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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 36393
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Ich hätte angeblich 2019 eine Kreditkarte bekommen, wofür

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich hätte angeblich 2019 eine Kreditkarte bekommen, wofür ich jetzt 50€ zahlen soll. Angeblich hab ich die AGB‘s akzeptiert und mir wurde Geld abgezogen aber nicht von meinem Konto, sondern von der Karte. Ich besitze eine Kreditkarte aber nicht von diesem Unternehmen. Jetzt soll ich €170 an ein Inkassounternehmen zahlen. Ich habe nie irgendwas unterschrieben oder eine Karte bekommen. Und statt 50€, jetzt €170 zahlen??
JA: In welchem Bundesland leben Sie?
Customer: Mecklenburg-Vorpommern
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Ich habe nicht mehr Details

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Sie sind unter den mitgeteilten Umständen selbstverständlich zu keinen Zahlungen verpflichtet, denn ein Vertrag mit dem Unternehmen ist offensichtlich überhaupt nicht begründet worden!

Weisen Sie daher die gegen geltend gemachte Forderung zurück, und lassen Sie sich durch mögliche Folgeschreiben nicht unter Zahlungsdruck setzen und einschüchtern.

Behauptet die Gegenseite einen angeblichen Vertragsschluss, der Sie zur Zahlung verpflichten soll, so ist der Anbieter hierfür voll beweispflichtig.

Das bedeutet, dass man Ihnen den Abschluss des angeblichen Vertrages ganz konkret nachweisen muss.

Es ist also nicht so, dass Sie beweisen müssten, dass Sie keinen Vertrag abgeschlossen haben, sondern es verhält sich gerade umgekehrt: Die Gegenseite hat Ihnen nach den Regeln der Darlegungs- und Beweislast den Vertrag unter Beweis zu stellen.

Die schlichte Übersendung einer Rechnung oder Mahnung - wie hier - stellt keinen Vertragsnachweis dar!

Kann die Gegenseite diesen Nachweis aber nicht erbringen, müssen Sie selbstverständlich auch nicht zahlen.

Da Sie tatsächlich zu keinem Zeitpunkt einen Vertrag geschlossen haben, wird der Gegenseite dieser Vertragsnachweis auch nicht gelingen.

Bestreiten Sie daher nun ausdrücklich einen Vertragsschluss, und fordern Sie die Gegenseite auf, Ihnen das Gegenteil zu beweisen.

Formulieren Sie Ihr Zurückweisungsschreiben wie folgt:

"Unter Bezugnahme auf Ihr Schreiben vom... teile ich Ihnen mit, dass ich keinerlei Zahlungen leisten werde.

Den von Ihnen behaupteten Vertragsschluss bestreite ich hiermit ausdrücklich.

Sofern Sie gegenteiliger Ansicht sein sollten, obliegt allein Ihnen die volle Beweislast für einen vermeintlichen Vertragsschluss.

Sofern Sie mich weiterhin mich gänzlich unrechtmäßigen Zahlungsaufforderungen überziehen sollten, behalte ich mir vor, Strafanzeige wegen versuchten Betruges zu erstatten.

Datum/Unterschrift"

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Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kann ich Ihnen denn noch weiterhelfen? Sind Fragen offen geblieben? Gibt es (technische) Probleme bei der Bewertung?

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Also wenn ich nichts unterschrieben habe, sollte alles gut sein? Oder reicht es schon wenn man heutzutage AGB‘s akzeptiert? Das Inkassounternehmen ist übrigens ein englisches. So sieht es auf der Internetseite aus.

Wenn Sie keine rechtlich erhebliche und auf einen Vertragsschluss gerichtete Willenserklärung abgegeben haben (=Unterschrift), dann ist auch überhaupt kein Vertrag entstanden!

Wenn es sich um einen englischen Inkassodienst handelt, dann besitzt dieser nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz überhaupt keine Befugnis, in Deutschland Forderungen geltend zu machen.

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Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Gut, also ohne Unterschrift kein(nie) Vertragsabschluss??

Ja, richtig.

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Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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