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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3720
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Hallo, Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): ich wohne in NRW und bin in einer misslichen Lage .
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): ich benötige eine Auskunft zu einem Testament meines Vaters. Darin sind Geldbeträge, die gleich an seine 3 Kinder aufgeteilt werden sollen. Jedoch seine schuldenfreie Wohnung ( ca. 160qm groß ) im 2 Familienhaus, soll an meinen Bruder gehen, mit der Auflage mir und meiner Schwester je 40000 Euro zu zahlen. Kann ich dies anfechten, da die Wohnung einen geschätzten Wert zwischen 270 bis 330000 Euro hat.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

ich gehe davon aus, dass die Zuordnungen im Testament lediglich als Teilungsanordnungen zu verstehen sind und es sich bei der Wohnung um kein vorweg abgetrenntes Vorausvermächtnis handelt, da die Gelder gleichmäßig verteilt werden.

Hier müsste man ggf. im Streitfall genauer schauen.

Genauer zur Auslegung:

https://www.finanztip.de/vermaechtnis/

Einen der gesetzlichen Anfechtungsgründe vermag ich nach Ihrer Schilderung nicht zu erkennen (§§ 2078 ff. BGB)

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/BJNR001950896.html#BJNR00*****************377

In jeder der oben genannten Konstellationen (ob nun Vermächtnis oder Teilungsanordnung bloßer im Testament) haben Sie aber möglicherweise einen Zusatzpflichtteil nach § 2305 BGB, wenn Ihr Erbanteil unterhalb dem Pflichtteil liegt.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/BJNR001950896.html#BJNR00*****************377

Dazu müssen Sie Ihren gesetzlichen Erbteil ermitteln (also was Sie geerbt hätten, wenn es kein Testament gäbe). Der Pflichtteil ist die Hälfte dessen.

Wenn es als Erben nur die Kinder gibt, würde naturgemäß jedes der 3 Kinder 1/3 nach gesetzlicher Erbfolge erben (§§ 1922 ff. BGB).

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/BJNR001950896.html#BJNR00*****************377

Die Hälfte von dem 1/3 wäre 1/6.

Dann müssen Sie mal den Verkehrswert der Wohnung und die anderen Posten zusammenrechnen und schauen, ob Ihr Anteil (zzgl. die 40000 Ausgleich) dann immer noch unter dem 1/6 des Pflichtteils liegen.

Es hängt also maßgeblich davon ab, woraus die Erbschaft sonst noch besteht.

Gruß

Kunde: hat geantwortet vor 18 Tagen.
Hallo, das Barvermögen wurde gerecht unter den 3 Kindern aufgeteilt. Es ist nur zu klären ob eine Immobilie die mit einem Wert von 28000 bis 320000 Euro, an einen Erben geht und dieser den beiden anderen Geschwistern einen Ausgleich von je 40000 Euro zu zahlen gerecht ist ? So steht es im Testament.

Wie gesagt, der Wert der gesamten Erbschaft ist ausschlaggebend für die Berechung, ob ev. ein Zusatzpflichtteil zusteht.

Kunde: hat geantwortet vor 18 Tagen.
Das Barvermögen von 40000 Euro haben wir unter uns 3 Kindern aufgeteilt. Mein Vater hat nur schriftlich festgelegt, das seine Wohnung mit ca. 300000 Euro Wert an meinen Bruder geht und dieser mir und meiner Schwester nur einen Ausgleich von je 40000 Euro zu zahlen braucht. Dies finde ich nicht gerecht und würde dies gerne anfechten.

Wenn Sie die Wohnung mal mit ca. 300000 ansetzen (hier wirklichen Verkehrswert bei Erbfall einsetzen) und ansonsten nur Barmittel mit 40000 vorhanden sind, beträgt der Wert der Erbschaft also ca. 340000 €.

1/6 davon wäre 56666 €.

Wenn also jeder von Ihnen 1/3 aus den 40000 € bekommt (=13333) + Sie dann 40.000, d***** *****egen Sie noch etwas unter den 56666.

Ihr Bruder mit der Wohnung müsste also zumindest noch 3333 jeweils an Sie und das an das andere Geschwister nachschießen als Zusatzpflichtteil.

Dann passt es bzgl. des Pflichtteils.

Wenn man jetzt das Testament so auslegen will, dass Ihr Vater die Wohnung wertmäßig zu gleichen Teilen an Sie aufteilen wollte, also die Wohnung seiner Meinung nach bei Verfassung des Testamentes nur 120000 wert war und er irgendwie vergessen hat, dass Immobilien Wertzuwachs haben, dann dürfte das auf Widerstand bei Ihrem Bruder stoßen. Hier gilt es dann mit einem Kollegen vor Ort genau abzuwägen, ob man hier wirklich gerichtlich streiten will. Sie werden nämlich einen vom Wortlaut des Testaments abweichenden Willen des Erblassers beweisen müssen.

Gruß

Olaf Götz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 18 Tagen.
Vielen Dank für die aufschlussreiche Korrespondenz. Wenn es für mich nur um weitere 3000 bis 5000 geht, werde ich keinen so großen Aufwand machen und das bisherige akzeptieren. Eventuell ein Gespräch mit meinem Bruder suchen, wie seine Meinung zum Testament ist. Denke aber, das ist verlorene Zeit.
Vielen Dank ***** ***** Grüße Volker Eling

Keine Ursache. Fragen Sie doch mal nach seiner Einschätzung des Wertes der Wohnung. Wenn dies unstrittig ist, dürfte auch keinerlei Streit über den Zusatzpflichtteil nach § 2305 BGB bestehen. Ich habe Sie auf diesen Anspruch hingewiesen, da es hier noch mit verhältnismäßig wenig Streitpunkten ein weiterer Anspruch durchgesetzt werden könnte.

Bitte bedenken Sie, dass ich hier nur eine einleitende Grobeinschätzung geben kann und auch das Testament weder im Wortlaut gesehen habe, noch den (ggf. beweisbaren) wirklichen Willen des Erblassers kenne, der Ihnen ev. zu einem höheren Anspruch verhelfen könnte.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.