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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 36928
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Ich habe eine Frage. Und zwar habe ich ein

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe eine Frage. Und zwar habe ich ein Bewerbungsgespräch gehabt und habe am Ende eine Zusage mündliche erhalten. Ich habe mich einverstanden erklärt. Habe nun ein besseres Angebot erhalten , und möchte das erste absagen. Ist das möglich ?
JA: In welchem Bundesland leben Sie?
Customer: Mecklenburg-Vorpommern
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Nein
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
ERGÄNZUNG: in dem Bewerbungsgespräch ging am Ende alles sehr schnell und ich konnte um keine Bedenkzeit bitten. Ich habe dann zunächst zugesagt. Nun das bessere Angebot erhalten. Zwischen der Zusage und dem besseren Angebot liegt nun ein Tag.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Auch ein nur mündlich geschlossener Arbeitsvertrag - wie hier - entfaltet volle Rechtswirksamkeit, denn der Abschluss eines Arbeitsvertrags bedarf nicht der Schriftform, die letztlich nur Dokumentations- und Beweiszwecken dient.

Haben Sie daher die mündliche Zusage ausdrücklich angenommen/bestätigt, so ist leider bereits ein Arbeitsvertrag begründet worden.

Es gilt dann der Rechtsgrundsatz, dass einmal geschlossene Verträge einzuhalten sind (pacta sunt servanda), denn ein allgemeines Rücktritts- oder Reuerecht existiert in der deutschen Rechtsordnung nicht.

Sie sind daher leider an den Arbeitsvertrag rechtlich gebunden.

Es besteht für Sie allerdings die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis auch schon vor Arbeitsantritt ordentlich unter Einhaltung der vierwöchigen Kündigungsfrist des § 622 Absatz 1 BGB zu kündigen (wenn die Kündigung vor Arbeitsantritt arbeitsvertraglich nicht ausgeschlossen ist).

Zudem haben Sie die jederzeitige Möglichkeit, mit dem AG einen Aufhebungsvertrag abzuschließen, der Ihnen eine sofortige Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis ermöglichen würde.

Ich bedaure außerordentlich, Ihnen keine erfreulichere Rechtsauskunft übermitteln zu können, aber ich bin als Rechtsanwalt verpflichtet, Ihnen die Rechtslage wahrheitsgemäß darzustellen.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Auch ohne Unterzeichnung eines Vertrages mit den konkreten Bedingungen usw. Bin ich bereits gebunden? Bsp. Wurde in dem Gespräch noch keine Klärung der Urlaubstage besprochen. Das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. Trotz alledem bin ich bereits im Arbeitsvertrag? Ohne Sichtung eines Vertrages ?

Das ist natürlich etwas anderes: Wenn Sie noch keine abschließende Einigung über die arbeitsvertragswesentlichen Umstände erzielt haben - und hierzu zählt auch der Urlaub -, dann ist auch noch kein Arbeitsvertrag begründet worden!

In diesem Fall sind Sie rechtlich nicht gebunden und können das andere Angebot annehmen.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Korrekt, dass ist mir erst im Nachgang aufgefallen, dass keine Besprechung der Urlaubstage und auch die Umstände, ob ein Dienstwagen gestellt wird usw. Noch offen sind. Das wäre demnach eine Möglichkeit ohne Begründung weiterer Umstände meine Zusage zu widerrufen? Das wäre dann sozusagen mein Glück, dass diese Themen untergegangen sind!

Richtig: Ein Arbeitsvertrag entsteht nur dann, wenn die Parteien des Vertrages sich über sämtliche relevanten Umstände und Punkte des Arbeitsverhältnisses - Urlaub, Arbeitszeit, Bezahlung - abschließend geeinigt haben.

Daran fehlt es hier mit der Folge, dass auch noch kein Arbeitsvertrag begründet worden ist.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Und eine letzte Frage noch dazu, muss ich das irgendwie belegen können, dass sozusagen noch nicht alles abschließend geklärt ist? Falls sozusagen auf meine Absage nun eine negative Reaktion mit Unverständnis folgt? Oder haben Sie ein Tipp wie ich die Absage begründen sollte, so dass ich anschließende Diskussionen vermeiden könnte?Vielen Dank für die Hilfe, eine sehr gute Bewertung folgt.

Nein, Sie sind keineswegs in der Rechtfertigungs- und Begründungspflicht. Wenn der AG die Ansicht vertritt, dass auch bezüglich des Urlaubes eine abschließende vertragliche Regelung erzielt worden sei, so müsste der AG dies auch unter Beweis stellen können, wenn Sie dies bestreiten.

Da aber tatsächlich noch keine Einigung über den Urlaub erzielt worden ist, könnte der AG diesen Nachweis überhaupt nicht führen!

Sie können daher dem AG mitteilen, dass Sie von dessen Angebot auf Abschluss eines Arbeitsvertrages Abstand nehmen.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kann ich Ihnen noch weiterhelfen? Gibt es (technische) Probleme bei der Bewertung?

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Nein ich habe nur noch überlegt, ob alles meine Fragen zu diesem Anliegen geklärt sind. Aber Sie entkräften meine Befürchtung, dass der AG nicht behaupten könnte, dass alles abschließend geklärt ist, da er das belegen müsste? Jedoch müsste ich auch belegen, dass die Zahl der Urlaubstage nicht geklärt wurde. In diesem Falle steht ja dann Aussage gegen Aussage.

Nein: Beruft sich der AG darauf, dass eine abschließende Einigung hinsichtlich der Dauer des Urlaubs bereits herbeigeführt worden sei, so müsste er dieses nach den Regeln der Dargelungs- und Beweislastverteilung nachweisen können.

Nicht Sie müssen also beweisen, dass eine solche Reglung noch nicht getroffen wurde, sondern es verhält es sich gerade umgekehrt, wenn der AG sich hierauf ausdrücklich beruft.

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Alles klar, dann kann ich somit das Angebot ablehnen und das ohne Nennung weiterer Gründe. Zudem muss ich keine weiteren Befürchtungen haben und mein Vorgehen ist rechtlich in Ordnung.

Sie haben es korrekt zusammengefasst!

Haben Sie keine Nachfragen, dann klicken Sie bitte zur Bewertung mit der Maus oben rechts die Sterne (3-5 Sterne) an, denn nur dann erhalte ich die Vergütung für die anwaltliche Beratung.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Hilfe. Ich bewerte nun das Gespräch. Alles Gute für Sie

Sehr gern, und auch für Sie alles Gute!