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RARobertWeber
RARobertWeber, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3554
Erfahrung:  Rechtsanwalt in Berlin
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Mein Bruder will meiner Mutter zu Lebzeiten das Haus

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Bruder will meiner Mutter zu Lebzeiten das Haus abkaufen und ihr ein lebenslanges Wohnungsrecht geben. Da wird ja normalerweise die Minderung des Kaufpreises errechnet. Ist denn die Minderung verpflichtend oder kann mein Bruder auch darauf verzichten, wenn er den gesamten Wert des Hauses bezahlen will? Wird die Kaufpreisminderung automatisch abgezogen? Wir wirkt sich das steuerlich für meine Mutter aus?
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Bayern
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Nein, evtl nach der Antwort

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

In der Tat ist die Anrechnung des Wohnrechtes auf den Kaufpreis üblich, allerdings ist das reine Verhandlungssache zwischen Käufer und Verkäufer. Eine automatische Minderung gibt es nicht.

Davon zu unterscheiden ist die Wertminderung, die ist steuerlich relevant. Wenn der Kaufpreis höher ist als der Wert des wohnrechtsbelasteten Hauses, entsteht Schenkungssteuer auf die Differenz. Zusätzlich ist das Wohnrecht ein vermögenswerter Vorteil, auf den ebenfalls Schenkungssteuer entstehen kann, wenn der Sohn es der Mutter gibt. Anders ist es, wenn sich die Mutter beim Verkauf vorbehält.

Allerdings möge die Mutter auch überlegen, ob ein Nießbrauchrecht nicht besser wäre. Dann könnte sie das Haus zu Lebzeiten vermieten, z.B. während eines Pflegeheimaufenthaltes. Das geht bei Wohnrechten nicht.

In jedem Fall sollten Wohn- bzw. Nießbrauchrecht im Grundbuch abgesichert werden.

Sie sehen, die Sache ist etwas komliziert. Daher sollte die Mutter unbedingt einen Anwalt und einen Steuerberater einschalten, um teure Fehler/Mißverständnisse zu vermeiden.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen über den Button "dem Experten antworten" jederzeit zur Verfügung. Bitte denken Sie daran, eine positive Bewertung zu hinterlassen, wenn die Antwort Ihnen geholfen hat, damit der eingesetzte Betrag an mich ausgezahlt werden kann. Sie können selbstverständlich auch nach einer Bewertung jederzeit sehr gerne Nachfragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

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Kunde: hat geantwortet vor 5 Tagen.
Wenn also das Haus als Beispiel 650,000 Euro nach Gutachten wert ist, die Minderung durch Wohnungsrecht 150,000 Euro, wäre also Steuer auf die 150,000 Euro fällig? Für wen? Ist der Freibetrag für Schenkungen nicht 400,000 Euro? Wer müsste den vermögenswerten Vorteil des Wohnrechts versteuern? Zu welchem Prozentsatz?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Nein, es kommt auf den Kaufpreis und den Wert mit Wohnrecht an. Wenn nun das Haus mit wohnrecht nach Ihren Zahlen 500.000 wert ist, aber für 600.000 verkauft wird, würde Schenkungssteuer auf die € 100.000 als Differenz zwischen Wert und Kaufpreis anfallen. Der Freibetrag von Schenkungen der Mutter an den Sohn beträgt in der Tat € 400.000, bei Schenkungen vom Sohn an die Mutter aber nur € 20.000. Es kommt also extrem darauf an, wer an wen was schenkt. Davon hängt auch der Prozentsatz ab.

Hierbei ist auch zu beachten, dass auf den Kauf Grunderwerbssteuer anfällt. Daher empfehle ich dringend, den Kaufvertrag auch von einem Steuerberater prüfen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

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Kunde: hat geantwortet vor 5 Tagen.
Danke für die schnelle Antwort. Bitte noch einen kommentar zu der anderen Frage: Wer müsste den vermögenswerten Vorteil des Wohnrechts versteuern? Zu welchem Prozentsatz?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Beide, sowohl der Schenker als auch der Beschenkte, sind schenkungssteuerpflichtig, das Finanzamt kann sich aussuchen, von wem es die Steuer kassiert. Allerdings wird es sich regelmäßig mit dem begnügen, der die Steuer von alleine zahlt. Die Steuer entsteht aber in jedem Fall nur einmal, auch wenn beide steuerpflichtig sind.

Der Prozentsatz hängt von der Schenkungsrichtung und dem Wert der Schenkung ab. Bei Schenkungen von Mutter an Sohn beträgt er für € 150.000 11 Prozent, in der Gegenrichtung 20 Prozent

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

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