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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 25010
Erfahrung:  Erfahrung in der Bearbeitung arbeitsrechtlicher Mandate
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, ich bin Marktleiter in einem EDEKA und möchte mich selbständig

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, ich bin Marktleiter in einem EDEKA und möchte mich selbständig machen. zuerst wurde mir eine Betriebsbedingte Kündigung versprochen. Nun soll ich jedoch selber Kündigung. wenn ich selber Kündige ist es ja so, dass ich eine Sperrfist vom Amt bekomme und mir der Gründungszuschuß erst nach dieser Frist ausbezahlt bekomme. Da ich aber zwischen 50 und 80 Stunden die Woche arbeite wollt ich wissen ob es möglich ist, wegen dem Verstoß gegen das AZ-Gestzt zu Kündigen (Härtefallkündigung) und somit keine Sperrfrist zu bekommen.

Vielen Dank
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Für den Fall der von Ihnen angesprochenen Eigenkündigung ist mitzuteilen, dass Sie dann in der Tat die Verhängung einer Sperrzeit bei dem Bezug von ALG I riskieren. Die Eigenkündigung stellt ein versicherungswidriges Verhalten dar, dass in der Regel die Verhängung einer Sperrzeit nach sich zieht. Sie sollten daher nur dann kündigen, wenn Sie bereits eine anderweitige Stelenzusage haben sollten.

Eine Eigenkündigung wegen der Überschreitung der Arbeitszeit scheidet hier leider ebenfalls aus, da die Agentur für Arbeit dann einwenden würde, dass Sie auf Einhaltung der Arbeitszeiten drängen könnten - was der Arbeitgeber Ihnen im Übrigen ja auch bereits in Aussicht gestellt hat.

Eine Eigenkündigung wäre aber dann ohne Verhängung einer Sperrzeit möglich, wenn Sie sich auch einen wichtigen Grund berufen könnten, der die Eigenkündigung rechtfertigt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Ihnen aus gesundheitlichen Gründen der weitere Verbleib an Ihrem jetzigen Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar wäre. Nur wenn solche besonderen Gründe vorliegen wäre eine Eigenkündigung ins Auge zu fassen und folgenlos möglich.

Liegen diese Voraussetzungen dagegen nicht vor, so sollten Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber darauf bestehen, dass dieser zu seinem Versprechen steht und eine betriebsbedingte Kündigung ausspricht, die für Sie nicht mit der Anordnung einer Sperrzeit verbunden wäre.

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Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Danke für die Info, wobei das mit dem Versprechen das die Arbeitszeiten wieder weniger werden habe ich schon zwei mal bekommen im letzten Jahr und nie ist es besser geworden, es wird eher immer noch schlimmer. zum beispiel waren es erst gester wieder 18 Stunden an einem Tag von 5.00 Uhr bis 23.00 Uhr.


Und laut aussage meiner BL kann ich ja nach 8 Stunden gehen, es müssen halt in der Zeit nur alle Arbeiten erfüllt werden, und das Arbeitspensum schaffe ich mal gerade so in einer 60 Stunden Woche. wie soll das also gehen? Grenzt das schon an mobbing?


 


Und eine betriebsbedingte Kündigung wird es leider nicht geben, weil die des Personleiter strickt ablehnt. das war wohl nur ein leere Versprechen.


 


Danke schon im Vorrau,

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Unter diesen Umständen wäre eine Eigenkündigung möglich, denn die Bedingungen am Arbeitsplatz sind Ihnen nicht zumutbar. Dies insbesondere deshalb, weil die von Ihnen geschilderte Arbeitsbelastung zu gesundheitlichen Belastungen führen kann.

Ich rate Ihnen folgendes Vorgehen an: Wenden Sie sich an die für Sie zuständige Agentur für Arbeit, und vereinbaren Sie mit einem Sachbearbeiter einen Termin. Schildern Sie dem Sachbearbeiter ausführlich die Situation an Ihrem Arbeitsplatz und den physischen und psychischen Stress, dem Sie dadurch ausgesetzt sind. Teilen Sie dann mit, dass Sie unter diesen Umständen eine Eigenkündigung erwägen, und fragen Sie an, ob aus Sicht der Arbeitsverwaltung mit Blick auf eine etwaige Sperrzeit hiergegen Bedenken bestehen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt