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OliverF428
OliverF428, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 39
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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OliverF428 ist jetzt online.

Kündigung trotz Krankheit bekommen, per Briefkasten, ohne

Diese Antwort wurde bewertet:

Kündigung trotz Krankheit bekommen, per Briefkasten, ohne Poststempel, am 04.05. Kündigungsfrist 31.05.
JA: In welchem Bundesland leben Sie?
Customer: Niedersachsen
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Beschäftigt seit 01.01.2005. Es liegt kein Arbeitsvertrag vor.

Sehr geehrte Ratsuchende,

sehr geehrter Ratsuchender,

Danke für Ihre Anfrage.

Anhand Ihrer Schilderungen wurde eine rechtliche Prüfung vorgenommen.

Sofern Sie sich gegen die Kündigung wehren wollen, gestaltet sich der Sachverhalt wie folgt:

Sie haben keinen schriftlichen Arbeitsvertrag mit Ihrem Arbeitgeber. Dies ist grundsätzlich unschädlich, da auch mündliche Verträge rechtsgültig sind. Jedoch hat hier Ihr Arbeitgeber seine Nachweispflicht verstoßen. Gemäß § 2 NachwG (Nachweisgesetz) ist dieser binnen eines Monats nach Vertragsschluss verpflichtet, die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen.

Dass die Kündigung während Ihrer Krankheit erfolgte, ist rechtlich dem Grunde nach nicht zu beanstanden. Krankheit schützt nicht vor dem Erhalt einer Kündigung.

Sofern in Ihrer Kündigung keine Gründe ersichtlich sind, ist auch dies rechtlich unbedenklich. Der Arbeitgeber ist bei einer ordentlichen Kündigung nicht verpflichtet den Kündiungsgrund im Kündigungsschreiben zu nennen.

Der Einwurf ohne Poststempel ist dergestalt zu werten, dass die Kündigung von einem Mitarbeiter (samt Zeugen) zugestellt wurde. Dies gilt es im Einzelfall zu überprüfen.

Zu beachten gilt, dass Sie mindestens 15 Jahre bei Ihrem Arbeitgeber angestellt waren. Sie besitzen keinen Arbeitsvertag. Hiernach ergibt sich die Kündigungsfrist nach Gesetz. Insbesondere ist § 622 Abs. 2 Nr. 6 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) einschlägig.

Daher ergäbe sich eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Ende eines Kalendermonats.

Ich würde Ihnen anraten, gegen diese Kündiung Kündigungsschutzklage einzureichen. Hierfür ziehen Sie den Rat einer Rechtsanwalts vor Ort hinzu. Sofern Sie Kosten sparen möchten, rate ich Ihnen, dass Sie zu ihrem nächsten Amtsgericht gehen und der dortigen Urkundsbeamtin Ihren Fall schildern.

Diese sind gesetzlich dazu verpflichtet Sie bei Ihrem Gesuch zu unterstützen.

Ich hoffe, dass Ihre Anfrage beantwortet ist. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen zur Verfügung.

Über ein positives Feedback würde ich mich freuen.

Beste Grüße,

Oliver Fröhlich
Rechtsanwalt

OliverF428 und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.