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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 30381
Erfahrung:  Erfahrung in der Bearbeitung arbeitsrechtlicher Mandate
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Mein Vorgesetzter (Geschäftsstellenleiter einer Versicherung)

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Vorgesetzter (Geschäftsstellenleiter einer Versicherung) hat meinem Kollegen meine
Provisionsabrechnung per email geschickt!! Wie sehen Sie diesen sachverhalt?
Ich habe sowieso Probleme mit ihm. Ich werde dies natürlich meinem Arbeitgeber
anzeigen. Welche Aspekte trifft dieser Vorfall und wie kann ihn sinnvoll fachlich begründen`? (z,B. Datenschutz, Intimsphäre verletzt, Vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht gewährleistet) usw.
Vielen Dank!
Franz Koska
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Gab es einen besonderen Anlass, Ihrem Kollegen die Abrechnung zuzumailen, oder ist dies geschehen, weil zwischen Ihnen grundsätzliche Spannungen/Differenzen bestehen?


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Mein Kollege wollte seine Abrechnung per email. Und meine wurde von Ihm persönlich dann verschickt.

Möglichkeit 1) Versehen : Dann sollte aber grössere Sorgfalt im Umgang mit solchen sensiblen Daten walten.
Mögl.2) absichtlich um Konflikte zu schaffen

Ich vermute aber Möglichkeit 1.
Vielen Dank für Ihre Klarstellung.

In jeder der beiden in Frage kommenden Varianten hat sich Ihr Vorgesetzter einer Pflichtverletzung schuldig gemacht.

Soweit Möglichkeit 2 zutreffen sollte, wäre diese Pflichtverletzung so gravierend, dass diese dier Erteilung einer arbeitgeberseiitgen Abmahnung rechtfertigen würde. Denn dann hätte Ihr Vorgesetzter vorsätzlich unter Daten- und Persönlichkeitsschutz stehende Informationen einem Dritten zugänglich gemacht, zu dessen Kenntnisnahme die Daten nicht bestimmt waren.

Dieses Verhalten würde eine schwere arbeitsvertragliche Pflichtverletzung darstellen, die mit arbeitsrechtlichen Sanktionen zu ahnden wäre.

Zudem wäre bei einer solchen gezielten Aktion das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Vorgesetzten irreparabel geschädigt, so dass Ihnen ein weiteren Zusammenarbeiten mit diesem Vorgesetzten nicht zuzumuten wäre. Sie könnten daher auch von Ihrem Arbeitgeber verlangen, dass Sie einem anderen Vorgesetzten zugeordnet werden.

Sollte Möglichkeit 1 zutreffend sein, so läge zwar nur ein fahrlässiger Pflichtenverstoß vor. Dennoch muss der Vorgesetzte - gerade in seiner Funktion - in der Lage sein, seine Arbeit so zu organisieren, dass derartige Versehen ausgeschlossen sind. Es muss erwartet werden, dass einem Vorgesetzten solche Fehler nicht unterlaufen, die - wie in Ihrem Fall - zu Verletzungen der Persönlichkeitsrechte davon betroffener Arbeitnehmer führen können.

Auch unter diesen Bedingungen müsste daher das Fehlverhalten des Vorgesetzten von dem Arbeitgeber entsprechend geahndet werden. Gemäß dem geringeren Unrechtsgehalt und Verschuldensgrad würde nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip ein weniger einschneidendes Sanktionsmittel angewendet werden müssen.

Wäre bei Möglichkeit 2 eine Abmahnung angemessen, so wäre unter den Umständen der Variante 1 daher eine weniger eingriffsintensive Ermahnung oder ein Verweis auszusprechen.

In jedem Fall sollten Sie den Vorfall dem Arbeitgeber melden, um das Fehlverhalten Ihres Vorgesetzten einer entsprechenen Überprüfung zugänglich zu machen.



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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
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