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Advopro
Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Zweites Staatsexamen Diplom Jurist
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Mein Arbeitgeber hat mir letzte Woche eine Abmahnung zugesand

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Arbeitgeber hat mir letzte Woche eine Abmahnung zugesand mit der Begründung

"gemäß Ihren arbeitsrechtlichen Pflichten müssen sie sich am ersten Tag bei uns melden, wenn sie arbeitsunfähig oder weiterhin arbeitsunfähig sind. usw.. "

Da ich aber seit über 6 Wochen im Krankenstand bin und somit auch keine weiteren Krankmeldungen für den Arbeitgeber mehr erhalte, weil die Krankenkasse ab der 6 Woche für den Arbeitgeber einspringt, bin ich doch nur noch gegenüber der Krankenkasse mittels "Auszahlscheine" verpflichtet !?

Meinem Arbeitgeber hatte ich mittels e-mail mitgeteilt, dass die Genesung noch mehrere Wochen andauert!

Frage: ist die Abmahnung gerechtfertigt?

Ich habe in dem Zeitraum der mir vorgeworfenen pflichtverletzung eine Mail mit einer Kopie des Auszahlscheines an das Lohnbüro gesendet und "leider" nicht direkt an die Firma

Sehr geehrter Ratsuchender,





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:






Bei einer Krankmeldung (beziehungsweise einer Folgekrankmeldung) müssen sie ihrem Arbeitgeber rechtzeitig mitteilen, dass Sie nicht zur Arbeit erscheinen.

 

 

Dieses wird in der Regel der erste Tag der Krankmeldung (beziehungsweise der Tag der Folgekrankmeldung) sein. Hiervon gibt es natürlich Ausnahmen, wenn sie gesundheitlich nicht in der Lage sind die Mitteilung zu leisten. In diesem Fall müssen sie die Mitteilung aber unverzüglich, also so schnell es Ihnen möglich ist, nachholen.

 


Eine solche Ausnahme kann ich nach ihrer Schilderung aber nicht erkennen.

 

 

Die Frage ist also, ob sie ihrem Arbeitgeber rechtzeitig mitgeteilt haben, dass sie weiter krank sein werden (zusätzlich haben sie dann natürlich auch die Verpflichtung schnellstmöglich die entsprechende ärztliche Bestätigung hierüber nachzureichen).

 


Sie hätten die weitere Krankmeldung ihrem Arbeitgeber mitteilen müssen. Eine Mitteilung lediglich an die Krankenkasse genügt leider nicht.

 

 

Die Frage ist also, ob ihre Mitteilung an das Lohnbüro bzw. die E-Mail ausreicht.

 

 

Lediglich die Zuleitung eines Ausfallsscheines genügt leider grundsätzlich nicht.

 

 

Wenn überhaupt, dann könnten sie sich lediglich auf die E-Mail berufen. Hier ist aber auch wieder die Frage, wann sie ihrem Arbeitgeber die E-Mail haben zukommen lassen.

 

 

Sollte diese dem Arbeitgeber zum Beispiel wenige Tage vor der Krankschreibung zugegangen sein, so sollten sie sich auf den Standpunkt stellen, dass sie mitgeteilt haben, dass sie in den nächsten Wochen nicht wieder arbeitsfähig sein werden.

 

Gleichzeitig sollten Sie in diesem Fall der Abmahnung widersprechen. Ob dieses letztendlich ausreicht müsste im Streitfall ein zuständiger Richter entscheiden. Dieses ist meines Erachtens aber die einzige vernünftige Argumentationsgrundlage, die sie nutzen könnten/sollten.







Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt






Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.
sehr geehrter Herr Dipl. -jur. Danjel-Philippe Newerla

Es werden keine Krankmeldungen oder Folgekrankmeldungen mehr nach 6 wochen ausgestellt - Nur noch "Auszahlscheine"!

Nach diesen 6 Wochen tritt anstatt des eigentlichen Arbeitgebers die Krankenkasse ein!
D.h. für mich - Der neue "Arbeitgeber" ist übergangsweise die Krankenkasse

Der Azt u. die Krankenkasse sagt, dass ich dem Arbeitgeber nur bedingt über die Dauer der Genesung informationspflichtig bin.

Meiner Auffassung nach verstehe ich ihre Antwort für die ersten 6 Wochen - für diesen Zeitraum sind auch alle Krankemeldungen / Folgekrankmeldungen fristgerecht dem Arbeitgeber zugestellt worden

Meine Frage bezog sich auf die Informationspflicht nach diesen 6 Wochen

mit freundlichem Gruß aus dem tiefsten Schwarzwald (bischen Sonne)

M. Knoetzinger
vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ich hatte den Sachverhalt auch so verstanden. Sicherlich können sie ihrem Arbeitgeber lediglich den Auszahlschein vorlegen. Dieses sollten sie auch unbedingt machen wollen.

Es muss aber streng zwischen der Pflicht zur Vorlage eines Attestes beziehungsweise Auszahlscheins und zwischen der Pflicht der rechtzeitigen Mitteilung der Krankmeldung, also dass man nicht mehr kommt (das ist wichtig, damit der Arbeitgeber Planungssicherheit haben kann) unterschieden werden.

Hier wird ihnen offensichtlich die Verletzung der zweiten Pflicht vorgeworfen.

Sie könnten und sollten sie sich auf den Standpunkt stellen, dass sie dieser Pflicht genügt haben durch die E-Mail, sofern diese in zeitlichem Zusammenhang zu der tatsächlichen Weiterkrankschreibung durch den Arzt ergangen ist und der Abmahnung insoweit widersprechen.


Ich hoffe ihre Nachfrage zu ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und alles Gute in der Angelegenheit!

Bitte seien Sie auch so nett und akzeptieren sie noch kurz meine Antwort.

Sofern sie noch Verständnisfragen haben dürfen sie natürlich gerne nachfragen.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

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