So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an RATraub.
RATraub
RATraub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 21252
Erfahrung:  Rechtsanwalt
88853042
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
RATraub ist jetzt online.

Als ehrenamtl. Flüchtlingshelferin habe ich eine Frage wegen

Diese Antwort wurde bewertet:

Als ehrenamtl. Flüchtlingshelferin habe ich eine Frage wegen Probearbeit. Ein Migrant quasi ohne Deutschkenntniss hat für 2 Tage nur für 2 Tage Probe gearbeitet und wurde dann nicht eingestellt, d.h. es gibt keinen Arbeitsvertrag und trotzdem wurde eine Lohnabrechnung nur dem Jobcenter gesandt, nicht dem Arbeitnehmer und 450 € als Nebenjob angerechnet, obwohl nachweislich kein Geld auf das Konto geflossen ist.
Fachassistent(in): Was für einen Arbeitsvertrag haben Sie?
Fragesteller(in): Das ist ja das Probelm, es gibt keinen Arbeitsvertrag, es handelt sich nur um eine Probearbeit von 2 Tagen und es wurde kein Arbeitsvertrag wegen der mangelnden Deutschkenntnisse geschlossen. Ist das wirklich so streng, dass man nur 1 Probetag anerkennt und bei 2 sofort dem Jobcenter das nachweisen muss.
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Natürlich, nachdem der Jobcenter ihm die SGB-II-Leistungen gekürzt hat (bis auf 100 € Eigenbehalt) kommt nun noch eine Anhörung vom Hauptzollamt, wonach wahrscheinlich dann zusätzlich ein Bußgeld zu zahlen ist und dass ohne dass ihm das Geld überwiesen wurde. Es wird steif behauptet, nur der Gehaltszettel und die Meldbescheinigung ausschlaggebend, der Nachweis, dass kein Geld überwiesen wurde, interessiert das Jobcenter nicht. Es handelt sich um einen ausländischen Arbeitgeber, welcher die Migranten ohne Deutschkenntnisse nur ausnutzt und von einem Steuerberater falsche Gehaltsnachweise schreiben lässt.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
vielen Dank für Ihre Anfrage über JustAnswer.
Ich habe den von Ihnen geschilderte Sachverhalt geprüft.
Die Rechtslage ist aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt einzuschätzen.

Ein Probearbeiten ist mit oder ohne Arbeitsvertrag möglich. Gleich laufen kann dies entgeltlich oder unentgeltlich erfolgen.

Maßgeblich ist, was die Parteien vereinbart haben.

Wenn der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für die Probetage eine Lohnabrechnung erstellt und diese an das Jobcenter übermittelt, muss selbst verständlich auch eine Zahlung des Arbeitgebers erfolgen. Der Arbeitgeber kann nicht eine Lohnabrechnung erstellen und die dort ausgewiesenen Beträge nicht an den Arbeitnehmer überweisen.

D. h. faktisch hat der Arbeitnehmer keinen Nachteil. Entweder er bekommt das ausgewiesene Geld der Abrechnung vom Arbeitgeber und muss sich dies dann auf die Sozialleistungen anrechnen lassen oder er bekommt dieses Geld nicht und hat keine Kürzungen der Sozialleistungen. Im letzteren Fall könne aber auch keine Abrechnung erstellen.

Der Arbeitnehmer kann auf Grundlage der Abrechnung die Zahlungen vom Arbeitgeber einfordern oder die Zahlungen ablehnen und zwar mit der Begründung, dass ein Entgelt für die Probearbeit nicht vereinbart war.

Sollte Letztere Variante günstiger für den Arbeitnehmer sein, kann er sich auch hierauf berufen.

Ich schätze die Rechtsposition des Arbeitnehmers für gut.

Einfachere bzw. tiefergehendere Klärung kann über ein Telefonat erfolgen.
Ein solches ist über den Telefon-Premium-Service-Button hinzubuchbar.
Wenn Ihnen die Ausführungen weitergeholfen haben, geben Sie bitte eine positive Bewertung ab (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen).
Selbstverständlich können Sie auch nach der Abgabe einer positiven Bewertung noch nachfragen.
Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Das Problem liegt jetzt hauptsächlich wegen der Anhörung beim Hauptzollamt, indem der Jobcenter nur die falsche Lohnabrechnung als gültig ansieht und ich schon durch Übersendung der Kontoauszüge vom Mai und Juni nachgewiesen habe, dass kein Geld auf das Konto von dem Arbeitnehmer geflossen ist, aber das interessiert dem Jobcenter nicht. Was soll ich jetzt dem Hauptzollamt schreiben?
Sie verstehen das falsch, es wurde nur 2 Tage eine Probearbeit geleistet, aber der Arbeitgeber hat von einem Steuerberater eine Lohnbescheinigung ausstellen lassen, dass er vom 12.04. - 20.04.2021 gearbeitet habe und 433,80 € überwiesen habe, obwohl auf der Lohnabrechnung nicht einmal die Kontoverbindung des Arbeitnehmers steht. Ich will konkret wissen, ob 2 Tage Probearbeit dem Jobcenter sofort mitgeteilt werden müssen?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Rechtlich ist dies kein Problem.

Dies wäre nur ein Problem, wenn tatsächlich Gelder bezahlt wurden und dies nicht gegenüber dem Jobcenter angegeben wurde. Dann könnte das Hauptzollamt einen Sozialleistungsbetrug ermitteln.

Wurde jedoch weder eine Entlohnung vereinbart noch eine Zahlung geleistet gibt es überhaupt keinen juristischen Tatbestand, den das Hauptzollamt verfolgen könnte.

Dass das Jobcenter und das Hauptzollamt die Lohnabrechnung für korrekt hält und auch von einer Zahlung ausgeht ist erst mal normal. Es erblickt aber dem Arbeitnehmer schriftlich den ganzen Sachverhalt klarzustellen. Dann löst sich die Sache von selbst auf.

Im Übrigen verweise ich auf meine Rechtsausführungen.

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Ich habe jetzt schon 44 € auf meine Kosten bezahlt, die ich nicht zurückbekomme. Nochmals 51 € zahle ich nicht und will auch keine Probewoche. Ich will nur in diesem konkreten Fall wissen, ob 2 Tage Probearbeit ohne Arbeitsvertrag ein Bußgeld nach sich ziehen kann.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

bitte aktualisiern Sie Ihren Chat.

Ich habe ihnen bereits geantwortet.

Allerdings ist selbstverständlich für die Probearbeit (mit oder ohne Arbeitsvertrag) eine Zustimmung der Ausländerbehörde nötig (Arbeitserlaubnis).

Ansonsten kann diesbezüglich eine Bußgeld drohen.

Details finden Sie über den nachfolgenden Link:

https://www.fachanwalt.de/magazin/asylrecht/fluechtlinge-und-arbeit#probearbeit-probebeschaeftigung

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Das Problem ist, dass der Arbeitnehmer selbst überhaupt die deutsche Sprache nicht beherrscht, deswegen wurde er m.E. auch nicht übernommen. Die Übersetzung erfolgt durch seine Schwester, die in Stuttgart wohnt und schon deutsch spricht und durch einen Mann in der Asylunterkunft, welcher wiederum nur englisch spricht und ich auch die englische Sprache beherrsche. Wie soll das klappen? Ich helfe ohnehin schon finanziell, aber ich bin auch nur Rentnerin und zahle jetzt nicht 100 € als Spende sozusagen.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich habe die Rechtslage vollumfänglich dargestellt.

Diese ist abschließend.

Sämtliche "Mißverständnisse" müssen zur Klärung zu den Akten ggü. den Behörden gebracht werden.

Ansonsten werden diese nach Aktenlagen (und negativ) gegen den Betroffenen entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Aber er hat ja eine Arbeitserlaubnis, darum geht es nicht und es hat auch nichts mit dem Ausländeramt zu tun. Es geht darum, dass obwohl er gar kein Geld erhalten hat, es ihm vom Jobcenter vom Regelgehalt abgezogen wird und er jetzt zusätzlich ein Bußgeld zahlen muss, nur weil er 2 Tage Probearbeit nicht sofort gemeldet hat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ja, ich habe die Probleme verstanden und in meine ersten beiden Antworten umfassend hierzu Stellung genommen.

Diesbezüglich erachte ich den Betroffenen klar im Recht.

Mit freundlichen Grüßen
-Rechtsanwalt-

RATraub und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.