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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 38462
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, ich kann meiner Arbeit wegen einer Parese nicht mehr

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, ich kann meiner Arbeit im Einzelhandel wegen einer Parese im Bein nicht mehr nachgehen. Ich habe ein Sozial medizinisches Gutachten, aus dem hervorgeht, das ich nur noch sitzende Tätigkeiten ausüben soll. Stehende und gehende nur noch Zeitweise. Nach Rücksprache mit meinem Arbeitgeber wurde ich zum Betriebsarzt geschickt, auch dieser attestierte mir das ich nur noch im absoluten Notfall stehende Tätigkeiten ausüben soll und keinesfalls länger als 30 Min. Eine Versetzung innerbetrieblich ist leider nicht möglich, dies habe ich angefragt und schriftlich verneint bekommen. Mir wurde ein Stuhl auf der Verkaufsfläche zur Verfügung gestellt, und somit hat mein AG seine Pflichten getan. Durch die Pandemie war unser Betrieb bis letzte Woche geschlossen und ich hatte nur Bürotätigkeiten, die ich auch wunderbar ausüben konnte. Jetzt wo wir wieder offen haben, ist mir das Arbeiten nicht möglich. Durch Personaleinsparungen (wirtschaftlich gesehen vollkommend Legitim) muß ich mehrere Stunden alleine auf der Verkaufsfläche sein und das sitzen ist in der Theorie gut möglich aber leider in der Praxis nicht. Ich hadere schon seit letzten Jahr mit mir und bin körperlich am Ende. Am Montag war beim Hausarzt und dieser hat mir geraten meine Arbeit aufzugeben und zu kündigen. Ein Formular vom Arbeitsamt habe ich jetzt da und dies wird mir am Dienstag ausgefüllt. Ich wurde Krank geschrieben. Ich habe eine viermonatige Kündigungsfrist zum Monatsende. Ich bin grade mit der Situation komplett überfordert und weiß grade nicht recht was ich machen soll, was richtig und falsch ist.
Fachassistent(in): Wie lange waren Sie dort angestellt?
Fragesteller(in): 9 jahre
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): hm.. ich glaube nicht.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Grundsätzlich haben Sie in Anbetracht Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen gegenüber Ihrem AG einen arbeitsvertraglichen Anspruch auf Bereitstellung eines leidensgerechten Arbeitsplatzes.

Ein Arbeitsplatz ist dann leidensgerecht, wenn ein Mitarbeiter diesen trotz seiner Beeinträchtigungen ausfüllen kann. Der Arbeitsplatz ist also den eingeschränkten gesundheitlichen Anforderungen des AN anzupassen.

Wenn Sie nun angeben, dass Sie auch für Bürotätigkeiten eingesetzt wurden, die Sie ohne weiteres körperlich bewältigen konnten, dann ist nicht nachzuvollziehen, weshalb Sie diese Tätigkeiten nicht auch weiterhin sollten ausüben können.

Bevor Sie die Kündigung in Betracht ziehen, sollten Sie daher zunächst sämtliche weiteren Möglichkeiten ausschöpfen - gegebenenfalls unter Einbindung des Betriebsrates - Ihren Anspruch auf Zurverfügungstellung eines leidensgerechten Arbeitsplatzes durchzusetzen.

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Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Hallo, vielen Dank. Mein Arbeitsplatz umfasst beides. 30% Büro und 70 %Verkaufsfläche. Aufgrund der Pandemie sind drastische Personaleinsparmaßnahmen erforderlich und es hat sich auf 10%-90% geändert. Eine Bürotätigkeit ist nicht möglich, darum habe ich gebeten und mir wurde schriftlich mitgeteilt das es nicht möglich wäre. Von der Rechtsabteilung wurde dann gesagt, das ich mit dem Stuhl auf der Verkaufsfläche die Möglichkeit hätte mich zu setzen, wenn es nötig ist. Wie gesagt, in der Theorie machbar in der Praxis, habe ich letzte Woche von 10 Stunden 7 gestanden an einem Tag. Am Sonntag mußte ich mich dann von diesen zwei Arbeitstagen erholen und wurde dann am Montag krank geschrieben. Ich habe bereits im März alles in die Wege geleitet gehabt, bin aber aufgrund des erneuten Lockdowns erst mal davon ab und wollte warten bis wir wieder öffnen.Am Dienstag bekomme ich von meinem Arzt das Attest zur Kündigung auf ärztlichen Rat. Ich habe wie gesagt, vier Monate Kündigungsfrist zum Monatsende. Bleibt die Kündigungsfrist bestehen ? Muß ich sagen, das ich nicht wieder kommen werde und bis zum ende der Kündigungsfrist krank geschrieben werde? Kommen Probleme auf, wegen des Krankengeldes ? Ich bin ratlos

Ja, Ihre arbeitsvertraglichen Konditionen, insbesondere die Kündigungsfrist, bleiben erhalten.

Sie müssen dem AG nicht mitteilen, dass Sie nicht wieder kommen werden und krank geschrieben bleiben werden.

Es wird auch keine Probleme mit dem Krankengeld geben: Nach Ablauf der 6-wöchigen Entgeltfortzahlungen werden Sie Krankengeld erhalten!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt