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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 40962
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Der Nachbar hat an unserem Nebengebäude wilden Wein

Diese Antwort wurde bewertet:

Der Nachbar hat an unserem Nebengebäude wilden Wein hochwachsen lassen. Das Gebäude steht auf der Grundstücksgrenze. Dies haben wir leider zu spät bemerkt und die Verjährungsfrist von drei Jahren verpasst. Müssen wir jetzt den Bewuchs auf immer dulden? Die Grundstücke befinden sich in Sachsen-Anhalt.
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Sachsen-Anhalt
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Danke nein.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Nein, Sie müssen den Bewuchs nicht dulden.

Neben den nachbarrechtlichen Schutzvorschriften steht Ihnen ein Beseitigungsanspruch bezüglich des wilden Weingewächses gemäß § 1004 BGB zu, denn dieser stellt eine Eigentumsbeeinträchtigung dar, die Sie rechtlich nicht hinzunehmen haben.

Rank-Pflanzen (wie „wilder Wein“, Efeu, Knöterich etc. pp.), die an die Grenzwand eines Nachbargebäudes gepflanzt wurden und dann dort empor gerankt sind oder aber über die Grenze ragen, stellen nach der Rechtsprechung eine Beeinträchtigung des Grundeigentums des Nachbarn dar (LG Saarbrücken, Urteil vom 04.07.2014, Az.: 5 S 107/13, u.a. in: ZWE 2014, Seiten 361 f.; LG Berlin, Urteil vom 09.07.2013, Az.: 55 S 372/11, u.a. in: Grundeigentum 2014, Seiten 57 ff.; LG Berlin, Urteil vom 27.02.2007, Az.: 53 S 122/06, u.a. in: Grundeigentum 2008, Seiten 57 ff.; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 29.11.2019, Az.: 31 C 121/18, u.a. in: BeckRS 2019, Nr. 29876 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 16.12.2016, Az.: 31 C 298/14, u.a. in: BeckRS 2016, Nr. 21155 = „juris“).

Dieser Anspruch auf Beseitigung unterliegt zwar ebenfalls der dreijährigen Regelverjährung aus § 195 BGB.

Allerdings beginnt diese Verjährungsfrist erst dann zu laufen, wenn Sie von den Umständen, die Ihren Beseitigungsanspruch begründen, Kenntnis erlangen - § 199 BGB.

Wenn Sie daher - und so verstehe ich Ihre Sachverhaltsangaben - erst jetzt bemerkt haben, dass das Nebengebäude zugerankt ist, dann beginnt die Verjährungsfrist auch erst jetzt zu laufen!

Fordern Sie die Nachbarn daher unter ausdrücklicher Berufung auf die dargestellte Rechtslage zu umgehender Entfernung auf, und kündigen Sie an, dass Sie andernfalls den Rechtsweg beschreiten werden.

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Mit freundlichen Grüßen

Kristian Hüttemann

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Eine Nachfrage: wenn mann die Kenntnis schon mehr als drei Jahre hatte, hat man dann keine Chance mehr auf Beseitigung?

Grundsätzlich ist das korrekt.

Allerdings wird Ihnen das niemand nachweisen können, denn bei dieser Kenntnis handelt es sich um eine innere Tatsache, die nicht dem Beweis zugänglich ist.

Wenn Sie also angeben, dass Sie erst vor einiger Zeit von dem Bewuchs Kenntnis erlangt haben, wird Ihnen der Nachbar nicht das Gegenteil beweisen können.

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Kristian Hüttemann

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