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Rechtsanwalt Christian Joachim
Rechtsanwalt Christian Joachim, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3707
Erfahrung:  Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwalt, Mediator
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Rechtsanwalt Christian Joachim ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, mit einem Mieter hatte ich

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren, mit einem Mieter hatte ich vereinbart, dass er 1 Katze in der Wohnung halten darf (widerruflich). Leider musste ichjetztfeststellen, dass aus einer wertvollen Katze (ca.1.200,00€ je Katze) jetzt 2 geworden ist.. In der Wohnungmist jetzt Schimmel aufgetreten. Zum besseren Verständnis, die Wohnung war vorher 11 Jahre an eine 3 köpfige Familie vermeitet gewesen. In der Zeit gab es im Schlafzimmer keine Schimmelbildung. Auchsind jetzt 2 Ecken im Wohnzimmer betroffen.Im Mietvertrag, den ich von dem vermittelnden Makler habe aufstellen lassen, ist ausdrücklich das richtige Lüftungsverhalten vereinbart worden. Ich gehe jetzt davon aus , dass dieses so nicht erfolgt ist. Die Wohnung ist mit einem kleinen Garten und eiiner Terasse , sowie einer grossen Schiebetür ausgestattet, sodass einer ausreichenden Querlüftung nichts entgegensteht. Allerdings gehe ich davon aus, dass auf Grund der sehr teuren Katzen, hier keine entsprechende Querlüftung stattfindet, zumal die Katzen dann über den Garten evtl. entlaufen könnten. Der Mieter hat jetzt bereits die Miete um 29 % gekürzt wegen der Schimmelbildung, vor allen Dingen an der Aussenwand im Schlafzimmer. Einen Nachweis über das Lüftungsverhalten, ausser der Behauptung des Mieters, dass er richtig lüftet, kann weder der Mieter noch ich liefern, ausser ,dass die Wohnung vor 2 Jahren noch schimmelfrei war. Ich ziehe in Erwägung das Mietverhältnis zu kündigen. Auf den Sanierungskosten würde ich evtl. sitzen bleiben. Könnte als Kündigungsgrund das Verschweigen des Mieters zur richtigen Anzahl der Katzen mit beitragen ? Die Rede war im Mietvertrag ja nur von einer Katze, zudem auch widerruflich. Der Schaden durch eine noch längere Vermietung unter diesen Umständen kann nur grösser werden. Dafür möchte ich nicht auch noch aufkommen müssen. Können Sie mir einen Rat geben?

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für ihre Anfrage. Leider ist die nicht ohne weiteres einfach zu beantworten. Grundsätzlich kann ein Mietverhältnis fristlos gekündigt werden, wenn eine unerlaubte Tierhaltung vorliegt. Allerdings geht die Rechtsprechung davon aus, dass hier eine umfassende Abwägung vorgenommen werden müsse, da die Kündigung des Mietverhältnisses das letzte Mittel ist.

Sofern bereits eine Katze erlaubt gewesen ist und durch die andere Katze hier nicht noch weitere Beeinträchtigungen des Mietverhältnisses in sehr hohem Maße vorliegen, dürfte zumindest eine fristlose Kündigung derzeit aus diesem Grund eher nicht möglich sein.

Sie kann dann möglich sein, wenn Sie nachweisen können, dass die Schimmelbildung und möglicherweise bauliche Schäden durch die Katzenhaltung herrühren, insbesondere die Haltung der zweiten Katze. Dies dürfte aber schwierig und möglicherweise auch unwahrscheinlich sein.

Daher dürfte ein fristloses Kündigungsrecht hier eher nicht zustehen, mehr gegebenenfalls ein Unterlassungsanspruch im Hinblick auf die zweite Katze. Wenn diesem nicht nachgekommen wird, kann dies ein fristloses Kündigungsrecht stärken.

Dies kann auch gegebenenfalls durch ein weiterhin nicht abgestelltes fehlerhaftes Lüftungsverhalten der Fall sein.

Hier muss dann allerdings viel zusammenkommen.

Zunächst müsste der Grund der Schimmelbildung eruiert werden. Vorausgesetzt, dass tatsächlich ein falsches Lüftungsverhalten vorliegt, dürfte kein Minderungsrecht bestehen und Sie sollten in jedem Fall hier konsequent die gesamte Miete einfordern. Zahlt der Mieter dann nicht die Miete und kommt in Verzug mit mindestens zwei Monatsmieten, kann hieraus ein fristloses Kündigungsrecht entstehen. Dann wäre es gegebenenfalls in einem gerichtlichen Verfahren notwendig, den entsprechenden Nachweis des fehlerhaften Lüftungshaltens zu führen. Meistens erfolgt dies durch ein Sachverständigengutachten, das dann insbesondere bauliche Mängel ihrerseits ausschließen sollte.

Daher sollten Sie gegebenenfalls selbst einmal schauen und durch einen Sachverständigen abklären, inwieweit das fehlerhafte Lüftungsverhalten für die Schimmelbildung ursächlich ist und mit dem Mieter ein Gespräch führen.

Gegebenenfalls lässt sich auch in Aufhebungsvertrag schließen.

Ansonsten empfehle ich Ihnen in der vorliegenden Angelegenheit in jedem Fall anwaltliche Unterstützung, um möglicherweise hier noch weitere Punkte, die für eine Kündigung sprechen aus dem Mietverhältnis herauskristallisieren.

Ich hoffe, dass ich Ihnen bis hierher hilfreich geantwortet habe und stehe bei Nachfragebedarf jederzeit gerne zur Verfügung.

Über Ihre anschließende positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße

Christian Joachim

Rechtsanwalt

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