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Jack Gutrat
Jack Gutrat, Bezirksdirektor
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 40
Erfahrung:  Fachwirt Versicherungen
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Thema: Auszahlung Pensionskasse Frage: Mein Arbeitgeber hat

Diese Antwort wurde bewertet:

Thema: Auszahlung PensionskasseFrage: Mein Arbeitgeber hat für mich eine Rentenversicherung (Pensionskasse Pro bAV, finanziert nach § 3, Nr. 63 EStG, (nach-)steuerpflichtig nach § 22, Nr. 5. Satz 1 ESt) abgeschlossen. Die Auszahlungszeit beginnt am 1.3.2022, es gibt ein Wahlrecht zwischen Kapitalauszahlung (ca. 70.000 €) und lebenslanger Rente (ca. 400 Euro). Auch Mischformen (30 % Kapitalauszahlung, 70 % Rente) sind möglich.
Meine reguläre Rente beginnt am 1.02.2023, Gesamtbetrag meiner Einkünfte in 2019 waren 23740 € (verheiratet, meine Steuerklasse: III).Was erwarten mich für Abzüge bei der Kapitalauszahlung (Steuerprogression?), wie verhalte ich mich steuerlich am sinnvollsten?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,
ich habe 30 Jahre Berufserfahrung, arbeite gerne für Sie an einer hilfreichen Antwort und bitte um etwas Geduld.

Die zu erwartende Steuer bei sofortiger Auszahlung würde ca. 19.200,- € betragen. Der Betrag von

70.000,- € würde auf Ihr Brutto raufgerechnet werden.

Eine Steuerbegünstigung durch die Fünftelreglung ( sprich eine mathematische Verteilung

der Einmalauszahlung auf 5 Jahre) ist nach jetziger Rechtssprechung nicht möglich.

Bei der Wahlmöglichkeit einer Einmalauszahlung von 30 % ( ca. 21.000,- € ) wäre die

Steuer bei einmalig ca. 4.400,- € . Monatlich würde auf die anteilige Rente

von ca. 280,- € dann eine Steuer fällig, wenn Ihre monatliche Rente über ca. 1500,- €

liegt und ergebe dann eine Steuer von mtl. ca. 40,- €. Erst nach ca. 30,- Jahren

Rentenbezug wären Sie mathematisch bei der Einmalsteuer durch komplette

Sofortauszahlung angekommen. Bei Rentenbezug im Jahre 2023 sind

der dann geltende Grundfeibetrag ( heute 9.744,- €) ca. 10.000,- €, der

Rentenfreibetrag von 17 % Ihrer Rente, Sonderausgaben (Kranken- und

Pflegeversicherungsbeitrag, Werbungskosten ( pauschal 102,- € ) und

ein möglicher Altersentlastungsbetrag von max. 1.900,- € vom Rentenbetrag

abzuziehen, bevor eine Steuer fällig wird.

Zusätzliche steuerliche Freibeträge sind in dieser Betrachtung nicht enthalten.

Wenn Sie sich ausschließlich die monatliche Rente auszahlen lassen würden,

wäre eine monatliche Steuer bei 1.500,- Rente von ca. 60,- € zu erwarten.

Sollte Ihrer Rente geringer ausfallen als 1.500,- €, könnte die zusätzliche

Rente auch steuerfrei sein. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, das in jedem

Fall Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig werden. Sowohl auf

mögliche Einmalzahlungen ( die werden mathematisch auf 10 Jahre verteilt ),

als auch auf die monatliche Rente.

Die Entscheidung, welche Auszahlungsform passt, kann natürlich von vielen

Faktoren wie z.B. der Gesundheit, Einmalanschaffungen oder ähnlichem

abhängig sein. Rein steuerlich würde ich bei einer monatlichen Rente deutlich unter

1.500,- € zur monatlichen regelmäßigen Auszahlung tendieren.

Sollte die monaliche Rente um die 1.500,- € liegen, ist die 30%- Regelung zu

empfehlen. Ich hoffe eine hilfreiche Antwort gegeben zu haben und bitte

die Zahlenbeispiele als Richtwert zu nehmen, unter der Berücksichtigung

Ihre persönliche Situation nicht genau zu kennen. Für weitere Antworten

stehen ich gerne zur Verfügung. Sollte das nicht der Fall sein, bitte ich

um eine Bewertung meiner Antwort.

Besten Dank

Kunde: hat geantwortet vor 9 Tagen.
Meine Rente wird ca. 1950 € betragen. Könnten Sie bitte beide Fälle (100 % Kapitalauszahlung und 30 % Teilauszahlung) damit noch einmal neu durchrechnen? Auch würde mich interessieren, wie hoch die Kranken- (7,9 %) und Pflegeversicherungsbeiträge (1,775 %) in beiden Fällen genauer ausfallen würden.

Da Ihre Einmalzahlungen, wie in Ihrer Ausgangsfrage beschrieben, im Jahre 2022 erfolgen soll,

wird die Steuer im Jahr 2022 fällig und auf Ihr Brutto von 23.740,- € bzw. auf Ihr Brutto

von 2022 raufgerechnet. In der Steuerklasse III bleibt

bei 70.000,- € die zu erwartende Steuer bei 19.200,- € und bei 30% sprich

21.000,- € bei ca. 4.400,- €.

Beide Beträge werden steuerlich wie Einkommen behandelt.

Die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden wie folgt berechnet.

Bei 70.000,- € wird der Betrag durch 120 geteilt. Daraus ergibt sich ein Betrag

von 583- €, der für 10 Jahre Kranken- und Pflegeversicherungspflichtig wird.

Bei der KV-Berechnung haben Sie eine Freibetrag von 164,50 € (2021), der

nächsten Jahr etwas höher sein sollte. Auf den Differenzbetrag (419,- €)werden leider 15,8 %

KV-Beitrag fällig (keine Übernahme des Rentenversicherungsträger für den hälftigen

Anteil wie beim Arbeitnehmer) und auf den gesamten Betrag von 583,- € der Pflegeversicherungsbeitrag

von 3,3 %. Daraus ergibt sich ein zusätzlicher KV-und Pflegev.-beitrag von ca. 86,- € monatlich.

Auf Ihre Rente von 1.950,- € zahlen Sie den hälftigen KV-Beitrag und den vollen Pflegev.-Beitrag von 3,3 %.

Zusätzlich zahlt Ihnen der Rentenversicherungsträger die andere Hälfte des KV-Beitrages als Zuschuss (ca. 154,- €)

KV- und Pflegev.-Beitrag gesamt ca. 458,- €, davon Ihr Anteil ca. 304,- €.

Lassen Sie sich 30 % ( 21.000,- €) einmalig und eine mtl. Rente von 280,- € auszahlen, ergibt sich daraus

ein Gesamtbeitrag KV-Pflege von ca. 433,- €, davon Ihr Anteil ca. 279,- €.

Ich hoffe, das die Anwort hilfreich war.

Beste Grüße

Jack Gutrat und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 9 Tagen.
Danke für die guten und ausführlichen Antworten, dies war sehr hilfreich ...