag festgelegten Fristen umgehen und von weiteren Vorteilen profitieren:

Durch wegfallende Fristen ist der Beendigungszeitpunkt frei wählbar.
Es müssen weder Gründe für eine Kündigung angegeben noch der Betriebsrat im Vorhinein angehört werden.
In einigen Fällen besitzen Betroffene einen Anspruch auf Abfindung, die der Arbeitgeber tragen muss.

Stimmt das? Und kann mein Chef den Aufhebungsvertrag auch einfach ablehnen? Die Sache ist, ich halte es einfach nicht länger aus und gebe mir trotzdem alle Mühe, meinen Aufgaben gewissenhaft und diszipliniert nachzukommen, auch wenn ich jeden Tag von unserer Projektleiterin wegen allem was ich tue fertig gemacht werde. Ich weiß, dass ein Streitschlichtungsgespräch mit der IHK oder andere Maßnahmen nichts daran ändern können, wie sie uns behandelt und wieviel Stress wir haben, vor allem ich komme damit gar nicht klar und ich weiß, dass mein Stresslevel normalerweise eigentlich nicht so schnell erreicht wird. Ich habe schon Arbeitserfahrung gesammelt in einem anderen Betrieb für etwa 2 Jahre und dort war es auch mal etwas stressig, aber niemals so und es gab eine Routine und geregelte Abläufe. Ich fühle mich momentan nur ausgebeutet.

Meine Frage ist, was meinen Sie zu dem Aufhebungsvertrag? Welches Risiko birgt er noch, wenn ich etwas festes für danach parat habe?

Mit freundlichen Grüßen ***

Gepostet: vor 7 Monaten.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Roland Hoheisel-Gruler hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Gerne beantworte ich Ihre Anfrage:

Grundsätzlich ist ein Aufhebungsvertrag dann das Mittel der Wahl, wenn Sie den neuen Ausbildungsplatz sicher haben - also Ihre Ausbildung ungehindert fortsetzen können.

Allerdings muss Ihr derzeitiger Ausbildungsbetrieb bereit sein, einen solchen Vertrag abzuschließen- erzwingen kann man das nicht.

EIhnen Anspruch auf Abfindung sehe ich in Ihrem Fälle leider nicht, da Sie ja gehen wollen - Abfindung gibt es dann, wenn der Arbeitgeber sich lösen will und eigentlich nicht kann...

Wenn Sie was festes zur Fortsetzung der Ausbildung haben und Ihr Chef sich letztlich davon überzeugen lässt, dass er Sie besser ziehen lässt, sehe ich keine weiteren Probleme

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Hallo Herr Hoheisel-Gruler,vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hoffe ich schaffe es schnell einen glatten Übergang zu erzielen. Aber können Sie mir sagen ob diese Punkte der Wahrheit entsprechen, die ich genannt hatte zum Aufhebungsvertrag?:Durch wegfallende Fristen ist der Beendigungszeitpunkt frei wählbar.
Es müssen weder Gründe für eine Kündigung angegeben noch der Betriebsrat im Vorhinein angehört werden.Grüße,
Valeria P.
Experte:  Roland Hoheisel-Gruler hat geantwortet vor 7 Monaten.

1. ja, der Aufhebungsvertrag handelt einen Beendigungszeitpunkt aus - daher kann man Fristen abkürzen.

2. weil es keine Kündigung ist sondern eine Vereinbarung zwischen Auszubildender und Arbeitgeber braucht man keine Gründe angeben und auch den Betriebrat nicht zu beteiligen.

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Experte:  Roland Hoheisel-Gruler hat geantwortet vor 7 Monaten.

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