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RA Moesch
RA Moesch, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 548
Erfahrung:  Bank und Kapitalmarktrecht
81056964
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RA Moesch ist jetzt online.

Liebes Team, ich bin selbstständig und habe letztes Jahr

Diese Antwort wurde bewertet:

Liebes Team, ich bin selbstständig und habe letztes Jahr einen Auftrag (Projektbasiert, nicht auf Stunden) mit einem Volumen von 4000€ netto angenommen. Alle vereinbarten Inhalte wurden geliefert, nur die Website wurde nicht zu Ende gestellt. Ein erster Entwurf wurde geliefert, der nicht gefiel. Beim Gespräch der ersten Revisionsschleife wurde einfach aufgelegt. Nun wollte der Kunde Teile des Geldes zurück. Zur Orientierung habe ich meinen Stundensatz (90€) mit den geleisteten Stunden (41) multipliziert. Die Differenz von 310€ wollte ich aus Kulanz erstatten. Der Kunde jedoch hat sich mit einem Anwalt besprochen und andere Freelancer befragt und sagt man würde 60€ die Stunde akzeptieren und man hoffe keine rechtlichen Schritte einleiten zu müssen. Ich selbst will das Angebot nicht annehmen, da alle Inhalte geliefert wurden und Freelancer den Stundensatz selbst festlegen. Zumal der Stundensatz hier wie gesagt nur zur Kalkulation diente, nicht Bestandteil des Auftrags war. Da ich keine Lust auf einen Rechtsstreit habe, frage ich mich nun, was ich machen soll. Auf meinem Stand beharren? Ein Gegenangebot (zB 75€ / Stunde) machen? Was kann mir im schlimmsten Fall passieren, wenn ich bei meinem Standpunkt bleibe, da wie gesagt auch alle Inhalte geliefert wurden, bis auf eine Fertigstellung der Website, da der Kunde nicht mehr interessiert war an einer Lösung & auch erwähnte befangen zu sein, weswegen ich bei der revision eine externe Designerin ins Gespräch geschickt habe. Ich danke für ihre Einschätzung! Liebe Grüße, Pascal Nilges!🥳
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Aktuell bin ich auf Reisen und arbeite Remote aus Asien - Gewerbestandort und alter Wohnort ist Hamburg.
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Aktuell nicht!

Vielen Dank für Ihre Anfrage, Herr Nilges,

Tatsächlich können Sie auf Ihrem Gesamtanspruch beharren - ein Entgegenkommen ist aus meiner Sicht hier (rechtlich) nicht n notwendig. Denn Sie waren auch weiterhin zur Erfüllung bereit, haben hier mit der Designerin sogar eine Zeugin, und der Kunde hat den Vertrag einseitig beendet. Da es sich vorliegend um einen Werkvertrag handeln dürfte, haben Sie grundsätzlich das Recht, die gesamte erbrachte Leistung abzurechnen (vgl. § 648 S. 2 BGB), müssen sich aber etwaig ersparte Aufwendungen anrechnen lassen.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung, herzlichen Dank vorab für Ihre Bewertung (3 bis 5 Sterne)

Mösch
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 13 Tagen.
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Herr Mösch!Was genau meinen Sie mit “etwaige ersparten Aufwendungen anrechnen lassen”?Zudem gibt es keinen Vertrag, sondern lediglich die Rechnung (bezahlt Oktober 2021) & eine Mail mit der Vereinbarung der Inhalte, die bis zum April 2022 erbracht werden sollen. Kann dies ein Problem darstellen?Die externe Designerin ist zudem eine Freundin (privat) von mir, spielt das irgendeine Rolle?Zusammenfassend würden sie also sagen, dass ich auf meinen Stundensatz zur Kalkulation beharren kann, sodass ich einfach aus Kulanz die 310€ erstatte. Ich weiß, dass das der Gegenseite nicht gefallen wird, aber selbst bei einer Anklage, kann mir nicht großartig etwas passieren, richtig?Der Kunde wartet auf Antwort von mir per Mail, soll ich erwähnen, dass ich mir rechtliche Auskunft eingeholt habe, oder lieber nicht?Vielen Dank für die erneute Auskunft :)

"ersparte Aufwendungen" sind bspw. Fremdleistungen, die Sie aufgrund der nach Kündigung nicht mehr erfolgenden Fertigstellung einsparen. Wenn hier tatsächlich alles durch Sie erbracht worden ist und nur noch wenige Stunden notwendig wären, müssten Sie nichts abziehen.

Ein "schriftlicher" Vertrag muss nicht vorliegen, mündliche Vereinbarungen bzw. RG + E-Mail mit Inhalten genügt zum Nachweis.

Solange die Grafikerin nicht mit Ihnen verwandt ist, ist sie genauso viel "wert", wie jeder andere Zeuge auch.

Die Kulanzregelung können Sie nutzen. Und genau - sollte er sie verklagen, sehe ich gute Chancen auf Ihrer Seite. Sie können gern auf anwaltlichen Rat verweisen.

RA Moesch und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.