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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3719
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Guten Tag, meine Frage bezieht sich auf die

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag, meine Frage bezieht sich auf die Erbschaftssteuer. Meine Mutter hat mir vor 2 Jahren die Hälfte ihres Hauses übertragen. (festgestellter Wert damals: 254.000 EUR) Dies hatte sie auch gemacht im Hinblick auf den Schenkungs-Freibetrag von 400.000 EUR. (Zeitraum 10 Jahre, danach kann man wieder eine weitere Schenkung machen im Rahmen von 10 Jahren) - Allerdings wurde in dieser "Überlassungsurkunde" vor 2 Jahren das Recht auf "Nießbrauch" für meine Mutter eingetragen. Jetzt haben wir erfahren, dass dieses Nießbrauch-Recht leider nicht das gewünschte Ziel hat (dass 254.000 EUR wohl nicht auf den Freibetrag von 400.000 EUR angerechnet werden, wie von meiner Mutter ursprünglich angedacht) Das hatte man meiner Mutter und mir vor 2 Jahren leider nicht mitgeteilt. - Meine/unsere Frage ist jetzt diesbezüglich vielleicht ein wenig komplex. Was gibt es denn jetzt noch für Möglichkeiten, das eigentliche Ziel doch noch zu erreichen? Müsste man dieses "Nießbrauchrecht" rausnehmen aus der Akte? Oder gibt es doch steuerlich gesehen (Erbschaftssteuer) irgendwelche Vorteile , wenn das Recht auf Nießbrauch in der notariellen Akte aufgenommen ist/ bleibt? Es gibt insgesamt noch weitere Immobilien/ Werte, wodurch der Betrag von 400.000 EUR leicht überschritten wird. Gibt es noch andere Optionen, was man noch machen könnte , so dass die Erbschaftssteuer letztlich nicht zu hoch ausfällt? Vielen Dank ***** ***** für Ihren Rat.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

bzgl. der letzten 2 Jahre dürfte das "Kind in den Brunnen" gefallen sein.

Wenn Ihre Mutter jetzt das Nießbrauchsrecht austragen lässt, dann dürfte die Schenkung auch in Bezug auf den Freibetrag ab jetzt vollzogen gelten. Sie haben dann halt leider die letzten 2 Jahre für die 10-Jahresfrist "verloren".

Dafür wäre Ihre Mutter aber die Sicherheit des Nießbrauchsrechts los. Das wäre allerdings ohnehin ggf. ein zu verwertendes Recht, wenn Ihre Mutter ins Heim kommen sollte und auf Leistungen vom Sozialamt angewiesen sein sollte mangels Ersparnissen und wenn die Zahlung der Pflegevers. nicht ausreicht. Insofern sollte man unabhängig von der Steuer überlegen, ob das so gewollt ist, dass Sie als Eigentümer des Hauses dann ggf. doch das Sozialamt auszahlen müssen.

Da Sie nur von einer leichten Überschreitung des Freibetrages reden, sollten Sie auch einmal abwägen, ob die anfallende Schenkungs- = Erbschaftssteuer wirklich so relevant ist. Diese ist nämlich gestaffelt und beginnt bei 7 % bis 75000 € Überschreitung.

https://www.smart-rechner.de/erbschaftsteuer/ratgeber/erbschaft_steuersaetze.php

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

MfG

Kunde: hat geantwortet vor 9 Tagen.
vielen Dank für Ihre Antwort. meine Mutter hat hierzu noch eine Frage. Sie denkt, dass evtl. ihr Haus (wovon sie mir die Hälfte überschrieben hat) nicht unter die Erbschaftssteuer fällt, da sie als Erblasser bereits über 10 Jahre in dem Haus gewohnt hat (ich habe dort, in diesem Haus, auch seit über 10 Jahren einen Wohnsitz), und ihr Anteil sowie mein Anteil des Hauses weniger als 200 qm Wohnfläche hat. - Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber meine Mutter dachte, dass dies so sein könnte. Gibt es hier einen "Wahrheitsgehalt"?- Nochmals vielen Dank.

Ich habe leider keine Ahnung, wie Ihre Mutter darauf kommt. Gibt es irgend einen Anhaltspunkt für die Quelle?

So weiß ich leider überhaupt nicht, was hier gemeint sein könnte.

Kunde: hat geantwortet vor 9 Tagen.
guten Abend, ich denke, meine Mutter bezieht sich auf dies: https://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/erbschaftsteuer-wann-erben-auf-omas-haeuschen-steuern-zahlen/12041960.html?ticket=ST-3384778-ecpfcn7CRzL6clDDdSfA-ap2

Achso, da ist einiges durcheinandergeraten. Gemeint war wohl:

Ein von den Eltern bewohntes Haus bis 200 qm abgeschlossener Wohnfläche (sonst gilt die Steuerbefreiung nur anteilig) kann steuerfrei vererbt (nicht geschenkt!) werden, wenn Sie als Erbe nach dem Tod Ihrer Mutter dort unverzüglich (max. 6 Monate für Entscheidung, Einzug bis max. 1 Jahr ab Tod, wenn keine besonders darzulegende Härte vorliegt) einziehen und dann da mindestens 10 Jahre auf bleiben UND Eigentümer (ohne Nießbrauchsrecht und ähnliche Spielichen) bleiben.

Das gilt aber nur für den Teil, der auch volles Eigentum (nicht nur Nießbrauch) Ihrer Mutter beim Tod war und auch von ihr genutzt wurde. Zieht sie z.B. vor dem Tod aus Bequemlichkeit in ein Heim, haben Sie schon verloren. Zwingender Auszug wegen zu starker Pflegebedürftigkeit ist wohl unschädlich.

Die 10 Jahre gelten nicht für die Erblasserin. Sie muss nur beim Tod dort gewohnt haben.

Insofern würde ich auf die Regelung in Ihrem Fall nicht all zu sehr bauen.

Hier sind die Rahmenbedingungen und übliche Fallstricke ganz gut zusammengefasst:

https://www.aktiv-online.de/ratgeber/erbschaftsteuer-wann-und-wie-viel-nachlassnehmer-fuer-eine-immobilie-zahlen-muessen-358

https://www.haufe.de/steuern/kanzlei-co/erbschaftsteuerbefreiung-des-familienheims-fallstricke_170_532820.html

-> mit Rechtsquellenangabe

Wieviel der von Ihnen zitierte Handelsblattartikel taugt, kann ich nicht sagen, da er hinter eine Paywall liegt.

Für Sie läuft bzgl. 200 qm der Mutter also ab deren Tod eine 10 Jahresfrist, wo Sie dann das Haus auch komplett nutzen müssen als Familienheim. Ihren Teil dann zu vermieten und in den "Teil" der Mutter zu ziehen, dürfte bei fehlender Abtrennung vermutlich zu Diskussionen führen.

Ich hoffe, Sie sehen jetzt etwas klarer.

Gruß

Kunde: hat geantwortet vor 4 Tagen.
Nochmals vielen Dank. Nur noch einmal zum Verständnis: also, es wäre dann auch nicht möglich, die eigene Wohnung, die mir meine Mutter vor 2 Jahren überschrieben hat (mit Nießbrauch), nach ihrem Tod innerhalb von 10 Jahren zu vermieten? Denn dann würde doch noch die Erbschaftssteuer fällig werden? Nochmals vielen Dank.

Genau! Das Nießbrauchsrecht macht hier ab dem Tod hinsichtlich der 10-jährigen Eigennutzung übrigens keinen Unterschied.

Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Nur so erhalte ich meine Vergütung.

Gruß

Kunde: hat geantwortet vor 4 Tagen.
Alles klar , vielen Dank. Das war dann auch schon meine letzte Frage. :)

Alles Gute!

Olaf Götz und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.