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RASchroeter
RASchroeter, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 7724
Erfahrung:  Rechtsanwalt, Immobilienökonom, MBA, Bankkaufmann
33364821
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RASchroeter ist jetzt online.

Guten Tag, ich arbeite an einer Dienststelle der Freien

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,

ich arbeite an einer Dienststelle der Freien und Hansestadt Hamburg. Auf einem Konto, wo u.a. Gelder von der Behörde eingehen, hat eine Kollegin (die zu dem Konto Vollmacht besitzt, um Kontobewegungen für die Dienststelle zu tätigen) vor 3 Jahren eine private Rechnung mit der Kontokarte bezahlt. Außerdem ist sie Ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen, es wurden über einen Zeitraum von 4 Jahren Pay Pal Abbuchungen (Anzeige/Strafantrag darüber ist bei der Polizei erstattet worden) von diesem Konto getätigt. Das Konto trägt nicht nur den Namen unserer Dienststelle, sondern auch den Zusatz "Freie und Hansestadt Hamburg".
Diese Unregelmäßigkeiten sind ans Tageslicht gekommen, weil meine Vorgesetzte entschied, dass ich für dieses Konto in der Zukunft die Buchführung erledigen soll. Nach Durchsicht der Kontoauszüge stellte ich u.a. die private Bezahlung fest und informierte meine Vorgesetzte vollständig über alle Unregelmäßigkeiten. Ich ließ mir von meiner Vorgesetzten unterschreiben, dass ich sie vollständig darüber informiert habe und sie die Verantwortung dafür trage. Nun ist meine Vorgesetzte und die Mitarbeiterin miteinander befreundet und im Moment sieht es so aus, als wenn alles unter "den Tisch gekehrt" werden wird. Meine Angst: Handelt es sich hier nicht um Unterschlagung? Mittlerweile hat die Mitarbeiterin den vollen Betrag zurück gezahlt (nach 3 Jahren aufgrund meiner Feststellung!)
Bin ich mit meinem Wissen verpflichtet, etwas zu tun? Oder reicht es aus, dass ich die Informationen an meine Dienststellenleiterin gegeben habe? Bin ich aus der Verantwortung, wenn meine Vorgesetzte es mir schriftlich bestätigt, dass sie die Verantwortung für das Vergehen meiner Kollegin übernimmt? Muss nicht die FHH von meiner Vorgesetzten informiert werden? Was passiert mit mir, wenn diese es nicht an die Behörde weiter leitet? Bin ich weiter in der Pflicht? Ich habe doch durch meine Arbeit alles aufgedeckt, kann man mich belangen, wenn ich weiter still schweige, obwohl ich sehe, dass die Vorgesetzte nichts tut und die Kollegin schüzt?
Ich wäre dankbar für eine schnelle Info. Kann ich davon ausgehen, dass meine Anfrage nirgendwo veröffentlicht wird?

RASchroeter :



Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,



vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

RASchroeter :

In der Tat lag hier eine Unterschlagung vor, die strafbar ist. Auch wenn der unterschlagene Betrag zurückgezahlt wurde, bleibt es bei eienr Straftat. Allerdings wird die Strafbemessung ggfs. durch die Wiedergutmachung des Schadens reduziert.

RASchroeter :

Durch die Mitteilung an Ihre Vorgesetzte haben Sie hier Ihre Verpflichtung genüge getan. Wichtig ist, dass Sie dies schriftlich haben.

RASchroeter :

Eine Handlungspflicht besteht bei Ihnen nur noch dann, wenn die Revision das Konto prüft und gezielt Fragen zu der Kontoführung stellt. Dann müssen Sie hier korrekte Angaben machen. Eine weitergehende MItteilung an andere Vorgesetzte ist nicht erforderlich. Wenn Ihre Vorgesetzte Informationen nicht weiterleitet oder Konsequenzen ergreift, macht sich diese zu einer Mittäterin.

Customer:

Ja, ich habe die schriftliche bestätigung von ihr gefordert und auch bekommen. Wie ist es aber miit meinem Arbeitgeber? Das ist ja nicht meine Vorgesetzte, sondern die FHH! Bin ich in keiner weiteren Verpflichtung um mich zu schützen?

Customer:

Vielen herzlichen Dank für die schnelle Hilfe!

RASchroeter :

Grundsätzlich müssen Sie den Weg über Ihre direkte Vorgesetzte einhalten. Auch wenn der Dienstherr die FHH ist, haben Sie die Hierachiestufen eingehalten, wenn Sie die direkte Vorgesetzte informiert haben. Soweit die Vorgesetzte hier nicht weiter agiert und die Sache verschleiert ist diese das Problem der FHH und nicht das Ihre. Wichtig ist nur, dass Sie nachweisen können, dass Sie die Vorgesetzte informiert haben. Sollten Sie sich dennoch entscheiden über die Unregelmäßigkeiten einen höheren Vorgesetzten oder die Revision zu informieren, rechtfertigt das Verhalten der Vorgesetzten und der Kollegin eine fristlose Kündigung durch den Dienstherrn.

Customer:

Ich danke XXXXX XXXXX und wünsche noch einen schönen Tag!

RASchroeter und 2 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.